Der Stiftspark Melk verbindet barocke Einflüsse mit denen des englischen Landschaftsgartens. Dieser Kontrast eröffnet einen besonderen Zugang zu Melk: Neben der großen barocken Anlage prägen auch historische Spuren in der Stadt und die Donaulandschaft das Bild des Ortes. Wer Melk erkundet, begegnet so unterschiedlichen Kapiteln seiner Geschichte und Gestaltung.
Garten und barocke Baukunst
Ein Rundgang durch den Stiftspark führt unter anderem zum barocken Pavillon, in den Jardin oriental, auf den Benediktusweg und in den Walahfrid-Strabo-Garten. Die verschiedenen Stationen gehören zu einer Parkrunde, die mehr zeigt als eine einzelne Gartenansicht.
Auch das Stift selbst verbindet bedeutende Räume und Ausblicke. Die Kaiserzimmer beherbergen heute das Museum. Die Stiftsbibliothek ist ein Höhepunkt des Rundgangs, der in die beiden Prunkräume führt. Auf der Aussichtsterrasse im zweiten Stock reicht der Blick vom Alpenvorland bis ins Waldviertel und über das Stiftsgelände. Das Stift Melk zählt zu den eindrucksvollsten einheitlichen Barockbauten nördlich der Alpen; die Stiftskirche gilt als Höhepunkt der barocken Klosteranlage.
Stadtgeschichte und Erinnerung
Melks historische Altstadt ist Teil des UNESCO-Welterbes. Das Haus am Stein ist das älteste noch im ursprünglichen Bestand erhaltene Haus in Melk. Auch die Geschichte der Pfarrkirche reicht weit zurück: Sie geht auf eine um 1400 errichtete Kapelle zurück, die im 15. Jahrhundert zu einer Kirche ausgebaut wurde.
Einen anderen zeitgeschichtlichen Schwerpunkt bildet die KZ-Gedenkstätte Melk. Das ehemalige Krematoriumsgebäude wurde 1962 zum öffentlichen Denkmal erklärt und beherbergt seither die Gedenkstätte. Dort gibt eine zeithistorische Überblicksausstellung Einblicke in die Zeitgeschichte.
Rundwege, Kunst und Grün
Der 1,5 Kilometer lange Rundweg „Der Rote Faden“ führt durch Melk zu historischen Sehenswürdigkeiten. An Stelen und Hinweistafeln können Sie per Smartphone Hörspuren über QR-Codes abrufen. Die Route verbindet damit einen Spaziergang durch die Stadt mit historischen Stationen und Audioinhalten. Wanderwege rund um Melk führen dagegen durch flaches Gelände, Hügelland und Wälder sowie entlang der Donau. So stehen ein Rundweg mit ausgewiesener Länge und historischem Schwerpunkt und Wege durch unterschiedliche Landschaftsformen nebeneinander.
Auch die Grüne Kunstmeile verändert sich: Die bestehende Kunst entlang der Meile wird nach und nach durch Werke lebender Künstler ergänzt. Der Melker Stadtpark bietet einen weiteren grünen Bezugspunkt. Er ist gut einen Hektar groß und wurde im Mai 1886 eröffnet.
Kaffee, Wachau und Veranstaltungen
Im Café zum Fürsten wird täglich frischer Kaffee geröstet. Interessierte erhalten Einblick in die Rösttechnik und können den frisch gerösteten Kaffee verkosten. Das ist eine konkrete Gelegenheit, Melk auch über seine Bau- und Stadtgeschichte hinaus kennenzulernen.
Für den größeren landschaftlichen Rahmen steht die UNESCO-Welterbe-Kulturlandschaft Wachau, die sich entlang des Donautals zwischen Melk und Krems erstreckt. Zu ihrem Landschaftsbild gehören die frei fließende Donau, Weinterrassen, Wälder und historische Siedlungen. Kulturelle Termine setzen weitere Akzente im Jahreslauf: Die Internationalen Barocktage im Stift Melk finden jährlich zu Pfingsten statt, die Sommerspiele Melk jährlich im Sommer in der Wachauarena. Wenn Sie Ihre Reise an eine Veranstaltung knüpfen möchten, prüfen Sie die konkreten Termine vorab.
Anreise und Orientierung
Melk liegt direkt an der Weststrecke und ist mit dem Zug erreichbar. Vom Bahnhof Melk erreichen Sie das Stift zu Fuß in etwa 10 bis 15 Minuten durch das Stadtzentrum. Vom Donauradweg aus ist das Stift innerhalb weniger Minuten erreichbar. Auf der Donau verkehren regelmäßige Schiffsverbindungen; die meisten führen in der Wachau zwischen Krems und Melk. Wenn Sie eine Schiffsverbindung einplanen, lohnt sich ein Blick auf den Fahrplan.
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