Der Kulturwanderweg 3 verläuft zwischen Maiß und Linden und führt unter anderem zur Burgruine Altlengbach. Im Umfeld von Linden kommen damit Wanderweg und historische Anlage zusammen. Kirchen, Kapellen, Schloss Tannenmühle und der aufgelassene Steinbruch Steineckl erweitern den thematischen Blick. Für die Auswahl eines kulturellen Schwerpunkts ist der Unterschied wichtig: Der Weg führt zur Ruine, während bei den anderen Orten Widmung, Bildmotiv, Bauform oder Steinbruchgeschichte im Vordergrund stehen.
Kulturweg und Burgruine
Die Burgruine Altlengbach besteht aus einer nahezu quadratischen Hauptburg und einer tiefer gelegenen Vorburg. Die Gliederung beschreibt zwei Bereiche, die sich sowohl in ihrer Form als auch in ihrer Höhenlage unterscheiden. Die Burg soll um 1400 von der Familie Fallbach aus Loosdorf errichtet worden sein. Die Burgruine Altlengbach wurde von den Türken zerstört und nie wieder aufgebaut. So stehen der Wegbezug, die besondere Anlageform und die Geschichte der Burg nebeneinander: Der Kulturwanderweg führt zur Ruine, während Hauptburg und Vorburg ihre bauliche Gliederung zeigen. Bau und Zerstörung bilden zwei Stationen in der Geschichte der Burgruine Altlengbach.
Kirchen und Kapellen im Umfeld von Linden
Die Pfarrkirche Altlengbach ist den heiligen Simon und Judas Thaddäus geweiht. Nach neueren Erkenntnissen lässt sich das Bestehen einer Kirche in Altlengbach bereits ins 11. Jahrhundert datieren. Die Widmung benennt die Patrone der Pfarrkirche; die frühe Datierung ordnet die Kirchengeschichte zeitlich ein. So ergänzen eine konkrete religiöse Zuordnung und ein langer historischer Rahmen das Thema des Kulturwegs.
Die Floriani-Kapelle Maiß steht auf einer Böschung unter Linden oberhalb des Habichthofes. Sie ist aus Rohsteinen gemauert und mit Kalkputz versehen. Bei Untersuchungen im Inneren wurde ein Wandgemälde freigelegt, das den heiligen Florian mit einer Kirche in barocker Bauform zeigt. Bauweise und Bildmotiv bieten zwei unterschiedliche Blickwinkel: Rohstein und Kalkputz beschreiben die Kapelle selbst, während die barocke Bauform zur im Gemälde dargestellten Kirche gehört.
Schloss Tannenmühle und Steineckl
Schloss Tannenmühle ist ein zweigeschossiger Bau, dessen Trakte ein Hufeisen mit unterschiedlich langen Schenkeln bilden. Die ungleichen Schenkel geben der Hufeisenform eine asymmetrische Ausprägung. 1909 wurde das Schloss um eine große neugotische Kapelle mit Glockenturm erweitert. Grundriss und Kapellenerweiterung bieten damit unterschiedliche Anknüpfungspunkte für den Blick auf die Architektur. Die Tannenmühle wurde vermutlich von Philipp Tanner gegründet.
Steineckl in Maiß bei Altlengbach ist ein aufgelassener Steinbruch. Als Steinbruch unterscheidet sich der Ort von den Kirchen, Kapellen und dem Schloss: Hier steht kein Sakralbau oder Schlossgebäude im Mittelpunkt, sondern ein aufgegebener Abbauort.
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