Zum kleinen Zentrum von Pians gehört die alte Brücke über die Sanna. Pians erstreckt sich bis zur Parseierspitze, dem höchsten Gipfel der Lechtaler Alpen. Mit Ortskern und Berglandschaft stehen unterschiedliche Maßstäbe nebeneinander. Die sakralen Bauten setzen dazu einen kulturgeschichtlichen Schwerpunkt: Ihre Bauformen und Entstehungszeiten reichen über mehrere Jahrhunderte. Für die Orientierung in Pians lassen sich daher Ortskern, Kapellen und Landschaft als jeweils eigene Themen betrachten.
Kirchen und Kapellen: verschiedene Zeitschichten
Die römisch-katholische Pfarrkirche ist dem heiligen Antonius geweiht und befindet sich im Zentrum von Pians. Eine andere architektonische Zeitstufe zeigt die Margarethenkapelle: Sie stammt aus dem 14. oder spätestens aus dem frühen 15. Jahrhundert und ist gotisch. Zu ihren Merkmalen zählen der fast vollständig erhaltene Nordeingang und das Spitzbogenportal an der Westseite.
Der Spaziergang zur Margarethenkapelle gilt als gemütlichere und weniger anstrengende Option; außerdem ist die Kapelle für ihre schönen Fresken bekannt. So verbindet sie gotische Architektur und Fresken mit einer Spaziergangsoption, die sich von der Aussicht auf die Berglandschaft unterscheidet.
Die offene Herz-Jesu-Kapelle steht für eine spätere lokale Erinnerungskultur. Die Pianner Schützen errichteten sie 1996 auf der bepflanzten Tunnelröhre der Schnellstraße, um an das Herz-Jesu-Gelöbnis von 1796 im Zweiten Koalitionskrieg gegen Frankreich zu erinnern. In ihrer Altarnische befindet sich ein Herz-Jesu-Relief. Bauzeit, Gedenkanlass und Relief geben unterschiedliche Einblicke in die Geschichte dieses Bauwerks.
Bei der Wegkapelle Hl. Josef steht eine Schnitzfigur des heiligen Josef mit dem Kind aus dem 19. Jahrhundert. Die Quadratscher Kappali wurde laut einer Chronik von Roman Stanger 1820 errichtet. Die Gondakappali wiederum wurde 1871 vergrößert und 2003/04 vom Burschenbung Pians renoviert. Damit unterscheiden sich die Kapellen auch in der Art ihrer Geschichte: Bei der Wegkapelle ist ein Kunstwerk hervorgehoben, bei der Quadratscher Kappali die überlieferte Errichtung und bei der Gondakappali bauliche Veränderung und Renovierung.
Wege, Landschaft und lokale Geschichte
In Quadratsch markiert die Untere Kappali den Beginn des Weges durch das Tobel. „Tobel“ bedeutet im Dialekt Schlucht. Die Bezeichnung verbindet den Weg mit einem lokalen Ausdruck für die Geländeform. Eine andere historische Verbindung führt nach Grins: Früher wurden Verstorbene aus Quadratsch zu Fuß dorthin gebracht. Quadratsch hatte keinen Friedhof und unterstand der Pfarre Grins.
Für die Landschaftsperspektive reicht Pians vom kleinen Zentrum mit der alten Brücke über die Sanna bis zu den Hängen der Parseierspitze. Ergänzend dazu führt die Ortsbeschreibung bis zur Parseierspitze als höchstem Gipfel der Lechtaler Alpen. Wer sich besonders für die lokale Baugeschichte interessiert, kann die Kapellen nach ihren unterschiedlichen Merkmalen und Zeitbezügen einordnen; der Weg bei Quadratsch setzt dazu einen eigenen Bezug zur Landschaft.
Auch die Straßenorientierung ist konkret: An der Ausfahrt Pians gelangt man auf die Paznauntalstraße (B 188), die ins Paznaun führt. Das ergänzt die kultur- und landschaftsbezogenen Themen um eine Verbindung in Richtung Paznaun.
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