Die drei Kellergassen, die Pfarrkirche St. Martin mit ihrem Turmmuseum und der Tumulus Kalvarienberg geben Pillichsdorf mehrere unterschiedliche historische Blickpunkte. Hinzu kommen die sanft hügeligen Weingärten im Norden. So können Sie bei der Planung Ihres Aufenthalts zwischen Kulturgeschichte, archäologischen Themen und Landschaft wählen.
Drei Kellergassen als großes Ensemble
Die Pillichsdorfer Kellergassen bestehen aus der Oberen, Mittleren und Unteren Kellergasse. Zusammen umfassen sie rund 245 Presshäuser und zählen zu den größten und eindrucksvollsten Kellergassenensembles Mitteleuropas. Die drei benannten Teile und die ungefähre Zahl der Presshäuser vermitteln die Größenordnung dieses Kulturerbes. Wer sich besonders für historische Bauformen und Kellergassen interessiert, kann diesen Schwerpunkt neben der Kirchen- und Ortsgeschichte einordnen.
Kirche und Turmmuseum
Die Pfarrkirche St. Martin ist eine der ältesten und größten Kirchen der Region. An ihr lassen sich unterschiedliche Bauphasen unterscheiden: Teile des Langhauses stammen aus der Romanik, der Chor entstand in der Gotik. Der Kirchturm ist 500 Jahre alt und beherbergt das Turmmuseum Pillichsdorf. Kirche und Museum eröffnen damit zwei zusammenhängende Blickwinkel auf den Ort: die Entwicklung eines bedeutenden Kirchenbaus und die darin gezeigte Sammlung.
Im Turmmuseum sind mehr als 130 Exponate aus Geologie, Ur- und Frühgeschichte, Mittelalter und Neuzeit zu besichtigen. Die Sammlung reicht damit über mehrere Epochen und Themengebiete. Zu den Ausstellungsstücken zählen ein rekonstruiertes Mondidol und ein Feuerbock aus der Frühen Eisenzeit beziehungsweise Hallstattzeit um 650 v. Chr. Daneben zeigt das Museum ein restauriertes barockes Uhrwerk aus dem Jahr 1762. Der Vergleich dieser Stücke macht die zeitliche Spannweite der Sammlung anschaulich: Ein Objekt verweist auf die frühe Geschichte, das andere auf die Uhrmacherkunst des Barock.
Kalvarienberg: Grabhügel und Naturbesonderheit
Der Tumulus Kalvarienberg ist heute noch etwa vier Meter hoch und stammt aus der Hallstattzeit um 650 v. Chr. Im Hügel wurden die Urne eines vermutlich lokalen Fürsten und Grabbeigaben bestattet. Ein weiteres historisches Zeichen kam 1959 hinzu: Damals wurde auf dem Tumulus ein Denkmal zur Erinnerung an die Anwesenheit Kaiser Franz’ I. errichtet. Die beiden Zeitbezüge lassen sich klar unterscheiden – der Grabhügel gehört in die Hallstattzeit, das Denkmal entstand im 20. Jahrhundert.
Am Kalvarienberg kommt Federgras, auch „Frauenhaar“ genannt, als botanische Besonderheit nur hier im Ort vor; es wächst vorwiegend auf Trockenrasen. Damit hat der benannte Platz neben seiner archäologischen Geschichte auch einen naturkundlichen Bezug. Wer sich für Geschichte und Pflanzenwelt interessiert, findet hier zwei unterschiedliche Themen am selben Ort.
Weingärten und Pillichsdorfer Weinbau
Im Norden von Pillichsdorf weisen die Weingärten eine sanft hügelige Landschaft auf, die zum Spazieren einlädt. Für eine andere Perspektive auf den Weinbau geben die Gemeindezahlen den größeren Maßstab an: Insgesamt sind in Pillichsdorf 60 Hektar Weingärten ausgepflanzt. Sie werden von 65 Weinbaubetrieben bewirtschaftet, meist im Nebenerwerb. Die Spaziergangseinladung bezieht sich auf die Weingärten im Norden, die Zahlen dagegen auf das Gemeindegebiet insgesamt.
Ein weiterer historischer Bezugspunkt
Auch die Hager-Mühle gehört zu den historischen Bauwerken Pillichsdorfs; sie stammt aus dem 14. Jahrhundert. Im Vergleich zu den hallstattzeitlichen Themen am Kalvarienberg setzt sie einen anderen zeitlichen Bezugspunkt. Zusammen mit den verschiedenen Bauphasen der Pfarrkirche ergibt sich so eine breite historische Spannweite, ohne dass die einzelnen Orte auf dieselbe Epoche reduziert werden.
Führungen im Turmmuseum planen
Führungen im Turmmuseum sind grundsätzlich nach telefonischer Voranmeldung möglich. Da sich die organisatorischen Möglichkeiten ändern können, klären Sie einen Termin vor Ihrem Besuch telefonisch.
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