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Unter dem Chorraum des Domes zu Gurk liegt eine Krypta mit 100 Säulen. Sie wurde 1174 geweiht und beherbergt das Grab der heiligen Hemma von Gurk. So treffen sakrale Baugeschichte und die Erinnerung an Hemma in Gurk aufeinander.

Dom, Krypta und Fastentuch

Ein weiterer Schwerpunkt ist das Gurker Fastentuch. Es gilt als das älteste in Österreich erhaltene Velum quadragesimale und zählt zu den größten bemalten Hungertüchern Europas. Das Tuch misst 8,87 × 8,87 Meter, besteht aus zwei Leinenhälften und ist mit Temperafarben bemalt. Die Werkstatt des Meisters Konrad von Friesach vollendete es 1458 im Auftrag von Dompropst Johann Hinterkircher für die Kirche.

Auf dem Fastentuch sind insgesamt 108 biblische Szenen in 99 Bildfeldern dargestellt. Die Krypta und das Tuch eröffnen unterschiedliche Zugänge zur Kulturgeschichte des Domes: hier das Grab der heiligen Hemma, dort ein großformatiges Werk mit biblischen Darstellungen.

Schatzkammer und Ortsgeschichte

Die Schatzkammer Gurk umfasst den Gurker Tragealtar aus dem 13. Jahrhundert. Ebenfalls dort befindet sich die Magdalenenscheibe aus Weitensfeld, das österreichweit älteste Dokument einer Glasmalerei aus der Zeit um 1160/70. Die beiden Werke verweisen auf unterschiedliche Entstehungszeiten: Die Glasmalerei stammt aus dem 12. Jahrhundert, der Tragealtar aus dem 13. Jahrhundert.

Ein anderes Kapitel der Ortsgeschichte führt zum Gurker Gerichtsbrunnen, der auch „Gerichtswasser“ genannt wird. Urkunden des 12. Jahrhunderts erwähnen den Brunnen. Aufgrund seiner Lage und Verwendung ist er eine besondere Form eines Rechtsdenkmals der mittelalterlichen Altertumskunde in Österreich; außerdem steht er mit der Kaltwasserprobe als Gottesurteil in Verbindung. Im Haus der Heimat in Gurk befindet sich eine Dauerausstellung im renovierten ehemaligen Sägewerk des Domkapitels.

Pilgerweg und Rundgänge

Der Dom zu Gurk ist das Ziel des Hemma-Pilgerwegs. Dieser führt von Slowenien aus über rund 800 Kilometer und lädt dazu ein, auf den Spuren der Kirchen- und Klostergründerin zu wandeln. Gurk erhält dadurch neben seinen Kunst- und Geschichtsthemen auch einen Bezug zu einer überregionalen Pilgerroute.

Für einen kürzeren Weg ist der Gurker Marktrundgang mit 2,06 Kilometern angegeben; sein Startpunkt liegt vor dem Dom zu Gurk. Der Heidenbrunnenweg führt vom Domplatz zum Heidenbrunnen, dem ehemaligen Gurker Gerichtsbrunnen. Wenn Sie eine bezifferte Strecke suchen, wählen Sie den Marktrundgang; wenn Sie sich für Ortsgeschichte interessieren, führt der Heidenbrunnenweg zum ehemaligen Gerichtsbrunnen. So lassen sich ein bezifferter Rundgang und ein Weg mit historischem Ziel voneinander unterscheiden, ohne ihre Maßstäbe gleichzusetzen.

Landschaft und Tierwelt

Auch die Landschaft rund um Gurk ist durch konkrete Naturthemen geprägt. In den Wäldern um Gurk und in der Gurk finden Rot- und Rehwild, Mufflon, Wildschweine, Biber und Marder reichlich Nahrung. Der Naturbezug reicht damit von den umliegenden Wäldern bis zum Fluss und ergänzt die kulturellen Themen des Ortes um einen Blick auf Lebensräume und Tierwelt.

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