In Götzis liegen Naturziele, Wanderoptionen und Baugeschichte dicht nebeneinander. Die Örflaschlucht, die Moorlandschaften und die Hohe Kugel sprechen andere Interessen an als die Kirche, die Burgruine oder das Wasserhaus. Für Ihre Planung lohnt es sich, die Art der Wege zu unterscheiden: Ein Lehrpfad mit zwei Längen ist etwas anderes als ein Klettersteig, für den bestimmte Erfahrung und Ausrüstung erforderlich sind.
Natur zwischen Schlucht und Moor
Die Örflaschlucht ist ein Natur- und Ausflugsziel in Götzis. Der Emmebach hat sie in den Fels gegraben; die Schlucht gehört zum Naturschutzgebiet Hohe Kugel-Hoher Freschen-Mellental. Auch die Landschaften rund um die Hochlagen sind vielfältig: Das Götzner Moos, auch Orsanken Moos genannt, erstreckt sich über 26,2 Hektar zwischen Hoher Kugel und Hoher Lug. Bei Meschach sind Hang- und Hochmoorflächen als Biotop 40808 im Vorarlberger Biotopinventar enthalten und Teil desselben Naturschutzgebiets.
Eine andere Entstehungsgeschichte haben die beiden Teiche des Gasserweihers: Sie bildeten sich durch den Lehmabbau der Ziegelei Gasser. Am nördlichen Teich kann nach dem Kauf einer Fischerkarte geangelt werden. So lassen sich am Weiher Landschaftsgeschichte und eine konkrete Aktivität zusammendenken, ohne die Angelmöglichkeit auf beide Teiche zu übertragen.
Wege und Wanderziele unterscheiden
Der Bio-Lehrpfad Arbogast bietet eine kurze und eine längere Variante: Die Strecke ist etwa 1,9 Kilometer lang; für Motivierte gibt es zusätzlich eine 2,9 Kilometer lange Runde. An neun Stationen werden die positiven Funktionen der Bio-Landwirtschaft spielerisch vermittelt. Große Teile des Lehrpfads sind mit dem Kinderwagen zugänglich. Die beiden Längen und die Stationen geben Ihnen verschiedene Gesichtspunkte für die eigene Planung, ohne dass daraus eine Gehzeit folgt.
Als Wanderziel über dem Rheintal erhebt sich die Hohe Kugel auf 1.645 Meter. Sie gilt als eines der schönsten Wanderziele der Region. Davon zu unterscheiden sind die Klettersteige: Die Via Örfla ist ein Schluchtklettersteig und beginnt bereits im Tal. Für den Klettersteig Via Kapf ist der Schwierigkeitsgrad C/D angegeben; Bergerfahrung sowie Klettersteigausrüstung, Helm und Klettersteighandschuhe sind erforderlich. Diese Anforderungen gehören zur Planung für die Via Kapf.
Kirche, Burg und besondere Architektur
Die Alte Pfarrkirche „St. Ulrich“ geht etwa auf das Jahr 1000 zurück. Neu-Montfort wurde von den Montfortern zu Beginn des 14. Jahrhunderts errichtet. Vom Bau ist der Bergfried als Ruine erhalten, während der Palast vollständig verschwunden ist. Das Jonas-Schlössle entstand um 1584 durch die Familie Jonas und gilt als eines der schönsten Beispiele für einen adeligen Renaissance-Landsitz in Vorarlberg. Die drei Baugeschichten führen vom frühen Kirchenbau über die mittelalterliche Burg bis zum Renaissance-Landsitz.
Eine eigenständige architektonische Idee verkörpert das Wasserhaus. Es ist als Ort der Besinnung und Wertschätzung des lebenswichtigen Elements Wasser gedacht. Das fünf mal fünf Meter große Betonhaus umschließt ein rechteckiges Wasserbecken und eine Trinkstelle. Zu seiner Gestaltung gehören 820 präzise gebohrte Öffnungen und eine nach innen gekippte Pyramide. Auch die Kulturbühne AMBACH setzt einen anderen Akzent: Sie ist eine Spielstätte für Sprechtheater und Kleinkunst und fester Bestandteil der Vorarlberger Theater- und Kabarettszene.
Orientierung vor dem Aufbruch
Vom Bahnhof Götzis erreichen Sie den Gasserweiher in etwa fünf Gehminuten; auch mit dem Fahrrad oder dem Ortsbus ist er erreichbar. Die Landbuslinie 445 verkehrt regelmäßig zwischen dem Bahnhof Götzis und St. Arbogast und weiter in Richtung Feldkirch. Für eine konkrete Fahrt prüfen Sie den Fahrplan passend zu Ihrem Termin.
Ein zeitlich eingegrenzter Hinweis betrifft den Kapfweg: Am 11. Mai 2026 war er bis auf Weiteres gesperrt, nachdem eine durch eine Felsplatte verursachte Felsbewegung den Weg zerstört hatte. Prüfen Sie vor dem Aufbruch den aktuellen Status des Wegs. So bleibt die damalige Sperrmeldung von der Frage zu unterscheiden, ob der Weg heute begehbar ist.
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