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In Stillfried gefundene verkohlte Kerne kultivierter Weintrauben aus dem 9. Jahrhundert v. Chr. sind die ältesten in Österreich. Dieser konkrete Fund eröffnet einen Blick auf eine Geschichte, die im Museum Stillfried – Zentrum der Urzeit von der Steinzeit bis zum Mittelalter reicht: Sämtliche dort präsentierten archäologischen Funde stammen aus dem Raum Stillfried. Daneben stehen bronzezeitliche Siedlungsgeschichte und Wanderwege mit benannten Natur- und Kulturpunkten. Für Ihren Aufenthalt können Sie den Schwerpunkt auf Museumsfunde, bronzezeitliche Geschichte oder die in den Wegbeschreibungen genannten Landschaftsmerkmale legen.

Archäologie vom Fund bis zur Siedlung

Die bronzezeitliche befestigte Siedlung auf dem Hügel über Stillfried gehörte zur späten Urnenfelderzeit und wird auf 900 bis 750 v. Chr. datiert. Sie umfasste fast 23 Hektar. Die Wallanlage von Stillfried zählt zu den bedeutendsten archäologischen Fundplätzen Ostösterreichs. Diese archäologischen Bezüge stehen neben Stillfrieds früherer Rolle als wirtschaftliches, politisches und religiöses Zentrum am Kreuzungspunkt zweier Handelswege.

Die Fundstücke im Museum decken einen langen Zeitraum ab; die Siedlung auf dem Hügel ist dagegen ein klar datiertes Beispiel aus der späten Bronzezeit. Auch der Umfang von fast 23 Hektar macht die Dimension dieses Siedlungsareals konkret. Zusammen zeigen diese Themen unterschiedliche Seiten der Ortsgeschichte, ohne dass sie auf dieselbe Epoche beschränkt ist.

Museum und Orientierung vor Ort

Das Museum liegt 300 m vom Bahnhof Stillfried entfernt. Es bietet ein Themenführungsformat zur bronzezeitlichen Burg an der Bernsteinstraße an, das indoor und outdoor stattfindet. Wenn Sie eine solche Führung einplanen, prüfen Sie vorab die Buchungsbedingungen, denn diese können sich ändern. Für Kinder gibt es im Stillfried-Zentrum der Urzeit eine Betty-Bernstein-Rätselrallye.

Wanderwege mit unterschiedlichen Orientierungspunkten

Der Marchwanderweg beginnt am Bahnhof in Stillfried. Nach etwa 400 m erreicht er einen Altarm der March in einem Naturschutzgebiet mit zahlreichen Wasservögeln. Entlang des Weges lassen sich zahlreiche Störche und Reiher beobachten; auch Biber kommen dort vor. Der Weg verbindet damit einen konkreten Startpunkt mit den in seiner Beschreibung genannten Natur- und Tierbezügen.

Auch der Auwanderweg beginnt am Bahnhof Stillfried und ist durchgehend beschildert. Er verläuft etwa 300 m an einem Altarm der March entlang und erreicht anschließend den Hochwasserschutzdamm. Beide Wege starten am Bahnhof, setzen aber unterschiedliche Orientierungspunkte: Beim Marchwanderweg werden Naturschutzgebiet und Wasservögel genannt, beim Auwanderweg der Abschnitt am Altarm, der Damm und die Beschilderung.

Der Panoramawanderweg bietet einen weiteren Akzent: Er führt am historischen Pfarrhof vorbei und erreicht eine weithin sichtbare Wehrkirche. So nennen die Wegbeschreibungen neben Naturmerkmalen auch konkrete historische Bezugspunkte.

Waldgebiete und Fernsicht

Stillfried ist von ausgedehnten Waldgebieten und einer Fernsicht bis zu den Kleinen Karpaten geprägt. Diese Landschaftsmerkmale ergänzen die archäologischen Themen um einen Blick auf die Umgebung des Ortes. Bei der Reiseplanung können Sie deshalb zwischen einem Schwerpunkt auf Museum und Ortsgeschichte und einem Interesse an Landschaft und den beschriebenen Wegen unterscheiden.

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