Die Via Claudia Augusta führte als römische Heer- und Handelsstraße durch Pfunds; zugleich gibt es im Ort viel alte, typisch rätoromanische Bausubstanz. Historische Bauwerke und unterschiedliche Wege durch die Landschaft eröffnen weitere Themen für einen Aufenthalt: von der bäuerlichen Geschichte bis zu Brücken, Bergbächen und alten Heustadeln.
Baukultur und Ortsgeschichte
Das Heimatmuseum Pfunds ist in einem Bauernhaus aus dem 14. Jahrhundert untergebracht. Zum Museum gehören eine bäuerliche Wohnung und drei Schauräume. Haus und Ausstellung verbinden so das historische Gebäude mit Einblicken in eine bäuerliche Wohnform. Eine andere Baugeschichte erzählt die Peter-und-Paul-Kirche: Sie wurde 1820/21 vollständig umgebaut. Das Museumsgebäude stammt damit aus einer deutlich früheren Zeit als der dokumentierte Umbau der Kirche.
Auch die Greiter Säge reicht weit zurück: Sie stammt aus dem 18. Jahrhundert. Nachdem das Wasserrad kaputtgegangen war, musste ihr Betrieb eingestellt werden. Informieren Sie sich vor einem Besuch über den aktuellen Betriebsstatus. Bei der Kirche und der Säge stehen damit unterschiedliche Aspekte im Vordergrund – hier ein vollständiger Umbau zu Beginn des 19. Jahrhunderts, dort eine historische Anlage mit einer an den Zustand des Wasserrads gebundenen Betriebsgeschichte.
Das Turaloch, der Turm auf der Innbrücke, ist das Wahrzeichen des Ortes. Seine Fundamente sollen im 10. Jahrhundert von Herzog Welf gelegt worden sein. Die überlieferte Zuschreibung bleibt dabei eine Überlieferung: Sie wird nicht als gesicherte Baugeschichte dargestellt. 1977 wurden Fresken freigelegt, die Richterwappen und Sinnsprüche zeigen. Almabtriebsfeste und die Schafschoad in Pfunds gehören zu den lang gelebten Traditionen des Ortes.
Wanderwege und Landschaft
Die Pfundser Tschey bietet eine andere Art des Naturerlebnisses als der Klamm-Trail. Die Wanderung durch die Tschey führt durch eine Ansammlung alter Heustadel und Kochhütten und ist für Familien und Kinderwagen geeignet. Im Frühling säumen zahlreiche Krokusblüten den Weg, im Herbst goldene Lärchen. Die beiden Jahreszeiten bringen somit unterschiedliche Landschaftseindrücke: Blüten im Frühjahr und die Färbung der Lärchen im Herbst.
Der Klamm-Trail beginnt beim Infobüro in Pfunds und führt bergauf an einem Gebirgsbach entlang. Zahlreiche Holzbrücken liegen auf dem Weg bis zur Abzweigung zur St. Ulrichskapelle. Damit ist der Trail durch Bach und Brücken charakterisiert, während die Pfundser Tschey mit Heustadeln und Kochhütten beschrieben ist. Der Ursprung der St. Ulrichskapelle wird im 15. Jahrhundert angesetzt.
Die Radurschlklamm weist seltene Farne und Gräser, Wasserfälle sowie zahlreiche Brücken auf. Das Radurschltal ist ein naturbelassenes Hochtal bei Pfunds; dort befindet sich ein zusammenhängender Zirbenwald. Wer sich für die Pflanzenwelt interessiert, findet auch auf dem Weg zum St. Ulrichskopf eine besondere Landschaft: Er führt durch artenreiche Berglandschaft mit vielen Bergblumen und Heilkräutern. Diese Beschreibungen setzen unterschiedliche Akzente – von den Wasserfällen und Brücken in der Klamm bis zu den Pflanzen am Weg zum St. Ulrichskopf.
Mit Schwimmbecken, Wasserrutsche und Planschbecken ergänzt das Freibad Pfunds die Wege und Kulturthemen um ein saisonales Angebot. Prüfen Sie vor Ihrem Besuch die Öffnungstermine. So lässt sich das Freibad als eigener Programmpunkt betrachten, während die Wanderungen je nach Interesse ganz unterschiedliche Landschaftsmerkmale in den Mittelpunkt stellen.
Weitere Reiseziele entdecken: Nauders, Kaunertal, Tobadill, Ladis, Tösens, Pians, Ried Im Oberinntal, Galtür.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Landeck.