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Eine spätbarocke Rundkapelle, ein durch einen Erdrutsch entstandener See und ein Freilichtmuseum mit Spuren der Flachsverarbeitung zeigen unterschiedliche Seiten von Sankt Anton an der Jessnitz. Hinzu kommen der Naturpark Ötscher-Tormäuer, markierte Wanderwege und eine Sternwarte nahe dem Almhaus Hochbärneck. Für die Reiseplanung bietet sich damit eine Wahl zwischen Ortsgeschichte, Landschaft und konkreten Wanderrouten.

Kirchen und Ortsgeschichte

Die Pfarrkirche St. Anton wurde 1691 dem heiligen Antonius von Padua geweiht. Von der Kirche führt der Kreuzweg zum Antoniusbründl und weiter auf den Kalvarienberg. Dessen zwölfte Station ist eine große spätbarocke Rundkapelle, die 1737 erbaut wurde. Die Jahreszahlen stehen für unterschiedliche Ereignisse: 1691 für die Weihe der Kirche, 1737 für den Bau der Kapelle.

Im Freilichtmuseum im Reifgraben gehören ein historischer Getreidespeicher, eine Mühle und ein Dörrhaus mit Haarstube, dem Brechhäusl, zusammen. Im Dörrhaus wurde früher Flachs getrocknet und anschließend in der Haarstube weiterverarbeitet. Die Ausstellung in der Bruderlade widmet sich derzeit der Arbeitswelt und dem Alltag an der Schwelle zum Industriezeitalter. Zu ihren Themen zählen das Leben von Bauern und Handwerkern ebenso wie Feste und Bräuche, Essen und Trinken, Mode und Religion. So stehen neben früheren Arbeitsabläufen auch verschiedene Seiten des Alltags im Mittelpunkt.

Landschaft und Himmelsbeobachtung

Der Antonisee entstand 1910 durch einen Erdrutsch. Der Naturpark Ötscher-Tormäuer erstreckt sich auch auf das Gemeindegebiet von Sankt Anton an der Jessnitz. Damit gibt es in der Gemeinde sowohl einen durch seine Entstehungsgeschichte bemerkenswerten See als auch einen Anteil an diesem Naturpark.

Die Astrostation Hochbärneck ist eine Sternwarte nahe dem Almhaus Hochbärneck, mitten im Naturpark Ötscher-Tormäuer. Von dort schweift der Blick über weitläufige Almböden bis zum 1.893 Meter hohen Ötscher. Die geringe Lichtverschmutzung macht die Umgebung für astronomische Beobachtungen geeignet. Für Reisepläne mit Interesse an Astronomie sind hier Aussicht und Sternwarte miteinander verbunden, ohne dass dafür ein bestimmter Beobachtungstermin vorausgesetzt ist.

Wandern und unterwegs sein

In Sankt Anton an der Jessnitz gibt es 100 Kilometer markierte Wanderwege. Prüfen Sie vor einer konkreten Wanderung, welche Wege aktuell markiert sind. Ein familienfreundlicher Rundweg ist 7 Kilometer lang; bei gutem Schuhwerk beträgt die Gehzeit etwa drei Stunden. Distanz und ungefähre Gehzeit bieten damit einen konkreten Rahmen für die Planung einer einzelnen Runde.

Die Via Aqua setzt einen anderen Maßstab: Die 75 Kilometer lange Wanderrunde führt durch Purgstall, Scheibbs, Gaming und Sankt Anton an der Jessnitz. In vier oder fünf Etappen geht es zu Plätzen an der Erlauf, an der Eisenstraße und im Naturpark Ötscher-Tormäuer. So lässt sich die einzelne, zeitlich bezifferte Rundwanderung von einer längeren Etappenrunde durch vier Gemeinden unterscheiden.

Auch der Erlebnisweg „Auf den Spuren von Adreas Töpper“ verbindet Bewegung mit Ortsgeschichte. An drei Präsentationspunkten und auf weiteren Informationstafeln geht es um die Entstehung historischer Bauten sowie um Wissenswertes über den Ort und seine Besonderheiten. Für die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln gehört die Buslinie MO22 zu den in Sankt Anton aufgeführten Angeboten. Prüfen Sie den aktuellen Fahrplan vor der Reise.

Weitere Reiseziele entdecken: Gaming, Lassing, Oberamt, Göstling An Der Ybbs, Lunz Am See, Hochreit, Schliefau, Puchenstuben.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Scheibbs.

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