Ein am Originalstandort wiedererrichtetes römisches Stadtviertel und die Petroneller Au eröffnen in Petronell-Carnuntum unterschiedliche Entdeckungsrichtungen. Wer sich für die Geschichte Carnuntums interessiert, kann Rekonstruktion, archäologische Bauwerke und Funde im Museum in den Blick nehmen. Spazierwege und die Landschaft der Au setzen andere Schwerpunkte. Für die Planung helfen die konkreten Wegverläufe und die ungefähren Angaben zur Ortsrunde.
Römisches Stadtviertel, Heidentor und Amphitheater
Das Römische Stadtviertel ist ein am Originalstandort wiedererrichteter Teil eines römischen Stadtviertels. Ein Besuch eröffnet einen Einblick in das antike Carnuntum im frühen 4. Jahrhundert. Das Heidentor ergänzt diesen historischen Blick: Es war einst ein Quadrifrons, also ein Monument mit doppelten Durchgängen über vier Pfeilern.
Das Amphitheater der Zivilstadt wurde Ende des 2. Jahrhunderts n. Chr. außerhalb der antiken Stadtmauern errichtet und bot etwa 13.000 Menschen Platz. Es liegt neben dem Römischen Stadtviertel und ist von dort in ungefähr zehn Minuten zu Fuß erreichbar. So stehen beim Besuch unterschiedliche Zeitbezüge nebeneinander: die Einordnung des Amphitheaters ans Ende des 2. Jahrhunderts und der Einblick in Carnuntum im frühen 4. Jahrhundert.
Im Museum Auxiliarkastell sind Funde aus dem Auxiliarkastell und seinem südlichen Vorfeld ausgestellt. Zahlreiche informative Texttafeln erläutern die Funktion und das Leben im Kastell. Beim Museum wurde außerdem eine Kreuzung einer Trinkwasserleitung mit einem Hauptabwasserkanal des Reiterlagers ausgegraben und in einem eigenen Schutzbau konserviert. Das konservierte Kreuzungsbauwerk ist öffentlich zugänglich; prüfen Sie vor Ihrem Besuch die betrieblichen Einzelheiten.
Spaziergänge und Wegverläufe
Der Große Rundweg beginnt beim Archäologischen Park Carnuntum und führt zu allen 26 Sehenswürdigkeiten. Der Kleine Rundweg beginnt ebenfalls dort, führt durch Petronell-Carnuntum bis zum Heidentor und zurück. Damit unterscheidet sich der beschriebene Umfang: Der Große Rundweg bezieht alle 26 Sehenswürdigkeiten ein, während der Kleine als Ortsrunde bis zum Heidentor und wieder zurückführt.
Eine weitere Möglichkeit ist der Ortsspaziergang Petronell-Carnuntum. Die leichte Wanderung ist 2,72 Kilometer lang, dauert etwa 30 Minuten und beginnt und endet am Parkplatz der Römerstadt Carnuntum. Über die Smartphone-App „Ortsspaziergänge“ können Sie Geschichten über die einst pulsierende römische Metropole Carnuntum hören. Länge, ungefähre Dauer und Einstufung bieten damit eine konkrete Orientierung für die Tagesplanung.
An allen Standorten der Römerstadt Carnuntum gibt es einen eigenen kostenlosen Besucherparkplatz unmittelbar neben dem jeweiligen Eingang. Prüfen Sie die Parkangaben vor Ihrer Anreise.
Romanische Baugeschichte und Petroneller Au
Auch die Baugeschichte jenseits der römischen Anlagen ist an benannten Gebäuden und Zeiträumen fassbar. Die Rundkapelle, auch Johanneskapelle genannt, zählt zu den ältesten und wertvollsten romanischen Bauten Österreichs. Sie stammt aus der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts und ist als Quaderbau ausgeführt. Im 15. Jahrhundert kam zur Pfarrkirche ein gotisches Seitenschiff hinzu, die sogenannte Florianikapelle. Der Bau von Schloss Petronell-Carnuntum begann bereits im 11. Jahrhundert.
Die Petroneller Au bietet einen anderen Landschaftsschwerpunkt. Seit 2016 unterstehen 260 Hektar der Petroneller Au der Nationalparkverwaltung des Nationalparks Donau-Auen. Das Gebiet weist ein ausgedehntes Netz von Altarmen und periodisch wasserführenden Gräben auf. Bei höheren Wasserständen sind diese teilweise direkt mit der Donau verbunden; die Verbindung betrifft also nicht jederzeit das gesamte Netz.
Der Petroneller Wanderweg beginnt am Besucherparkplatz am Ende der Langen Gasse, der als „Parkplatz für Auwaldbesucher“ ausgewiesen ist. So haben Sie für diese Wanderung einen konkret benannten Ausgangspunkt, während die Spaziergänge im Ort ihre eigenen Start- und Zielangaben mitbringen.
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Zur übergeordneten Reiseübersicht: Bruck An Der Leitha.