1760 wurden im Gemeindegebiet von Wolfsegg am Hausruck die ersten Kohlefunde nachgewiesen. Daraus entwickelte sich eine über 200-jährige Bergbautradition, die den Ort bis heute in seinen Denkmälern, kulturellen Bezügen und Wegen prägt. Für Ihre Reise können Sie zwischen Bergbaugeschichte, Literatur, Waldwegen und weiten Ausblicken unterschiedliche Schwerpunkte setzen.
Bergbaugeschichte und Erinnerungsorte
Das Bergmannskreuz erinnert an Bergleute, die während der zwei Jahrhunderte des Kohlebergbaus in Wolfsegg innerhalb oder außerhalb der Grube ums Leben kamen. Das Bauernkriegsdenkmal gedenkt der letzten Schlacht des Zweiten Bauernkriegs, die am 20. November 1626 stattfand. Vom Denkmal reicht an klaren Tagen der Blick ins Alpenvorland: Das Panorama erstreckt sich über etwa 300 Kilometer vom Großen Ötscher in den steirisch-niederösterreichischen Kalkalpen bis zum Untersberg in den Salzburger Kalkalpen.
Auch das Schloss Wolfsegg ist mit der Geschichte des Ortes verbunden: Es wurde von Bauern besetzt und von General von Pappenheim erstürmt. Das Schloss liegt auf einem Hügel über Wolfsegg und ist vom Ortszentrum aus über einen steilen Anstieg erreichbar. Zugleich hat es einen Bezug zur Literatur: Thomas Bernhard verbrachte viele Stunden im Schloss, das in seinem letzten Roman „Auslöschung“ zu einem zentralen Schauplatz wird. Die LiteraTour Thomas Bernhard führt zum Schloss und zur „Kindervilla“, die im Roman erwähnt wird.
Kirche und Bergbaukultur
Die heutige Pfarrkirche Wolfsegg am Hausruck entstand aus der vermutlich im 11. Jahrhundert erbauten St.-Georgen-Kapelle. Sie ist dem heiligen Georg geweiht, der als Ritter dargestellt wird. Wegen der Bergbautradition wird außerdem die heilige Barbara verehrt. So spiegeln sich die religiöse Prägung und die Geschichte des Kohlebergbaus auch in der Widmung und den Darstellungen der Kirche.
Der Schauraum der Bergknappenkapelle Kohlgrube in Wolfsegg zeigt Originalexponate, Dokumente und Bilder zur Bergbaugeschichte der Hausruckregion. In Kohlgrube befindet sich auch der Barbarabrunnen, der Barbaraquelle genannt wird. Sein Wasser ist stark schwefelhaltig; es stammt vermutlich aus ehemaligen Grubenstollen. Diese Orte ergänzen Denkmäler und Literaturbezüge um konkrete Zeugnisse der Bergbaugeschichte.
Wege durch Wald und Literatur
Der Rundweg Panoramaweg beginnt beim Schloss Wolfsegg und führt durch den Wald zum „Jagabild“ und anschließend zum Marienbild. Die LiteraTour Thomas Bernhard setzt einen anderen Schwerpunkt: Sie verbindet das Schloss mit der „Kindervilla“ und greift damit den literarischen Bezug des Ortes auf. Wenn Sie Ihre Routenwahl an einem Thema ausrichten möchten, bieten die beiden Wege unterschiedliche Anknüpfungspunkte – Waldziele beim Panoramaweg und Schauplätze aus „Auslöschung“ bei der LiteraTour.
Zum Naturdenkmal Ottnangium wurde 2016 von Wolfsegg aus ein Weg errichtet. Ein Teilbereich dieses Weges trägt den Namen Braunkohle-Themenweg. Das Ottnangium liegt unterhalb der sogenannten Wolfsegger Schanze in einem geschützten Waldbereich. Für Interessierte werden Führungen angeboten; stimmen Sie einen Besuch beziehungsweise die Führung vorab ab und prüfen Sie vor dem Gehen die örtlichen Bedingungen.
Eine weitere Möglichkeit ist der 8,5 Kilometer lange Wolfsegger Friedensweg. Er führt von Wolfshütte – einer Bahnstation an der Strecke Attnang-Puchheim–Ried im Innkreis – nach Wolfsegg am Hausruck. Unterwegs verläuft die Route durch Fluren, dunkle Wälder und kleine Ortschaften; schöne Ausblicke und zahlreiche Ruhebänke gehören ebenfalls zur Wegbeschreibung. Die Streckenlänge und der Verlauf geben Ihnen konkrete Anhaltspunkte, wenn Sie diese Route in Ihre Tagesplanung aufnehmen.
Anreise und Reiseplanung
Wenn Sie mit der Bahn anreisen möchten, prüfen Sie vorab die Verbindung von Attnang-Puchheim zum Bahnhof Ottnang-Wolfsegg. So können Sie die Anreise mit der Planung Ihrer Wege vor Ort abstimmen. Für das Panorama am Bauernkriegsdenkmal gilt: Der weite Blick ist an klare Tage gebunden. Auch bei einer Führung im Ottnangium empfiehlt es sich, den Besuch vor Reiseantritt abzustimmen.
Beim Krapfenkirtag & Handwerksmarkt gehören bodenständiges Kunsthandwerk, frische Bauernkrapfen und Livemusik zum Angebot. Wenn Sie die Veranstaltung in Ihre Reise einplanen möchten, klären Sie den Termin vorab. Damit lässt sich der Markt als eigener Anlass berücksichtigen, ohne ihn mit einem festen Reisezeitraum zu verbinden.
Weitere Reiseziele entdecken: Ziegelhaid, Seewalchen Am Attersee, Sankt Georgen Im Attergau, Schmitzberg, Abtsdorf, Attnang, Zell am Pettenfirst, Vöcklabruck.
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