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Apoldu de Sus lässt sich über mehrere deutlich voneinander abweichende Zeitschichten kennenlernen: von Siedlungen aus der Latènezeit über mittelalterliche Spuren bis zur evangelischen Wehrkirche des 19. Jahrhunderts. Hinzu kommen die Geschichte der Landler in Großpold, alte sächsische Häuser und regionale Routen mit Rad- und Landschaftsbezug. Wer einen Aufenthalt mit Kultur und regionalen Themen plant, kann diese Aspekte als unterschiedliche Zugänge zum Ort betrachten.

Wehrkirche und mehrere Bauzeiten

In Apoldu de Sus befindet sich ein geschütztes Ensemble der evangelischen Wehrkirche. Die Kirche wurde zwischen 1835 und 1838 errichtet; ihr Turm entstand zwischen 1867 und 1869. Damit lassen sich zwei Bauphasen unterscheiden: Kirche und Turm entstanden nicht gleichzeitig. Fragmente der befestigten Einfriedung werden ins 13. bis 16. Jahrhundert datiert und reichen damit in eine deutlich frühere Epoche als der Kirchenbau. An diesem Ensemble stehen ältere Einfriedungsreste neben der jüngeren Kirche und dem später errichteten Turm. Die unterschiedlichen Datierungen geben dem Ort eine vielschichtige Baugeschichte.

Archäologische Spuren aus verschiedenen Epochen

Auch die archäologischen Stätten erschließen unterschiedliche Zeiträume und Lebensformen. Bei „între Apoalde“ umfasst die Stätte eine Siedlung der Latènezeit, die der geto-dakischen Kultur zugeordnet wird. Bei „Apold“ reichen Siedlungsspuren vom 9. bis zum 13. Jahrhundert. Bei „Curtea Velii“ gehört zu dieser archäologischen Stätte außerdem ein landwirtschaftlicher Betrieb aus dem 2. bis 3. Jahrhundert n. Chr. Die Angaben stehen für verschiedene historische Bezugspunkte: eine Latènezeit-Siedlung, Siedlungsspuren aus dem Mittelalter und einen landwirtschaftlichen Betrieb aus römischer Zeit. So lässt sich nicht nur eine zeitliche Spanne, sondern auch der Unterschied zwischen Siedlungs- und Landwirtschaftsspuren erkennen.

Großpold und die Landlergeschichte

Apoldu de Sus ist auch als Großpold bekannt und die westlichste der drei siebenbürgischen Landlergemeinden. Für die lokale Migrationsgeschichte steht ein konkretes Datum: 1752 kamen 168 Landler-Einwanderer nach Apoldu de Sus. Name, Stellung unter den Landlergemeinden und Einwanderungsjahr sind unterschiedliche Anknüpfungspunkte, um die Geschichte des Ortes einzuordnen. Das traditionelle Museum trägt den Namen „Bei meinen Nachbarn in Großpold“, auf Rumänisch „La vecinii mei din Apoldu de Sus“. Es befindet sich gegenüber Haus Nummer 231 in der Maria-Teresa-Straße, die örtlich „ulița de dindărăt“ genannt wird. Prüfen Sie diese Ortsangabe vor der Anreise noch einmal. Auch die alten sächsischen Häuser prägen die kulturellen Bezugspunkte des Ortes; sie gelten als anmutig und farbenfroh.

Regionale Routen mit verschiedenen Schwerpunkten

Apoldu de Sus ist eine Station der Route 2 des Rundkurses „Drumul sării – Țara Secașelor“, der für den Radtourismus empfohlen wird. Eine weitere landschaftlich reizvolle Route, „Drumul transhumanţei“, führt ebenfalls über den Ort. Für die Reiseplanung sind das zwei unterschiedliche regionale Bezüge: Beim Rundkurs ist die Empfehlung für den Radtourismus ausdrücklich genannt, während die zweite Route landschaftlich beschrieben wird.

Wein und ein datiertes Ereignis

Zum Weinbezug gehört die Auswahl von Domeniul Apoldium. Dazu zählen unter anderem Landler, Fetească Albă, Pinot Gris, Riesling Italian, Sauvignon Blanc und Fetească Neagră. Bei Fetească Neagră werden Rosé-, Rotwein- und Barrique-Varianten geführt. Das Sortiment kann sich ändern. Vinotopia fand am Samstag, dem 15. August 2026, in Apoldu de Sus zum vierten Mal statt; die sächsische Gemeinschaft beteiligte sich aktiv. Anders als die baulichen und archäologischen Zeitangaben ist dies ein konkretes Ereignis an einem bestimmten Datum und ergänzt die historischen Themen des Ortes um einen zeitlich klar verorteten Bezug.

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