An den Wänden und Decken der künstlichen Gruta do Figueiral sind zahlreiche Muschelfossilien sichtbar. Zugleich erzählt die Höhle von früherer Arbeit: Hier wurde Ton für Dachziegel und Kalkstein für die Kalkproduktion abgebaut. Auf Santa Maria liegen solche geologischen Entdeckungen nicht losgelöst von der Inselgeschichte; sie verbinden Landschaft, natürliche Zeugnisse und menschliche Nutzung.
Eine Insel mit markanten Landschaften
Santa Maria ist mit 96,87 km² die südlichste und östlichste der neun Azoreninseln. Ihr höchster Punkt ist der Pico Alto mit 586,84 Metern. An der Südküste erstreckt sich das Naturdenkmal Pedreira do Campo, Figueiral e Prainha über etwa 230 Hektar. Es gibt der Gruta do Figueiral ihren weiteren landschaftlichen Zusammenhang und wird vom Wanderweg Costa Sul PR05SMA vollständig durchquert. Der Weg endet an der Praia Formosa.
Einen anderen Eindruck bietet Barreiro da Faneca: Die geschützte Landschaft ist rot und halbwüstenartig und umfasst etwa 8,35 km². Zu ihr gehören die Buchten von Raposo, Tagarete und Cré. Die Größenordnung und die beschriebenen Landschaftsformen machen deutlich, dass Santa Maria mehr als eine einzelne Küstenansicht bereithält. Wer sich für Geologie und Natur interessiert, kann die Fossilien der Höhle und die geschützten Landschaften als unterschiedliche Zugänge zur Insel betrachten.
Küstenwege und Orte am Meer
Mehrere Wanderwege lassen sich anhand ihrer konkreten Ziele unterscheiden. Costa Sul führt durch das gesamte Naturdenkmal Pedreira do Campo, Figueiral e Prainha bis zur Praia Formosa. Areia Branca PR06SMA ist dagegen ein linearer Weg zwischen Praia Formosa und der Baía de São Lourenço. Er durchquert sowohl das Schutzgebiet zur Bewirtschaftung von Arten oder Lebensräumen am Pico Alto als auch das geschützte Landschaftsgebiet der Baía de São Lourenço.
Die Great Route of Santa Maria ist als Rundwanderweg angelegt und beginnt am Forte de São Brás in Vila do Porto. Ihre Küstenwege bieten Zugang zu verschiedenen Badeplätzen, darunter die weißen Sandstrände São Lourenço und Praia Formosa. So geben die beschriebenen Strecken unterschiedliche Orientierungspunkte: einen Weg durch ein Naturdenkmal, eine lineare Verbindung zwischen zwei Küstenorten und eine Rundroute mit Start in Vila do Porto. Prüfen Sie vor einer Wanderung die aktuellen Wegbedingungen.
Gegenüber der Praia Formosa liegt Baixa da Pedrinha, ein Meeresschutzgebiet, das sich zum Nachttauchen und Schnorcheln eignet. Von der Marina von Vila do Porto aus ist es mit dem Boot in etwa zehn Minuten erreichbar; die Dauer hängt vom Anbieter und den Seebedingungen ab. Auch die Teilnahme an Tauch- und Schnorchelausflügen wird von den Bedingungen auf See beeinflusst. Der Küstenweg und das Meeresschutzgebiet eröffnen damit zwei verschiedene Arten, die Umgebung der Praia Formosa zu erleben.
Inselgeschichte, Weinbau und Kultur
Santa Maria war die erste von portugiesischen Entdeckern entdeckte und besiedelte Insel der Azoren. In Vila do Porto vermittelt der Núcleo de Vila do Porto do Museu de Santa Maria in zwei Gebäuden im historischen Bereich die Geschichte der Insel – von ihrer Entdeckung bis zum Bau ihres Flughafens. Das Centro de Interpretação Ambiental Dalberto Pombo ergänzt diese historische Perspektive mit einer Dauerausstellung auf Grundlage des Nachlasses des Naturforschers. Zu ihren Themen gehören Insekten, die Santa-Maria-Estrelinha, Meeresschildkröten und Fossilien.
Auch der Weinbau gehört zur kulturellen Landschaft. Der Begriff „heroische Weinbaukultur“ bezieht sich auf die Weinproduktion an den steil geneigten, terrassierten Hängen von São Lourenço und Maia. Weinbau wird auf Santa Maria bereits seit dem Beginn des 15. Jahrhunderts vermutet. Beide Angaben helfen, die Verbindung zwischen benannten Orten und landwirtschaftlicher Tradition einzuordnen, ohne sie auf ein einziges Gebiet zu beschränken.
Fossilien begegnen auch in einer kulinarischen Verbindung: Die Route der Vulkane führt zu den „Sweet Fossils“, handwerklich hergestellten Keksen der Bäckerei „A Cagarrita“. Ihre Formen sind von den fossilführenden Ablagerungen auf Santa Maria inspiriert. Damit wird das Fossilthema nicht nur an der Höhle und in der Ausstellung aufgegriffen, sondern auch in einem lokalen Produkt.
Musik und Termine im Jahreslauf
Mehrere jährlich wiederkehrende Veranstaltungen setzen unterschiedliche musikalische Akzente. Das Maia Folk findet im Juli in der Baía da Maia statt und umfasst Folk-Musik verschiedener Generationen und Kulturen. Ebenfalls im Juli präsentiert das Santa Maria Blues in Anjos Musikstile, die aus Blues und Jazz hervorgegangen sind. Im August folgt das Festival Maré de Agosto an der Praia Formosa, mit verschiedenen Musikrichtungen und Aktivitäten. Da sich Veranstaltungstermine ändern können, lohnt es sich, die Daten vor der Reise zu prüfen.
Diese Themen lassen sich auf Santa Maria gut nebeneinander entdecken: Fossilien und geschützte Landschaften, Wege mit unterschiedlichen Verläufen, Weinbaugeschichte und Musikveranstaltungen. Für Ihre Planung können Sie daran anknüpfen, welche dieser Facetten Sie besonders interessiert, und aktuelle Wegbedingungen oder Veranstaltungstermine vorab prüfen.
Weitere Reiseziele entdecken: Vila do Porto, Almagreira, São Pedro, Santo Espírito, Corvo, Faial, Faja De Baixo, Graciosa.
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