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Auf Pico gliedern lange Steinmauern die Weinberge in rechteckige Parzellen, die Currais: Sie schützen die Flächen vor Wind und Meerwasser. Die Kulturlandschaft umfasst 987 Hektar. Der Weinbau reicht dort bis ins 15. Jahrhundert zurück; rund um das Dorf Criação Velha wird weiterhin hochwertiger Wein produziert. So verbindet sich eine bis heute lebendige Landwirtschaft mit einer Landschaft, deren Form von den Mauern geprägt ist.

Weinbau und Wege auf Pico

Der Wanderweg Vinhas da Criação Velha verbindet die Gemeinde Candelária mit dem Ort Areia Larga im Kreis Madalena. Größtenteils verläuft er durch die seit 2004 als UNESCO-Welterbe eingestufte geschützte Kulturlandschaft und durch aktive Weinberge. Zu den weinbaukulturellen Elementen am Weg gehören Rola-Pipas, Relheiras, Schutzhäuser, Weinkeller und Gezeitenbrunnen. Die Route führt damit durch eine Umgebung, in der Weinbau nicht nur als Erzeugung, sondern auch in den Parzellen und baulichen Elementen sichtbar wird.

Vulkanlandschaften und Lagunen

Auch abseits der Weinberge prägt Vulkanisches die Azoren: Die Landschaft umfasst 1.766 Vulkane, von denen neun noch aktiv sind, sowie fast 300 erfasste vulkanische Hohlräume. Kraterseen, Fumarolen und Thermalquellen gehören ebenfalls zu diesem geologischen Bild. Auf Terceira liegt der Wanderweg Mistérios Negros im Naturreservat Serra de Santa Bárbara e dos Mistérios Negros und in einem Geostandort des Azoren-Geoparks, eines UNESCO Global Geoparks. Der Weg beginnt und endet neben der Casa de Apoio der Gruta do Natal und der Lagoa do Negro. Zu sehen sind endemische Vegetation und trachytische Dome, die durch Ansammlungen jüngerer Laven entstanden sind.

Eine andere Landschaftsform erschließt der Wanderweg Serra do Topo – Caldeira de Santo Cristo – Fajã dos Cubres auf São Jorge. Er führt durch die Caldeira de Santo Cristo, verläuft im geschützten Landschaftsgebiet Fajãs do Norte an den Küstenlagunen der Caldeira de Santo Cristo und der Fajã dos Cubres vorbei und endet an der Fajã dos Cubres. Die Lagoa da Caldeira de Santo Cristo ist für Herzmuscheln (Ruditapes decussatus) bekannt, die im Azoren-Archipel als einzigartig gelten. Vulkanische Formen und Küstenlagunen setzen hier jeweils eigene Akzente.

Angra do Heroísmo: Stadtgeschichte und Monte Brasil

Auf Terceira lässt sich Natur mit einem Blick auf die Geschichte Angras verbinden. Das Stadtzentrum bewahrt sein Straßennetz aus dem 15. und 16. Jahrhundert sowie inventarisierte Gebäude; seit 1983 gehört es zum UNESCO-Welterbe. Vom 15. Jahrhundert bis zum Aufkommen der Dampfschiffe im 19. Jahrhundert war Angra ein obligatorischer Anlaufhafen für Flotten auf den Routen zwischen Europa, dem äquatorialen Afrika sowie Ost- und Westindien.

Der Rundweg Monte Brasil verläuft durch einen Geostandort an einem erloschenen Vulkan, der mit Angra do Heroísmo verbunden ist. Auf dem Monte Brasil gibt es einen besonders geeigneten Aussichtspunkt über die Stadt. Die Fortaleza de São João Baptista wurde dort Ende des 16. Jahrhunderts errichtet. Auch das Angra do Heroísmo Museum erzählt von der Geschichte des Ortes: Es befindet sich in einem ehemaligen Franziskanerkloster aus dem 17. Jahrhundert und zeigt unter anderem Keramik, Waffen, Münzen, nautische Instrumente, Skulpturen, Gemälde, Möbel und Porzellan.

Walbeobachtungen und Meeresleben

Auf den Azoren können mehr als 20 verschiedene Arten von Walen und Delfinen beobachtet werden, darunter ansässige und wandernde Arten. Vor Faial lassen sich Blauwale praktisch das ganze Jahr über wenige Meilen vor der Küste beobachten. Die Azoren gehören derzeit zu den größten Walschutzgebieten der Welt und bieten Whale-Watching-Erlebnisse. Bei Sommertauchgängen an der Baixa do Ambrósio können Gruppen von Dutzenden Mantas (Mobula tarapacana) beobachtet werden. Baixa do Ambrósio ist ein Meeresschutzgebiet mit einer großen Vielfalt und Fülle an Meereslebewesen; Sichtungen von Wildtieren sind nicht garantiert. Der zeitliche Unterschied ist deutlich: Blauwale können vor Faial fast das ganze Jahr über vorkommen, Mantas an der Baixa do Ambrósio werden bei Sommertauchgängen beobachtet.

Inselküche und Anbau auf São Miguel

Auf den Azoren, besonders auf São Miguel, werden Ananas in Holzgewächshäusern mit Glasflächen angebaut, die mit Kalk gestrichen sind. Der Anbau dauert etwa 18 Monate. São Miguel besitzt außerdem Europas einzige Teeplantage. Zwei Fabriken produzieren dort weiterhin schwarzen und grünen Tee und verwenden dieselben traditionellen Techniken.

Auch Gebäck und Brot erzählen von regionalen Traditionen. Massa Sovada ist ein süßes Brot aus Butter, Eiern, Milch und Zucker, das traditionell während religiöser Festlichkeiten serviert wird; die Rezepte unterscheiden sich je nach Insel. Bolo Levedo wurde früher im gesamten Azoren-Archipel hergestellt und gilt heute als eine der Spezialitäten des Furnas-Tals auf São Miguel. Der Vergleich zeigt zwei verschiedene Maßstäbe: eine Festtagstradition mit Inselvarianten und eine Spezialität, die heute mit einem bestimmten Tal verbunden ist.

Zwischen den Azoreninseln ist die Reise per Boot und mit Regionalflügen möglich. Wenn Sie mehrere Inseln in Betracht ziehen, gleichen Sie die geplante Reihenfolge mit den aktuellen Fahr- und Flugplänen ab.

Weitere Reiseziele entdecken: Terceira, Santa Maria, S.Miguel, Pico, Faial, San Jorge, Flores, Mosteiros, Graciosa, Furnas, Horta, Topo, Ginetes, Calheta De Nesquim, Faja De Baixo, São Miguel, Ponta Garca, Corvo, Urzelina, Fajã Grande.

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