Rund 40 Millionen Jahre geologische Entwicklung werden im UNESCO Global Geopark Buzău Land sichtbar. Der Geopark liegt im Karpatenbogen und macht die Erdgeschichte anhand einer Landschaft voller unterschiedlicher Formen erfahrbar. Natur, Baukunst und Sammlungen eröffnen in Buzau ganz verschiedene Zugänge zu diesem besonderen Themenbogen.
Geologie, die Gestalt annimmt
Auf dem Gebiet der Gemeinden Berca und Scorțoasa erstrecken sich die Schlammvulkane: Badlands und vulkanische Kegel prägen die Landschaft, aus denen kalter schwarzer Schlamm an die Oberfläche tritt. Der Zugang führt über die DN 10 von Buzău in Richtung Brașov bis nach Sătuc in der Gemeinde Berca; von dort sind es weitere 20 Kilometer. Prüfen Sie die Straßenbedingungen vor Ihrer Fahrt.
Eine andere geologische Form zeigen die Trovanți von Bozioru im Bălănesei-Tal. Es handelt sich um Sandablagerungen und Schichten zementierten Sandsteins, etwa einen Kilometer vom Dorf Ulmet entfernt. Vom Parkplatz nahe den Trovanți gehen Besucher zunächst rund 500 Meter zu Fuß. Anschließend führt ein stufenförmiger Pfad durch einen Erlenhain bis zu den „Babele de la Ulmet“. Da sich Wegverhältnisse ändern können, erkundigen Sie sich vor dem Besuch nach den Bedingungen. In Bozioru erklärt das 2018 eröffnete Muzeul Formelor mithilfe von Augmented Reality, wie die Trovanți entstanden.
Auch die prähistorischen Grotten von Năeni geben der Landschaft eine lange zeitliche Dimension: Sie sind mehr als 4.000 Jahre alt. In Colți wiederum umfasst die geologische Reserve 2,52 Hektar. Der Ort ist der einzige in Rumänien, an dem organisierter Bernsteinabbau betrieben wurde.
Stein als Kunst und Bauwerk
Im Skulpturenlager Măgura begegnet Stein der Kunst: Die Freiluftsammlung umfasst 256 Skulpturengruppen und Statuen von 153 rumänischen Bildhauern. Sie liegt auf Lichtungen nahe dem Kloster Ciolanu im Gebiet der Gemeinde Tisău. Das Brâncovenesc-Ensemble in Râmnicu Sărat setzt einen anderen architektonischen Akzent. Seine reiche Steindekoration macht es zu einem der prägenden Denkmäler des brâncovenescischen Stils.
In Năeni ist die Biserica Dintr-o Piatră vollständig aus weißem Năeni-Kalkstein errichtet. Auch Ikonostase, Altar, Umfassungsmauern und Innenausstattung sind aus Stein gemeißelt. Besichtigungen sind samstags, sonntags und an religiösen Feiertagen möglich. Prüfen Sie die Besuchsregelung vor Ihrer Reise. Beim Gebäudekomplex des Klosters Răteşti stehen zwei Seitenflügel und ein Mittelbau mit der Kapelle „Sfântul Epifanie, arhiepiscopul Ciprului“ im Mittelpunkt.
Museen, Sammlungen und Erinnerungsorte
Das Muzeul de Arheologie, Istorie și Artă Buzău befindet sich im ehemaligen Gebäude der Mädchenschule, das als historisches Denkmal eingestuft ist. Seine Dauerausstellungen wurden 1980–1981 eröffnet und später mehrfach aktualisiert, unter anderem 1986, 1990, 1999–2001, 2004 und 2015–2017. Eine Telefonsammlung umfasst mehr als 300 rumänische und ausländische Apparate und stellt die Geschichte des Telefons chronologisch dar. Zu den Objekten gehört ein Ericsson-Telefonapparat aus dem Jahr 1898.
Die Sammlung Bucur und Margareta Chiriac verbindet zeitgenössische rumänische Kunst mit Volkskunst. Dazu zählen Keramik, Holzbesteck, Masken, verzierte Eier und geschnitzte Stühle. In Mânzălești deutet die ethnografische Sammlung „Timpul Omului“ das lokale Leben symbolisch anhand von Stein, Lehm und Salz. Die besuchbare Sammlung Casa Timpului in Valea Salciei ist in einem Bauernhaus eingerichtet. Ihre drei Räume zeigen einen Wohnraum, ein altes Schlafzimmer und einen Raum mit traditionellen Werkzeugen; dargestellt sind Innenräume traditioneller Bauernhäuser.
In Pârscov rekonstruiert die Casa Memorială „Vasile Voiculescu“ die familiäre Umgebung des Schriftstellers. Eine thematisch gegliederte Ausstellung präsentiert Aspekte seines privaten und beruflichen Lebens. Die Ausstellung zur Sammlung von Dumitru Dan dokumentiert eine Weltreise, die Dan am 1. April 1910 mit drei weiteren Begleitern begann.
Routen und Aktivitäten mit unterschiedlichen Schwerpunkten
Die vorgeschlagene touristische Route durch das Nișcov-Tal verläuft entlang der Kreisstraße 100H durch Vernești, Nișcov, Cârlomănești, Mierea, Grăjdana, Izvoranu, Leiculești, Haleș und Tisău. Sie kann am Denkmal „Fântâna lui Mihai Viteazul“ in Măgura enden. Prüfen Sie die Straßenbedingungen vor dem Aufbruch. Die regionale Route „Drumul pietrei și al cramelor din județul Buzău“ verbindet Geschichte, Archäologie, Religion und lokale Traditionen mit Weinbau und Weinherstellung zu einem integrierten Besuchserlebnis. Da sich beteiligte Orte ändern können, informieren Sie sich vorab über den Verlauf.
Für Rafting und Kajak gibt es Clubs und spezialisierte Ausbilder; eine Befahrung kann einschließlich Einweisung drei bis vier Stunden dauern. Die mittelschwere Strecke auf dem Fluss Buzău beginnt am Wasserkraftwerk Nehoiașu nahe dem Zusammenfluss von Bâsca und Buzău. Sie führt in Richtung Nehoiu und erreicht den Bereich Valea Lupului in der Stadt Pătârlagele. Schnelle und ruhige Abschnitte wechseln einander ab, während die Wasserverhältnisse saisonal variieren. Erkundigen Sie sich vorab bei den Clubs nach Angebot und Bedingungen.
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