Radsberg liegt auf dem Sattnitz-Höhenrücken. Für die Reiseplanung lassen sich mehrere klar unterscheidbare Themen heranziehen: die Pfarrkirche mit ihrer Bau- und Pfarrgeschichte, das Neujahrssingen zum Jahreswechsel sowie Bezüge zu Wandern und Gleitschirmfliegen. So können Sie vor der Suche nach einer Ferienwohnung überlegen, ob Kulturgeschichte, ein saisonaler Brauch oder ein Outdoor-Thema den Schwerpunkt Ihres Aufenthalts bilden soll.
Pfarrkirche und Baugeschichte
Die Pfarrkirche Radsberg/Radiše ist ein einheitlich spätgotischer Bau vom Beginn des 16. Jahrhunderts. Urkundlich wurde sie 1216 als Kapitelpfarre von Maria Saal genannt. Der mächtige Westturm wurde 1557 erbaut. Die Angaben betreffen unterschiedliche historische Bezüge: 1216 die kirchliche Stellung, der Beginn des 16. Jahrhunderts die Bauform und 1557 den Westturm. Die Einordnung als einheitlich spätgotisch beschreibt den Bau als Ganzes; das Baujahr des Turms setzt dazu einen konkreten zeitlichen Bezug. So lässt sich die Pfarrkirche sowohl als architektonisches Ganzes als auch über einzelne Stationen ihrer Geschichte betrachten.
Neujahrssingen und Erinnerungskultur
Das Neujahrssingen setzt einen saisonalen Akzent. Zum Jahreswechsel ziehen Männer aus den Radsberger Dörfern von Haus zu Haus und singen das alte Neujahrslied „Je žavost prevelika“. Der Männerchor des Slowenischen Kulturvereins Radsberg/Radiše singt das Lied in allen neun Radsberger Dörfern während der drei Tage vor Neujahr. Der Brauch ist damit an einen konkreten Zeitraum und eine bestimmte Praxis gebunden: Das Lied wird von Haus zu Haus getragen. Für die Reiseplanung ist der Jahreswechsel ein klarer Kalenderbezug, der sich von den historischen Baujahren der Pfarrkirche unterscheidet.
Ein weiterer geschichtlicher Schwerpunkt ist das Denkmal für die Deportation der Kärntner SlowenInnen. Es befindet sich vor dem Kulturheim in Radsberg/Radiše und wurde 1996 errichtet. Ab April 1942 wurden slowenischsprachige Familien in Südkärnten in mehreren Aktionen von zu Hause abgeholt und nach einer Zwischenstation im Sammellager Ebenthal/Žrelec in Klagenfurt in verschiedene Zwangsarbeitslager deportiert. Die Jahreszahlen markieren unterschiedliche Stationen: 1942 setzt der geschilderte Deportationskontext ein, 1996 steht für die Errichtung des Denkmals.
Wandern und Gleitschirmfliegen
Auch für Outdoor-Themen gibt es konkrete Ortsbezüge. Die Wanderung „Radsberg – Nordrunde“ führt über das Höfleinmoor und Moosberg nach Radsberg und anschließend durch die Gurnitzer Schlucht. Radsberg ist außerdem die Heimatbasis des 1. Kärntner Gleitschirmfliegerclubs Radsberg; das Fluggebiet weist einen Höhenunterschied von 400 Metern auf. Die beiden Outdoor-Bezüge unterscheiden sich nach ihrem Schwerpunkt: Bei der Nordrunde steht ein Wanderverlauf mit mehreren benannten Orten im Mittelpunkt, beim Gleitschirmfliegen die Heimatbasis des Clubs und die Höhendifferenz. Wenn Sie für Ihren Aufenthalt zwischen diesen Themen abwägen, bieten sie zwei eigenständige Ansätze für die Reiseplanung.
Weitere Reiseziele entdecken: Windisch Bleiberg, Lipizach, Auen, Klagenfurt Am Wörthersee, Schiefling Am See, Ebenthal In Kärnten, Moosburg in Kärnten, Sankt Margareten Im Rosental
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Klagenfurt-Land.