Satteins lässt sich über mehrere Themen kennenlernen: von kirchlicher Baugeschichte und archäologischen Orten bis zum Satteinser Ried und einer Mountainbike-Etappe. Die lokalen Hinweise reichen von einer genau datierten Kapellenweihe über mittelalterliche Ruinen bis zu einer Landschaft mit eigenständigem Biotopprofil.
Kapellen und kirchliche Geschichte
Die Sebastianskapelle steht direkt an der uralten und wichtigen Verbindung vom Walgau über den Schwarzen See nach Rankweil. Der Bau soll auf ein Gelübde im Zusammenhang mit der Pest von 1349 zurückgehen. Am 27. Juli 1508 weihte der Churer Weihbischof Frater Stephanus die Kapelle zu Ehren der Heiligen Rochus und Sebastian. In ihrem Inneren befindet sich ein spätgotisches Hochaltärchen. So stehen eine mögliche Erklärung für den Bau und ein genaues Datum seiner Weihe nebeneinander; das Hochaltärchen ergänzt die historische Einordnung um ein konkretes Kunstmerkmal.
Auch die Pfarrkirche zum Heiligen Georg lässt sich anhand verschiedener Zeitschritte einordnen. Am Standort ist bereits für 850 eine Kirche urkundlich belegt. 1426 wurde die Kirche zur Pfarrkirche erhoben. Der Neubau erfolgte zwischen 1822 und 1824 nach einem Entwurf von Alois Negrelli. Frühe Kirche, Pfarrstatus und Neubau bezeichnen unterschiedliche Etappen der Geschichte dieses Kirchenstandorts.
Burgen und archäologische Orte
Die Ruine Schwarzenhorn liegt auf einem Hügelrücken oberhalb des Dorfes Satteins an der Waldgrenze, östlich des Pfudidätschbaches und unmittelbar am alten Gulmweg. Die Burg wurde Mitte des 13. Jahrhunderts errichtet und erstmals 1256 erwähnt. Von ihr sind noch Reste des Bergfrieds erhalten. Die räumliche Lage und die baulichen Reste geben zwei konkrete Anhaltspunkte, um Schwarzenhorn in der Geschichte des Ortes zu verorten.
Die Ruinenstätte Horwa liegt in Satteins rund 200 bis 250 Meter oberhalb der Burg Schwarzenhorn. Die Grabungen von 1992 bis 1994 ergaben, dass die Anlage im Wesentlichen aus einer Ringmauer bestand, die das Plateau umschloss, und einem Turm an der Ostseite. Damit unterscheidet sich die Beschreibung von Horwa durch ihre Angaben zur Gesamtanlage und zur Lage des Turms von den erhaltenen Bergfriedresten bei Schwarzenhorn.
Auch Vatlära hat ein eigenes räumliches Profil: Die Siedlung (Fluchtburg) liegt nordöstlich des Schwarzen Sees auf einem langgestreckten bewaldeten Hügel. Ihre äußere Umfassungsmauer ist rund 180 Meter lang. Lage und ungefähre Mauerlänge geben eine andere Orientierung als die Angaben zu Schwarzenhorn und Horwa.
Zur römischen Vergangenheit gehört die Entdeckung einer römischen Porticusvilla in Satteins im Jahr 1920. Die Römervilla Satteins liegt auf der Rühe über dem nördlichen Rand des Satteinser Rieds und ist ein wieder mit Erdreich bedecktes archäologisches Bodendenkmal. So stehen neben den baulichen Resten der Burg ein archäologischer Fundort und ein Bodendenkmal mit anderer Erhaltungsform.
Ried, Küche und Radfahren
Im Biotopinventar des Landes mit Stand vom 18. Juni 2020 wird das Satteinser Ried neben dem Frastanzer Ried als größte erhalten gebliebene Talbodenvermoorung des Walgaus geführt. Es ist dort außerdem als Lebensraum zahlreicher seltener und stark gefährdeter Pflanzengesellschaften beschrieben. Im selben Inventarstand zählt der grundwassergespeiste Puntenifa-Bach zu den letzten Gießbächen des Gebiets. Damit stehen beim Naturthema sowohl das Moorland als auch ein besonderes Gewässermerkmal im Blick.
Direkt am Schwarzen See in Satteins liegt das Gasthaus Schwarzer See. Es bietet österreichische Küche und regionale Spezialitäten an. Wenn Sie dort eine Mahlzeit einplanen, prüfen Sie vorab die aktuellen Angaben zur Speisekarte und zum Betrieb.
Für eine sportliche Planung ist die 5-Täler-Mountainbike-Tour ein eigener Anhaltspunkt: Etappe 2 führt durch Satteins und dort auf Güterwegen bergauf in Richtung Sender. Da sich Wegweisung und Bedingungen ändern können, prüfen Sie diese vor der Fahrt.
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