Unterwölbling vereint eine spätgotische Wehrkirche, ein Marterl mit Bezug zum einstigen Bergbau und archäologische Spuren aus weit zurückliegenden Zeiten. Auch für Wandernde gibt es zwei klar unterscheidbare Profile: eine lange Rundvariante mit mehreren Marterln und die etwa einstündige Tour auf den Kleinen Anzingerberg. So lässt sich der Aufenthalt nach dem Schwerpunkt planen – mit Bau- und Ortsgeschichte oder mit einer Wanderung, bei der Orientierung und Sichtbedingungen eine Rolle spielen.
Kirche und Barbaramarterl
Die Filialkirche Unterwölbling ist spätgotisch, dreischiffig und dem heiligen Veit geweiht. Als Wehranlage umfasst sie Wehrkirchturm, Wehrkirche und Wehrkirchenhof. Die spätgotische Einordnung beschreibt den Stil, die drei Bestandteile dagegen die Gliederung des Wehrkomplexes. Am linken Seitenaltar befindet sich ein Altarblatt von Martin Johann Schmidt, das vermutlich um 1750 entstanden ist. So stehen die Architektur und ein einzelnes, zeitlich ungefähr eingeordnetes Kunstwerk als unterschiedliche Aspekte der Kirche nebeneinander.
Eine weitere lokale Spur führt zum Barbaramarterl. Es steht am Ortsende von Unterwölbling direkt am Feldweg zur Ried Leithen. In seiner vergitterten Nische befindet sich eine Statue der heiligen Barbara mit Spitzharke. Das Marterl steht im Zusammenhang mit dem einstigen Braunkohlebergwerk im benachbarten Anzenhof. Spitzharke und Bergwerksbezug verbinden die Darstellung mit einer konkreten lokalen Bergbaugeschichte.
Archäologische Spuren
Die archäologischen Zeitspuren reichen weiter zurück als die Kirche. Jungsteinzeitliche Funde in Unterwölbling weisen auf eine frühe menschliche Besiedlung hin. Nordöstlich von Unterwölbling fand sich auf einem Ausläufer des Sichelhengstes eine Hügelgräbergruppe. Frühbronzezeitliche Höckergräber werden der Aunjetitzer Kultur zugeordnet und tragen die Sonderbezeichnung „Unterwölbling“. In der Zusammenschau reichen die Zeitbezüge von der Jungsteinzeit bis in die Frühbronzezeit. Die zeitliche Einordnung und die kulturelle Zuordnung zeigen dabei unterschiedliche Aspekte der archäologischen Spuren.
Zwei Wanderprofile
Eine Routenbeschreibung vom 17. Mai 2021 führt die lange Variante des 2. Rund-Marterlwanderwegs Wölbling von Oberwölbling über drei Marterl am Flötzersteig nach Unterwölbling und wieder zurück. Am Ortseingang von Unterwölbling passiert die Route auf dem Feldweg zur Ried Leithen das Barbaramarterl. Prüfen Sie vor dem Gehen die örtlichen Wegbedingungen.
Eine Wegbeschreibung vom 6. September 2021 nennt für die Wanderung auf den Kleinen Anzingerberg die Filialkirche als Startpunkt und eine Dauer von etwa einer Stunde. Der Weg ist weder beschildert noch markiert; planen Sie deshalb Orientierungshilfe ein und prüfen Sie auch hier die örtlichen Wegbedingungen vor dem Gehen. Die Wanderung bietet Ausblicke ins Fladnitztal und bei guter Sicht darüber hinaus bis ins Alpenvorland.
Für Ihre Planung unterscheiden sich die Wege vor allem nach Verlauf und Orientierung: Die lange Variante führt über mehrere Marterl und wieder zurück, während beim Kleinen Anzingerberg eine ungefähre Gehzeit, fehlende Markierungen und sichtabhängige Ausblicke wichtig sind.
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