Rohr lässt sich über zwei unterschiedliche Schwerpunkte entdecken: die Wasser- und Auenlandschaft des Rohrer Schachens sowie die Reformierte Pfarrkirche mit ihrer besonderen Bauform und Kunst. Damit können Sie den Ort sowohl über Naturbeobachtung als auch über Bau- und Kunstgeschichte kennenlernen. Rohr ist ein Dorf im Kanton Aargau und gehört seit der Fusion mit Aarau als Stadtteil zum Kantonshauptort.
Wanderung durch Wasserlandschaften
Die Wanderung „Von der Kiesbank zur Tümpellandschaft“ ist 6 km lang, dauert 1½ Stunden und weist keine Höhendifferenz auf. Sie beginnt bei der Haltestelle „Aarau Rohr, Salamatt“ und endet bei „Aarau Rohr, Unterdorf“. Die benannten Endpunkte, die Distanz und die Gehzeit geben einen konkreten Rahmen für die Planung der Tour.
Unterwegs führt die Wanderung an einem Biberdamm im Giessen vorbei. Mit etwas Glück lassen sich entlang des Giessens weitere Biberspuren entdecken. Im Rohrer Schachen führt die Route außerdem an einer naturnah angelegten Tümpellandschaft vorbei, die sich von einem Aussichtspunkt gut überblicken lässt. Tiere können am Ostrand des Gebiets am besten unmittelbar beobachtet werden.
Giessen und Aarschächli
Im Rohrer Schachen umfassen ein neuer Seitenarm und eine Weichholzaue 7 ha. Wo Grundwasser an die Oberfläche tritt, entstehen Giessen, die als Markenzeichen des Gebiets gelten. Sie bieten Lebensraum für Wasserpflanzen wie Wassersellerie und Brunnenkresse sowie für Stichlinge, Biber und Eisvögel. Die Beispiele reichen von Pflanzen bis zu Fischen, Säugetieren und Vögeln: Die Giessen prägen die Landschaft und dienen zugleich unterschiedlichen Arten als Lebensraum.
Das Aarschächli umfasst einen grundwassergespeisten Altarm mit Flachwasserzone und Steilufer. Im Rahmen der Auenrevitalisierung wurde ein Altarm künstlich angelegt; heute beherbergt er Enten und andere Wasserlebewesen. Beim Aarschächli gibt es außerdem einen Aussichtspunkt mit Blick auf den Waldsee. Für Vogelbeobachtungen dort wird ein Fernglas empfohlen.
Reformierte Pfarrkirche Rohr
Die Reformierte Pfarrkirche Rohr besitzt einen Y-förmigen Grundriss, eine ungewöhnliche Lösung für diese Bauaufgabe. Auch ihre Ausstattung bietet konkrete Details: Der Wandteppich an der Altarwand stammt von Regula Eichenberger und ist aus dem Jahr 1965. Die farblosen Fenster an der Südseite wurden 1987 durch Buntglasfenster von Karl-Heinz Bürger ersetzt. Grundriss, Teppich und Fenster lenken den Blick damit auf unterschiedliche Aspekte des Kirchenbaus und seiner Kunst.
Die Reformierte Kirche Rohr ist grundsätzlich tagsüber, etwa von 07:00 bis 19:00 Uhr, für Einkehr oder persönliches Gebet geöffnet. Diese Öffnung gilt nicht, wenn gerade ein Gottesdienst oder eine Veranstaltung stattfindet. Prüfen Sie vor Ihrem Besuch, ob dieser Vorbehalt Ihren Zeitpunkt betrifft.
Ortsgeschichte und Höhenlage
Rohr wurde erstmals 1027 urkundlich unter dem Namen „Rore“ erwähnt. Der Ortsname leitet sich vom althochdeutschen Ausdruck „ze Rore“ ab und bedeutet „beim Schilf“. Die historische Höhenlage des ehemaligen Gemeindegebiets reichte vom Aareufer, wo die tiefste Stelle etwa 358 Meter erreichte, bis zum Suretwald mit dem höchsten Punkt auf etwa 380 Metern.
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