Am rechten Ufer der Aare, im Aaretal am Südfuss des Jura, liegt Aarau im Schweizer Mittelland. Die Aare bildet hier die Landschaftsgrenze zwischen dem Mittelland südlich des Flusses und dem Kettenjura im Norden. Die Altstadt steht auf einem Kalkstein-Felskopf, dessen zwei Seiten steil in die Flussniederung abfallen.
Gassen, Giebel und Stadtgeschichte
Kunstvoll bemalte Giebel und mittelalterliche Gassen prägen die Altstadt. Die Halde ist ein besonders gut erhaltener Strassenzug mit vorwiegend spätgotischen Bürgerhäusern. Für einen selbstständigen Rundgang führen ein Stadtplan und ein Routenvorschlag durch die Gassen zu den Sehenswürdigkeiten. Vom Bahnhof Aarau erreichen Sie die Altstadt in fünf Minuten zu Fuss. Wer mehr über einzelne Themen erfahren möchte, findet rund 20 Führungen mit ortskundigen Stadtführerinnen und Stadtführern; Umfang und Auswahl können sich ändern. So können Sie die Stadt entweder eigenständig erkunden oder einen thematischen Blickwinkel wählen.
Auch die Gebäude erzählen von unterschiedlichen Zeiten. Der Turm Rore aus dem 13. Jahrhundert ist der älteste Teil des Rathauses. Ursprünglich war er ein Lehen der Grafen von Kyburg; ab 1515 wurde die kleine Burg fortlaufend zum Rathaus umgebaut und später mehrfach erweitert. Das Schlössli, ein mittelalterlicher Wohnturm aus dem 13. Jahrhundert, beherbergt heute das Stadtmuseum.
Die spätgotische Stadtkirche wurde zwischen 1471 und 1478 erbaut und besitzt Glasfenster von Felix Hoffmann und Roland Guignard. Viele ihrer Steine stammen von der abgebrochenen Burg Obergösgen und wurden auf der Aare herbeigeschafft. 1965/66 wurde die Kirche in ihrer ursprünglichen Schlichtheit restauriert und unter Denkmalschutz gestellt. Wegen ihrer klanglichen Vorzüge finden dort viele Konzerte statt; das Konzertprogramm variiert.
Der Obertorturm, auch Oberturm oder Oberer Turm genannt, ist Aaraus Wahrzeichen und der höchste Stadtturm der Schweiz. Er ist nur im Rahmen von Führungen zugänglich. Wenn Sie den Turm von innen erleben möchten, prüfen Sie vor dem Besuch die Führungstermine.
Kunst und Bühnenprogramm
Das Aargauer Kunsthaus besitzt mit über 21.000 Werken die umfassendste öffentliche Sammlung Schweizer Kunst vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Zu ihren Schwerpunkten gehört die Landschaftsmalerei des 19. Jahrhunderts. Ältere Bestände und Neuerwerbungen werden in wechselnden Präsentationen immer wieder neu zusammengestellt. Der Besuch führt deshalb nicht zu einer unveränderlichen Hängung, sondern zu einer Sammlung, die ihre Werke in neuen Zusammenstellungen zeigt.
Im Haus zum Schlossgarten befand sich 1798 rund fünf Monate lang der erste Schweizer Regierungssitz; es gilt damit als erstes Bundeshaus der Schweiz. Heute beherbergt es das Forum Schlossplatz. Dort verbinden Ausstellungen und Begleitprogramme kulturelle, künstlerische und gesellschaftliche Zeitfragen, wobei die einzelnen Programme wechseln.
Die Alte Reithalle ist ein professionell geführtes Mehrspartenhaus. Auf dem Programm stehen Schauspiel, Tanz und Theater, Figuren- und Objekttheater, zeitgenössischer Zirkus, Kleinkunst, Comedy, Musiktheater sowie Kinder- und Jugendtheater. Das argovia philharmonic veranstaltet dort eigene Sinfonie-, Kammer- und Familienkonzerte sowie Gastkonzerte. Die Alte Reithalle ist bei öffentlichen Veranstaltungen geöffnet; prüfen Sie daher vor einem Besuch das aktuelle Programm.
Markt, Brauch und Natur
Der Rüeblimärt in Aarau bietet ein breites Angebot regionaler Produkte und kulinarischer Köstlichkeiten. Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein stehen im Mittelpunkt; dazu kommen Aktivitäten, Spezialführungen und Veranstaltungen. Der Markt steht auch in Verbindung mit verschiedenfarbigen Karotten und daraus hergestellten Produkten. Einzelne Anbieter und Programmpunkte können wechseln.
Beim Bachfischet erhellen die Lampions der Schulkinder die verdunkelte Altstadt. Zum Abschluss gibt es ein traditionelles Feuerwerk mit dem «Mordschlapf»; genaue Programmdetails können variieren. Der Brauch setzt damit einen anderen Akzent als die Sammlungen und historischen Gebäude: Hier wird die Altstadt zum Schauplatz eines gemeinsamen Ereignisses.
Im Wildpark Roggenhausen leben Wildtiere und seltene Haustierarten; die Tierbestände können sich verändern. Zum Park gehört ein Naturlehrpfad, der in sechs Stationen Zusammenhänge zwischen Geologie, Vegetation und Tierwelt erläutert. Er liegt in der Übergangszone zwischen Jura und Mittelland. Zum Obstbaumgarten gehören rund 50 hochstämmige Apfel-, Birn-, Zwetschgen-, Kirsch- und Pflaumenbäume; die Zahl kann sich mit der Zeit verändern.
Das Naturama ergänzt diese Naturthemen mit der Naturgeschichte des Kantons Aargau. Seine Dauerausstellung beginnt mit Dinosauriern und Mammuts. Interaktive Filme, Spiele und Hörstationen vermitteln Wissenswertes über die sich ständig verändernde Umwelt; einzelne Ausstellungsstücke können wechseln. Damit reicht Aaraus Entdeckungsangebot von Kunst und Baugeschichte bis zu Landschaft, Tierwelt und Naturgeschichte.
Weitere Reiseziele entdecken: Suhr, Aarau, Rohr, Küttigen, Muhen, Gränichen, Oberentfelden, Kulm.
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