Matrei in Osttirol bildet das Herz des Nationalparks Hohe Tauern. Für die Reiseplanung stehen unterschiedliche Schwerpunkte zur Wahl: Wege durch eine vom Wasser geformte Klamm, ein Ausflug ins Gschlösstal oder historische Kunst und Bauwerke im Ort. So lässt sich der Aufenthalt danach ausrichten, ob Sie vor allem Landschaft erleben oder mehr über die Geschichte der Marktgemeinde erfahren möchten.
Klammwege und alpine Landschaft
Die Proßeggklamm wurde vom Tauernbach geformt; ihre steilen Wände fallen über 120 Meter ab. Vom Ortsteil Proßegg führt ein roter Bergweg mit leichtem Anstieg in und durch die Klamm. Unterwegs eröffnet sich ein Blick auf den Steiner Wasserfall. Wegverhältnisse können sich saisonal ändern, prüfen Sie daher vor dem Aufbruch die Bedingungen.
Ein anderes Landschaftserlebnis bietet das Gschlösstal, das vom Matreier Tauernhaus aus erwanderbar ist und als schönster Talschluss der Ostalpen gilt. Die uralte, unberührte Naturlandschaft bietet Lebensraum für viele seltene Tier- und Pflanzenarten. Der Gletscherweg Innergschlöss führt mit einem Anstieg von etwa 500 Höhenmetern zum Salzbodensee und weiter zum Gletschertor des Schlatenkees am Fuß des Großvenedigers. Alpine Bedingungen und saisonaler Zugang können sich ändern; planen Sie den Weg deshalb mit Blick auf die aktuellen Verhältnisse.
Wer sich für die Geschichte der Marktgemeinde interessiert, findet sie auch entlang des Talwegs Matrei: Die knapp 15 Kilometer lange Route vermittelt historische Informationen über Matrei in Osttirol. Damit stehen unterschiedliche Akzente nebeneinander – Ortsgeschichte auf dem Talweg, Klamm und Wasserfall auf dem Weg durch die Proßeggklamm sowie ein Höhenanstieg im Gschlösstal. Die Routenbeschilderung und Instandhaltung können sich ändern.
Kunst, Brauchtum und Geschichte
Im Ortskern zeigt das Klaubaufmuseum 126 Klaubauf-Larven von mehr als 20 Schnitzern. Die Zahl macht die Vielfalt der Sammlung konkret: Die Larven stammen von zahlreichen Schnitzern, statt nur einen einzelnen Blick auf das Brauchtum zu geben.
In der St. Nikolaus Kirche lassen sich die Innenmalereien auf etwa das Jahr 1200 datieren. Die Szenen gelten für den Raum Osttirol als einzigartig. Außerdem befinden sich dort nahezu die einzigen Darstellungen im romanischen Stil in noch kräftiger Farbpracht. Die Datierung und der regionale Bezug geben der Kirche einen eigenen Platz neben den Naturwegen Matreis.
Auch die Felsenkapelle Außergschlöss verbindet Geschichte mit einer besonderen Umgebung: Sie wurde 1870 in eine natürliche Höhle hineingebaut, nachdem frühere Kapellen durch Lawinen zerstört worden waren. Die Kapelle unterscheidet sich damit in ihrer Entstehung sowohl von den mittelalterlich datierten Kirchenmalereien als auch von den Sammlungsstücken des Museums.
Schloß Weißenstein ist etwa 900 Jahre alt. Wegen seines Privatbesitzes kann es nicht besichtigt werden; berücksichtigen Sie diese Einschränkung, wenn Sie Ihre Kulturziele auswählen.
Weitere Möglichkeiten und Anreise
Zur winterlichen Seite Matreis gehört die direkte Anbindung der Marktgemeinde an das größte Skigebiet Osttirols über die Talstation des Großglockner Resort Kals/Matrei. Bergbahnen und Betriebsbedingungen sind saisonal. Für eine andere Art der Bewegung ist der Iseltal-Radwanderweg eine Option; er ist größtenteils asphaltiert. Diese Angaben beschreiben verschiedene Möglichkeiten, ohne sie zu einem festen Programm verbinden zu müssen.
Das Matreier Tauernhaus ist von Matrei aus mit einem öffentlichen Bus erreichbar. Da sich Verbindungen und Fahrpläne saisonal ändern können, prüfen Sie den Fahrplan, wenn Sie den Weg ins Gschlösstal mit dieser Verbindung planen. Für die Auswahl Ihrer Reiseziele können Sie so Ortsgeschichte und Kultur im Marktort von den Wanderwegen und der alpinen Landschaft unterscheiden, die mit dem Matreier Tauernhaus und dem Gschlösstal verbunden sind.
Weitere Reiseziele entdecken: Leisach, Schlaiten, Nußdorf-Debant, Virgen, Niedermauern, Kals Am Großglockner, Heinfels, Innergschlöß.
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