Zum Inhalt

Auf Flores liegen gefüllte Vulkankrater auf dem Hochplateau, während sich an der Küste Wasserfälle sammeln. Dazu kommen markante Lavasäulen, besondere Lebensräume und eine Inselkultur, die sich auch in Käse, Butter und Gebäck zeigt. Diese Kontraste machen Flores zu einem Ziel, das sich durch Landschaft und lokale Traditionen zugleich erschließt.

Kraterseen und geschützte Landschaften

Das zentrale Hochplateau ist von Explosionskratern geprägt, die sich in Seen verwandelt haben. In der Caldera liegen die Sete Lagoas: Lagoa Funda, Lagoa Branca, Lagoa Seca, Lagoa Comprida, Lagoa Rasa, Lagoa da Lomba und Lagoa Negra. Letztere ist 100 Meter tief. Die Namen helfen, die sieben Seen als einzelne Orte innerhalb dieser vulkanischen Landschaft wahrzunehmen, statt sie nur als eine Gruppe zusammenzufassen.

Flores wurde 2009 im Rahmen des UNESCO-Programms „Der Mensch und die Biosphäre“ als Biosphärenreservat klassifiziert. Es umfasst die gesamte über dem Meer liegende Fläche der Insel sowie eine angrenzende Meereszone mit insgesamt 58.619 Hektar. Eine andere Auszeichnung beschreibt die Natur an Land: Der Naturpark Flores umfasst die größten und am besten erhaltenen bewaldeten Torfmoore des Nordatlantiks. Beide Angaben geben unterschiedliche Einblicke in die Bedeutung der Insel – von ihrem Gebiet einschließlich der Meereszone bis zu den besonderen Moorlandschaften.

Wasserfälle, Lavasäulen und Geosites

In der Küstenzone von Fajã Grande und Fajãzinha gibt es fast zwanzig Wasserfälle. Darunter ist der Wasserfall der Ribeira Grande mit einem Fall von etwa 300 Metern. Eine weitere markante Gesteinsformation ist die Rocha dos Bordões: Ihre gut erhaltenen prismatischen Lavasäulen sind etwa 20 Meter hoch. Die Rocha dos Bordões ist ein Naturdenkmal im Naturpark Flores und ein Geosit des Geoparks der Azoren. Vom Miradouro da Rocha dos Bordões bietet sich ein privilegierter Blick auf die Säulen.

Auch die Routen zeigen unterschiedliche Landschaftsdetails. Die PR02FLO bietet Ausblicke auf die Rocha dos Bordões und führt durch eine Landschaft mit einer etwa 300 Meter hohen fossilen Steilküste und zahlreichen Wasserfällen. Diese speisen unter anderem den Poço do Bacalhau und den Poço da Ribeira do Ferreiro, auch Lagoa das Patas genannt. In Fajã Grande liegt der Poço do Bacalhau: Am Fuß eines 90 Meter hohen Wasserfalls befindet sich ein kleines Becken, in dem Schwimmen möglich ist.

Die Fajã de Lopo Vaz ist ein Geosit des Geoparks der Azoren und liegt sowohl in einem Besonderen Vogelschutzgebiet des Natura-2000-Netzes als auch in einem Important Bird and Biodiversity Area. Ponta da Rocha Alta ist ebenfalls als Geosit des Geoparks ausgewiesen. Solche Bezeichnungen geben Orientierung zu geologischen und naturräumlichen Besonderheiten, ohne dass sie alle dasselbe über einen Ort aussagen.

Routen und praktische Orientierung

Die PR03FLO quert das Naturschutzgebiet Morro Alto und Pico da Sé sowie das geschützte Landschaftsgebiet der Zentralzone und der Westküstenklippen. Als Geosites des Geoparks der Azoren sind zudem die Lagoas Negra, Comprida, Seca und Branca sowie Fajã Grande ausgewiesen. Die Route und die einzelnen Geosites sind dabei unterschiedliche Orientierungspunkte: Die Ausweisung der Seen und von Fajã Grande besagt nicht, dass die Route jeden dieser Orte durchquert.

Die Route PR01FLO von Ponta Delgada nach Fajã Grande ist derzeit als geschlossen ausgewiesen. Prüfen Sie ihren Status vor Ihrer Reise. Für die Ankunft bietet der Flughafen Flores einen konkreten Bezugspunkt: Er liegt weniger als einen Kilometer vom Zentrum von Santa Cruz entfernt.

Inseltraditionen und lokale Erzeugnisse

Der „Dia do fio“, auch „Dia da tosquia“ genannt, war ein gemeinschaftliches Fest auf Flores. Männer und Frauen aus allen Gemeinden versammelten sich dabei bei den Viehpferchen. Die überlieferte Tradition steht neben Erzeugnissen, deren Herstellung eng mit der Insel verbunden ist: Traditionelle Butter von Flores wird von Hand geschlagen und aus der Milch einheimischer Kühe hergestellt, die auf der Insel frei weiden.

In Fajãzinha stellt die Queijaria Pico Redondo nach handwerklichen Verfahren traditionellen Frischkäse und gereiften Käse her. Wenn Sie die Käserei in eine Besichtigung einbeziehen möchten, klären Sie die Besuchsmöglichkeiten vorab. Eine weitere Spezialität ist der Bolo do Tijolo. Sein Teig besteht aus Maismehl, Weizenmehl, Wasser und Salz; er wird zu mehreren Kugeln geformt, flachgedrückt und auf einem Tonziegel über dem Feuer gebacken. So unterscheiden sich auf Flores sowohl Zutaten als auch Herstellungsweisen lokaler Lebensmittel.

Kirchen, Museum und Naturinterpretation

Die große Matriz de Santa Cruz das Flores wurde im 19. Jahrhundert errichtet; ihre Fassade und Glockentürme stechen besonders hervor. Die Kirche Nossa Senhora do Rosário entstand zwischen 1763 und 1783 an der Stelle einer früheren Kapelle des Heiligen Geistes. Ihre zwei Türme sind in das Bauwerk integriert. Die unterschiedlichen Bauzeiten und Details geben einen konkreten Einblick in die religiöse Architektur der Insel.

Das Flores-Museum umfasst eine dokumentierte Sammlung in drei Gebäuden: dem Franziskanerkloster São Boaventura, dem Museumshaus Pimentel de Mesquita und der Walfabrik. Das Umweltinterpretationszentrum Boqueirão befindet sich in ehemaligen Tanks zur Lagerung von Walöl. Zu seinen Themen zählen ansässige und ziehende Vögel, Lebewesen der Gezeitenzone und der Wassersäule, Wale und andere Cetaceen sowie hydrothermale Quellen.

Weitere Reiseziele entdecken: Santa Cruz Das Flores, Lajes Das Flores, Fajãzinha, San Jorge, Santa Maria, Corvo, S.Miguel, Pico.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Azoren.

Unterkünfte suchenAnzeige · Bei einer Buchung können wir eine Provision erhalten.