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Loosdorf zeigt seine Geschichte an konkreten Bauwerken und Sammlungen. Die Pfarrkirche zählt zu den seltenen Renaissancekirchen des Landes; direkt neben ihr steht ein gut erhaltener gotischer Karner. Ihre unmittelbare Nachbarschaft rückt Renaissance und Gotik eng zusammen und gibt der Ortsgeschichte einen anschaulichen Einstieg.

Kirche und Bildungsort

Nach ihrer Zerstörung durch die Türken ließ Hans Wilhelm von Losenstein die Pfarrkirche in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts wiederaufbauen. Eine weitere historische Spur führt zur Hohen Schule: 1574 errichtete von Losenstein in Loosdorf ein Gymnasium. Diese Hohe Schule machte den Ort zu einem kulturellen Zentrum des Landes. Kirche und Bildungsstätte setzen unterschiedliche Akzente: Hier steht der Wiederaufbau eines Sakralbaus im Mittelpunkt, dort die Geschichte einer Schule. So lässt sich Loosdorfs Vergangenheit sowohl über Architektur als auch über Bildung betrachten.

Eiskeller und Schlossmuseum

Ein anderer Blick auf die Baugeschichte gilt dem Alten Eiskeller. Er gehört zu den wenigen erhaltenen barocken Profanbauten Loosdorfs und wurde etwa um 1700 errichtet. Sein Keller hat die geometrische Form eines Zylinders und ein Kuppelgewölbe in Form einer Halbkugel. Die Bauform unterscheidet ihn von der Pfarrkirche und dem Karner: Der Eiskeller ist ein barocker Profanbau, während die anderen beiden Bauwerke kirchlichen Zwecken zugeordnet sind. Zugleich ist er Heimstätte und Veranstaltungsort des Kulturvereins Loosdorf.

Das Schlossmuseum Loosdorf eröffnet einen anderen Zugang zu den historischen Räumen. Es ist als Abfolge einzeln inszenierter Rauminstallationen gegliedert. Besucherinnen und Besucher können dort klassizistische Prunkräume mit Mobiliar und seltener Wandmalerei besichtigen. Die Abfolge lenkt den Blick nicht nur auf einzelne Möbel, sondern auch auf die Inszenierung der Räume. Wenn Sie sich für Innenräume, Ausstattung oder Wandmalerei interessieren, setzt das Museum einen anderen Schwerpunkt als die Betrachtung der Kirchen- und Profanbauten.

Rundwege und Naturlandschaft

Das Projekt Loosdorfer Tut-gut-Wanderweg verbindet Loosdorf und Schollach durch ein Netz beschilderter Rundwanderwege. Damit steht neben den kulturhistorischen Themen auch eine aktive Möglichkeit im Mittelpunkt. Sie können Ihre Reiseplanung stärker auf Baugeschichte oder auf Bewegung im Freien ausrichten, ohne daraus einen festen Ablauf machen zu müssen.

Ein eigenes Landschaftsthema ist das Naturschutzgebiet Pielach - Ofenloch - Neubacher Au. Es schützt mehr als 70 Hektar Flusswildnis zwischen Spielberg und der Lochau bei Sitzenthal. Zu seinen Merkmalen gehören die üppige Aulandschaft, eine besonders artenreiche Tier- und Pflanzenwelt und der hohe Erholungswert. Vorhandene Wege dürfen für schonende Erholungszwecke wie Wandern und Wildbaden genutzt werden. Für diese Nutzung gelten örtliche Regeln, die sich ändern können; prüfen Sie die Hinweise vor Ihrem Besuch.

Weitere Themen und Anreise

Auch der Pannonische Safran gehört zu Loosdorfs kulinarischer Geschichte: Die Gemeinde im Bezirk Melk zählte in Niederösterreich zu den Hauptanbaugebieten des Safrans. Der Bezug ergänzt die Bau- und Bildungsgeschichte um eine landwirtschaftliche Tradition, ohne eine heutige Safran-Erfahrung vor Ort vorauszusetzen.

Loosdorf ist mit der Bahn erreichbar. Prüfen Sie für Ihre Anreise die aktuellen Zugverbindungen und Fahrzeiten, da sich Fahrpläne ändern können. So können Sie Ihren Besuch auf die Themen ausrichten, die Sie besonders interessieren: Renaissance und Gotik, die Bauformen des Eiskellers, die Rauminstallationen des Schlossmuseums oder Wander- und Landschaftsthemen.

Weitere Reiseziele entdecken: Dorfstetten, Maria Taferl, Emmersdorf An Der Donau, Ruprechtshofen, Artstetten, Melk, Mank, Texing.

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