Muhen liegt am Ostrand des unteren Suhrentals, am Nordwesthang des Höhenrückens zwischen Suhren- und Wynental. Die Suhre durchfließt das Dorf von Süden nach Norden; die umgebende Ebene ist völlig flach. Auch die Geschichte der Ortsteile gehört zum Landschaftsbild: Untermuhen, Mittelmuhen und Obermuhen waren früher getrennt und liegen auf Schuttkegeln am Ausgang tief eingeschnittener Täler.
Handwerk und Baugeschichte entdecken
Im Strohdachhaus Muhen steht das Handwerk der Strohdachdecker im Mittelpunkt. Die Ausstellung wird durch Sammlungsbestände und Objekte aus weiteren Berufen ergänzt, darunter Zimmerei, Seilerei und Schmiedehandwerk. Das Haus ist auch eine besonders sehenswerte Station an der Nord-Süd-Route im Suhrental.
Für einen Besuch gelten feste Zeiten: Von April bis Oktober ist das Strohdachhaus jeweils am ersten und dritten Sonntag des Monats von 14:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. Zu anderen Zeiten sind Besuche nach Vereinbarung möglich. Prüfen Sie die Öffnungszeiten vor der Anreise, wenn Sie den Museumsbesuch einplanen. Die Jazz-Matinée gehört fest zum Kulturkalender und findet am Sonntag des Internationalen Museumstags vor dem Strohdachhaus statt. Wenn Sie dafür anreisen, prüfen Sie das Datum für Ihr Reisejahr.
Ein zweiter markanter Kulturort ist die Reformierte Kirche Muhen. Ihr polygonaler Kirchensaal, das angebaute Kirchgemeindehaus und der freistehende quadratische Glockenturm gruppieren sich um einen Kirchplatz am Hang. Die Anlage prägt das Ortsbild; ihre Ausstattung ist größtenteils original erhalten. Das auffällige Chorfenster kann je nach Lichtverhältnissen bereits von außen glitzern.
Auch die politische Geschichte lässt sich in klaren Stationen erzählen. Im Mittelalter stand Muhen zunächst im Herrschaftsbereich der Grafen von Lenzburg und ab 1173 in jenem der Grafen von Kyburg. Nach deren Aussterben übernahmen 1273 die Habsburger die Landesherrschaft; um 1350 entstand das Muhenamt als eigener Gerichtsbezirk. Nach der Eroberung des Aargaus durch die Eidgenossen 1415 gehörte Muhen zum Untertanengebiet der Stadt Bern, dem Berner Aargau. Seit der Gründung der Helvetischen Republik 1798 gehört Muhen zum Kanton Aargau.
Zu Fuß und mit dem Fahrrad unterwegs
Eine konkrete Wanderung führt von Schöftland über die Böhler Passhöhe nach Muhen. Die Strecke ist acht Kilometer lang, dauert 2 Stunden 30 Minuten und ist als leicht eingestuft. Auf dem letzten Abschnitt geht es über einen Waldpfad zur Kirche Muhen. Von dort sind es zu Fuß knapp fünf Minuten entlang einer asphaltierten Straße bis zum Bahnhof Muhen.
Für einen Spaziergang empfiehlt die Gemeinde den Müheler Wald. Eine Fahrradtour entlang der Bäche eröffnet die Möglichkeit, die Müheler Täler zu entdecken. Wer eine ausgewiesene Route sucht, kann sich an der Nord-Süd-Route im Suhrental orientieren: Sie führt von Oberentfelden über Muhen nach Schöftland. Dabei begleitet die Suhre die Route flussaufwärts.
Anreise und Planung
Muhen verfügt über eine Bahnverbindung nach Aarau oder Schöftland. Prüfen Sie für den Besuchstag beim Betreiber, welche Verbindungen passen. Für die Anreise mit dem Auto liegt ein Anschluss an die Autobahn A1 in Richtung Zürich–Bern außerhalb des Dorfes Muhen.
Kulturprogramm, Wanderung und Fahrradtour bieten unterschiedliche Schwerpunkte für einen Aufenthalt. Wenn das Strohdachhaus oder die Jazz-Matinée zu Ihrem Plan gehört, richten Sie die Reise nach den jeweiligen Besuchszeiten beziehungsweise dem Veranstaltungstermin aus. Für die Wanderung geben Distanz, Gehzeit und Schwierigkeitsgrad einen konkreten Rahmen; die Radroute verbindet Muhen mit den genannten Orten im Suhrental.
Weitere Reiseziele entdecken: Suhr, Oberentfelden, Aarau, Gränichen, Rohr, Küttigen.
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