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Sankt Stefan an der Gail bietet für einen kulturorientierten Aufenthalt mehrere konkrete Themen: eine spätgotische Pfarrkirche, historische Bildstöcke und Baugeschichten sowie überlieferte Bräuche. Dazu kommen ein Themenweg mit ausgewiesener Gehzeit und der steile Kreuzweg am Kalvarienberg. Wenn Sie Ihre Reise planen, lassen sich Architektur, Geschichte und Brauchtum als unterschiedliche Schwerpunkte betrachten.

Kirchenbau und historische Zeugnisse

Die Pfarrkirche St. Stefan an der Gail steht im gleichnamigen Ort auf einer kleinen Anhöhe nördlich der Gail. Sie gehört zu den ältesten Kirchen im Gailtal und ist dem Erzmärtyrer Stephanus geweiht. Der spätgotische Bau ist eine Staffelhalle mit Polygonalchor. Nördlich des Chores steht der weithin sichtbare Turm mit Spitzgiebelhelm; zwei frühbarocke Kapellenzubauten ergänzen die Kirche. An diesen Bauteilen lassen sich unterschiedliche architektonische Formen an einem Bauwerk wahrnehmen.

Am südlichen Ortsrand von St. Stefan befindet sich das „Armesünderkreuz“, ein spätgotischer Bildstock, der um 1500 errichtet wurde. Seine Nischenmalereien stammen aus der Zeit um 1525. Eine eigene Baugeschichte hat auch die Kapelle am St. Stefaner Kalvarienberg: Mit ihrem Bau wurde 1771 begonnen, 1773 wurde sie eingeweiht. Die Bildstöcke und Kapellen ergänzen den Kirchenbau um weitere Zeugnisse religiöser Geschichte.

Auch die Schlossgeschichte eröffnet einen anderen Blick auf die Vergangenheit. Schloss Graiffenstein brannte 1919 und 1965 ab und wurde anschließend vollständig im alten Stil wiederaufgebaut. Schloss Zosenegg war viele Jahre einer der historischen Sitze, von denen aus die lokale Herrschaft ausgeübt wurde. Damit stehen neben den religiösen Bauwerken auch Wiederaufbau und Herrschaftsgeschichte als Themen zur Verfügung.

Wege am Kalvarienberg

Der Themenweg zwischen St. Stefan und der Kalvarienbergkirche ist mit einer Strecke von 0,3 Kilometern und einer Gehzeit von 15 Minuten angegeben. Davon zu unterscheiden ist der Kalvarienberg-Kreuzweg: Er umfasst 14 Stationen und führt entlang eines steilen Weges zur Friedhofskapelle. Die Zeitangabe von 15 Minuten gehört zum Themenweg; übertragen Sie sie nicht automatisch auf den steilen Kreuzweg.

In der Nähe der Friedhofskapelle am Kalvarienberg befindet sich ein Parkplatz. Die Kapelle ist nur bei besonderen Anlässen geöffnet. Wenn Sie einen Besuch im Inneren planen, klären Sie vorab vor Ort, ob sie zu Ihrem Besuchszeitpunkt geöffnet ist. So lassen sich die Wegwahl und ein möglicher Kapellenbesuch getrennt planen.

Auch für Radreisende gibt es einen konkreten Bezug: Bei Vorderberg durchquert ein Radweg das Gebiet der Gemeinde St. Stefan im Gailtal.

Überlieferte Bräuche

Beim jährlichen Patroziniumsfest in St. Stefan an der Gail werden traditionell Pferde und andere Tiere gesegnet. Das Dreikönigssingen, auch „Kaleda“ genannt, findet jedes Jahr in der Nacht vom 5. auf den 6. Jänner statt. Dabei ziehen die Heiligen Drei Könige mit einem Sternträger von Haus zu Haus und singen alte slowenische Dreikönigslieder. In der Gemeinde St. Stefan an der Gail ist außerdem Kufenstechen als traditioneller Brauch bekannt.

Diese Bräuche unterscheiden sich in ihrer Form: Zum Patroziniumsfest gehört die Tiersegnung, Kaleda ist mit einem festen Termin im Kalender und dem Haus-zu-Haus-Singen verbunden, Kufenstechen ist als Brauch in der Gemeinde verankert. Wenn Sie Ihre Reise gezielt um ein Fest planen möchten, prüfen Sie dessen konkreten Termin vorab. Für Kaleda liegt die Nacht vom 5. auf den 6. Jänner fest.

Überlegen Sie bei Ihrer Reiseplanung, ob Sie den Schwerpunkt auf Kirchenbau und historische Zeugnisse, den Kalvarienberg oder die überlieferten Bräuche legen möchten.

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Zur übergeordneten Reiseübersicht: Hermagor.

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