Bad Erlach verbindet religiöse Kunst, Erinnerungsorte und Zeugnisse früherer Arbeit. Die Themen reichen von der mittelalterlichen Erlacher Madonna und dem Gläsernen Kreuzweg bis zum Hacker Haus, das an die jüdische Vergangenheit des Ortes erinnert. Auch ein ehemaliger Adelssitz, archäologische Funde und ein erhaltenes Zeugnis der Ziegelindustrie geben unterschiedliche Zugänge zur Ortsgeschichte. Für die Reiseplanung ergänzen eine Bahnverbindung und der EuroVelo 9 die kulturellen Anknüpfungspunkte.
Kunst, Kreuzweg und Erinnerung
Der Gläserne Kreuzweg in Linsberg/Bad Erlach lädt dazu ein, den letzten Lebens- und Leidensweg Jesu mitzugehen. Er setzt einen religiösen Akzent neben den musealen und baulichen Themen des Ortes und spricht Reisende an, die sich für christliche Wegtraditionen interessieren.
Die heutige Ulrichskirche stammt aus dem 13. Jahrhundert. Bei Ausgrabungen an der Kirche wurden 1994 zahlreiche Skelette und römische Mauerreste freigelegt. Damit stehen die Datierung des Kirchengebäudes und die bei der Grabung entdeckten Spuren für unterschiedliche historische Bezugspunkte. Einen kunstgeschichtlichen Akzent setzt die Erlacher Madonna: Die 166 cm hohe Holzskulptur entstand um 1320 bis 1330 und zeigt das Kind am rechten Arm Mariens. Eine Kopie der Madonna wurde 1991 in einer Nische der Antoniuskirche aufgestellt.
Das Kulturzentrum Hacker Haus ist ein Museum für Zeitgeschichte und erinnert an die jüdische Vergangenheit Bad Erlachs. Es ergänzt die Kirchen- und Kunstgeschichte um einen eigenen Zugang zur Geschichte des Ortes.
Ortsgeschichte zwischen Adelssitz und Industrie
Der Harrathof ist ein ehemaliger Adelssitz, der erstmals 1406 urkundlich erwähnt wurde. Mit diesem Ort ist auch Graf Luis de Rosiers verbunden: Er starb am 14. Oktober 1813 am Harrathof. Das Grafengrab erinnert an ihn und liegt am Wegesrand am Waldrand. So lässt sich die Ortsgeschichte sowohl über den früh belegten Adelssitz als auch über eine konkrete historische Person erschließen.
An der Bromberger Straße steht der Ziegelofen, das letzte erhaltene Zeugnis eines einst blühenden Industriezweigs mit elf Ziegeleien. Die Exzentriques-Höhle befindet sich im Kalksteinbruch an derselben Straße und ist nicht allgemein zugänglich. Wer die Ortsgeschichte erkundet, kann so zwischen einem erhaltenen Industriebau und einer Höhle mit eingeschränkter allgemeiner Zugänglichkeit unterscheiden.
Anreise und Radplanung
Der Bahnhof Bad Erlach ist vom Wiener Neustädter Hauptbahnhof mit dem Regionalzug in Richtung Aspang erreichbar. Prüfen Sie für den Reisetag den Fahrplan. Für Radreisende führt der EuroVelo 9 über Katzelsdorf und Lanzenkirchen nach Bad Erlach und weiter zur Therme Linsberg Asia. Der Radstartplatz Bad Erlach liegt am Kreisverkehr vor der Therme; eine Parkmöglichkeit besteht auf dem Parkplatz der Therme. Bahnhof und Radstartplatz bieten damit unterschiedliche Orientierungspunkte für die Anreise mit Zug oder Rad.
Mühle, Störche und Thermalquelle
Auch weitere Ortsgeschichten sind zeitlich verankert: Die Erlacher Mühle wurde bereits um 1463 erwähnt. Eine historische Beschreibung hält fest, dass am Storchenrauchfang in Bad Erlach seit 1972 alljährlich ein Storchenpaar nistete. Eine erfolgreiche Tiefbrunnenbohrung erschloss 2004 in Bad Erlach eine Thermalquelle mit 29 °C warmem Heilwasser. Zusammen zeigen diese Hinweise unterschiedliche Seiten der Ortsgeschichte – von einer frühen Erwähnung über die überlieferte Storchengeschichte bis zur Erschließung der Quelle.
Weitere Reiseziele entdecken: Winzendorf, Lanzenkirchen, Bad Schönau, Gutenstein, Miesenbach, Hochneukirchen, Krumbach, Rohr Im Gebirge.
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