Mühldorf verbindet die Weinlandschaft der Wachau mit den bewaldeten Ausläufern des Waldviertels. Der Ort liegt im klimatisch begünstigten Talkessel des Spitzbachtales, wo sich beide Landschaftsbilder begegnen. Für die Wahl des Reiseziels ergeben sich damit verschiedene Schwerpunkte: Wandern, Bau- und Ortsgeschichte sowie lokale Traditionen. Am Südhang des Berges Trenning befindet sich der höchstgelegene Weingarten des Weinbaugebietes Wachau. Mühldorf liegt außerdem sechs Kilometer abseits der Donau an der Weinstraße Wachau.
Wandern zwischen Tal und Welterbesteig
Wenn Sie Mühldorf zu Fuß erkunden möchten, führt Route 05 des Welterbesteigs Wachau von Mühldorf nach Maria Laach. Eine andere Wegform bietet der Kreuzweg in Unterranna: Er beginnt neben dem Bildstock des heiligen Johannes Nepomuk und führt über einen steilen Bergpfad mit neun offenen, gemauerten, halbrunden Stationsbildstöcken zur barocken Kreuzigungskapelle. Die Wege unterscheiden sich deutlich: Route 05 verbindet zwei benannte Orte, beim Kreuzweg prägen die Stationen und das steile Wegprofil den Verlauf. So können Sie zwischen einer Ortsverbindung und einem religiösen Stationsweg wählen.
Architektur und Geschichte
Der Trenninghof ist ein Ansitz im UNESCO-Weltkulturerbe Wachau. Er liegt am nördlichen Fuß des Trennings im Spitzer Graben in der Marktgemeinde Mühldorf und befindet sich in Privatbesitz. Seine heutige Gestalt geht auf Umbauten der Renaissance in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts zurück. Dabei wurde der mittelalterliche Hof mit gotischen Gewölben um zwei weitere Trakte erweitert. Die Baugeschichte verbindet so einen mittelalterlichen Bestand mit einer späteren Erweiterung.
Auch die Sakralbauten setzen unterschiedliche historische Zeitmarken. Burg Oberranna verfügt über ein Burgkirchlein aus dem 12. Jahrhundert. Die Filialkirche Trandorf ist dem heiligen Ulrich geweiht und war eine ehemalige Wehrkirche. Ihre heutige spätgotische Grundform entstand wahrscheinlich Anfang des 16. Jahrhunderts, nachdem sie 1529 durch die Türken zumindest teilweise zerstört worden war. Der Grafitbergbau erzählt von einer anderen Art lokaler Geschichte: Er wurde in Mühldorf von 1832 bis 1968 betrieben und war einer der ältesten Bergbaubetriebe dieser Art in Österreich.
Handwerk, Wein und örtliche Traditionen
Das Bäckereimuseum in Mühldorf zeigt das Handwerksleben des Bäckerhandwerks über mehrere Jahrhunderte. Im Lehmbackofen von 1625 wird noch einmal im Monat Brot gebacken. Wenn Sie das Backen erleben möchten, prüfen Sie vorab, ob der Termin an Ihrem Besuchstag stattfindet. Heimische Betriebe verkaufen ganzjährig aus Früchten verarbeitete Produkte wie Wein, Schnaps und Marmelade. Dazu kommt altes bäuerliches Brauchtum, das in Mühldorf bei Sonnwendfeiern und Erntedank gepflegt wird.
Die örtlichen Themen reichen damit von Wegen durch die Landschaft über Bau- und Industriegeschichte bis zu Handwerk und Weinbau. Für Ihre Reiseentscheidung können Sie sich an dem Schwerpunkt orientieren, der Sie am meisten interessiert: einer benannten Wanderroute, einem historischen Bauwerk oder den lokalen Produkten und Traditionen.
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