Der Pulverturm verbindet Feldkirchs Wehrgeschichte mit heutiger Kunst: Er war Teil der südlichen Stadtmauer nahe dem Mühletor und wurde 1460 erbaut. Heute nutzt die Stadt Feldkirch den Turm im historischen Zentrum als Kunstraum. So begegnen sich an einem Ort mittelalterlicher Bestand und eine gegenwärtige kulturelle Nutzung.
Stadtgeschichte wird zum Spaziergang
Im mittelalterlichen Zentrum führen Kopfsteinpflastergassen, enge Gassen und romantische Lauben durch die Stadt. Beim Spaziergang begegnen Ihnen nicht nur unterschiedliche Straßenräume, sondern auch Spuren der Feldkircher Stadtgeschichte. Am 17. Dezember 1376 stellte Graf Rudolf V. von Montfort den Freiheitsbrief aus. In neun Paragraphen gewährte er den Bürgerinnen und Bürgern weitreichende Rechte, Mitbestimmung und bestehende Privilegien. Das Dokument macht deutlich, dass Feldkirchs Geschichte neben Bauwerken auch von städtischen Rechten geprägt ist.
Der Dom St. Nikolaus ist eine spätgotische Kirche; sein Neubau wurde 1478 vollendet. Im Inneren finden sich eine schmiedeeiserne Kanzel von 1520 und der St.-Annenaltar von Wolf Huber. Diese verschiedenen Zeitmarken geben einem Besuch einen konkreten Blick auf die Bau- und Kunstgeschichte der Stadt. Auch die Johanniterkirche ist ein Ort für Kunst: Seit 1995 dient sie als Ausstellungsraum für zeitgenössische Kunst und Installationen aus dem In- und Ausland. Im Kapuzinerkloster können Besucherinnen und Besucher den Kreuzgang nutzen.
Zu den markanten historischen Bauwerken zählt außerdem die hochmittelalterliche Schattenburg, eine der besterhaltenen Burganlagen Mitteleuropas. Vom Bergfried reicht der Blick auf Feldkirch und die umliegenden Berge. Die Tostner Burg stammt aus einer anderen Phase der Stadtgeschichte: Sie wurde um 1260 von den Grafen von Montfort erbaut, den Stadtgründern Feldkirchs. Von dort führt ein Weg hinunter zum Kirchlein St. Corneli, der alten Tostner Pfarrkirche.
Wege mit unterschiedlichen Aussichten
Am Ardetzenberg bietet der Waldlehrpfad eine große und eine kleine Runde. Im Wildpark Feldkirch leben über 160 Tiere aus 26 Arten; außerdem werden Führungen mit zertifizierten Wald- oder Jagdpädagoginnen und -pädagogen angeboten. Beim Rundweg durch den Wildpark fällt der Blick auf Häuser, die auf den Felsen der Illschlucht im historischen Feldkircher Stadtviertel „Im Kehr“ erbaut wurden. Natur und Stadtgeschichte treten hier im selben Landschaftsbild auf.
Für einen Blick auf Feldkirch führt ein Spazierweg zum Aussichtspunkt am Stadtschrofen. Eine weitere Route führt zu den Aussichtspunkten Hohes und Niederes Känzele und zurück durch die Felsenauschlucht. So können Sie zwischen einem Weg mit einem benannten Aussichtspunkt und einer Route wählen, die zwei Aussichtspunkte mit einem Rückweg durch die Schlucht verbindet.
In Bangs-Matschels verwandeln Millionen Sibirischer Schwertlilien im Frühsommer viele Feuchtwiesen in ein blaues Blütenmeer. Der Zeitpunkt dieses saisonalen Naturerlebnisses variiert mit den Bedingungen. Eine andere Landschaftsperspektive bietet der EuroVelo 15: Er führt an der Altstadt vorbei und verläuft entlang der Ill durch Auwälder bis zum Illspitz. Das Vorarlberger Teilstück reicht von Feldkirch bis Höchst.
Marktleben, Wein und Kulturprogramm
Der Feldkircher Wochenmarkt findet ganzjährig dienstags und samstags statt und bietet regionale sowie saisonale Produkte. Bei den „Genuss-Touren am Wochenmarkt“ kommen Erzählungen aus der Marktgeschichte, Begegnungen mit Marktfahrerinnen und Marktfahrern sowie Kostproben saisonaler Spezialitäten zusammen. Das gibt dem Marktbesuch eine zusätzliche Perspektive: Neben den Produkten lernen Sie auch Geschichten und Menschen rund um den Markt kennen.
Kleine Weinberge liegen unterhalb der Schattenburg sowie am Ardetzenberg und am Amberg. Zu den Feldkircher Weinen zählt der Ardetzenberger Rivaner, auch Müller-Thurgau genannt. Das traditionelle Weinfest dauert drei Tage und steht im Zeichen des Weingenusses; seine Termine wechseln von Jahr zu Jahr. Auch das poolbar Festival findet jährlich in Feldkirch statt. Wenn eine Veranstaltung für Ihren Reisezeitraum wichtig ist, prüfen Sie die aktuellen Termine.
Das GUK-Kino bleibt der Arthouse-Tradition verbunden und bietet ein vielfältiges internationales Filmprogramm. In Kooperation mit dem Tas-Kino des Kulturvereins Saumarkt werden dort viele Filme in Originalsprache gezeigt. Die öffentliche Stadtführung am Mittwoch führt 1,5 Stunden lang durch das historische Zentrum. In der Vorarlberghalle ist ab Oktober öffentliches Eislaufen möglich; Schlittschuhe können vor Ort ausgeliehen werden. Für die Stadtführung und das saisonale Eislaufen lohnt es sich, die jeweiligen Termine vor dem Besuch zu prüfen.
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