Koblenz liegt am Zusammenfluss von Aare und Hochrhein, unmittelbar an der Grenze zu Deutschland. Der Fluss prägt die Landschaft ebenso wie die Eisenbahngeschichte des Ortes. Wer hier übernachtet, kann zwischen Uferlandschaft, historischen Bauwerken und markanten Kirchen wählen. Auch der Name hat mit der Lage zu tun: 1010 wurde Koblenz erstmals als Confluentia urkundlich erwähnt; die Bezeichnung nimmt auf den Zusammenfluss von Aare und Rhein Bezug.
Flusslandschaft und Wege am Wasser
Am Kleinen Laufen liegt eine Schotterterrasse unterhalb der Stromschnelle. Von dort bietet sich der Blick auf den Zusammenfluss von Rhein und Aare sowie auf die Mündung der Wutach. Direkt am Rhein steht der römische Wachturm Kleiner Laufen, der jederzeit frei zugänglich ist. Da sich örtliche Zugangsbedingungen ändern können, empfiehlt sich vor dem Besuch ein kurzer Blick auf die aktuelle Situation.
Im Giriz fallen die mächtigen Silberweiden auf. Das Gebiet an der Einmündung der Aare in den Rhein ist als ortsfestes Objekt für die Fortpflanzung von Amphibien von nationaler Bedeutung erfasst. Dort wurde zudem ein 400 Meter langer Seitenarm revitalisiert. Die Flussräume von Rhein und Aare mit Auenwäldern, Inseln und Kiesbänken dienen als Naherholungsgebiet. Das Naturwaldreservat Gippinger Grien ist bei und unmittelbar nach Hochwasser wegen überfluteter Wege nicht durchgängig begehbar.
Vom Bahnhof Koblenz führt ein Wanderweg in Richtung Gippingen durch das Naturschutzgebiet Giriz und entlang der Aare. Unterwegs kommt er an einer Feuerstelle ohne Unterstand vorbei. Route und Uferwege lassen sich deshalb gut anhand der eigenen Interessen planen; bei Hochwasser können die Bedingungen eingeschränkt sein. Die Angaben beschreiben weder eine Gehzeit noch eine Rundtour zurück zum Bahnhof.
Eisenbahnbauten und Ortsgeschichte
Die 1859 errichtete Eisenbahnbrücke über den Rhein ist Europas älteste Eisenfachwerkbrücke, die noch als Eisenbahnbrücke genutzt wird. Zusammen mit dem Aufnahmegebäude und dem Güterschuppen des Bahnhofs bildet die Koblenzer Depotanlage ein selten gewordenes Ensemble aus der Frühzeit des schweizerischen Eisenbahnbaus. Das historische Lokdepot aus dem Jahr 1872 umfasst ein Vereinslokal, eine Werkstatt und präsentierte Draisinen; ausserdem bietet es Räumlichkeiten für Veranstaltungen. Die Depotanlage und die Sammlung von Schienenfahrzeugen werden geschützt und erhalten. Am Ort befindet sich auch die grösste Draisinen-Sammlung der Schweiz. Für einen geplanten Besuch sollten Sie die aktuellen Besuchs- und Veranstaltungsmöglichkeiten vorab prüfen.
Ein weiterer historischer Akzent ist das Schloss an der Hinterdorfstrasse 21. Der spätgotische Mauerbau aus dem 16. Jahrhundert ist kantonal geschützt und von regionaler Bedeutung. Vermutlich diente er als Gutshof des Klosters Sion in Klingnau. Als eines der wenigen Koblenzer Häuser überstand das Schloss den Dorfbrand von 1795. Im Hochmittelalter gehörte Koblenz zum Herrschaftsbereich der Herren von Klingen; 1269 verkaufte Walther von Klingen die Siedlung zusammen mit Klingnau an das Bistum Konstanz.
Kirchen und Architektur
Die reformierte Kirche Koblenz wurde 1939 bis 1940 gebaut und am 21. April 1940 eingeweiht. Der einschiffige Predigtsaal hat einen offenen Dachstock aus naturbelassenem Holz und einen Boden aus kleinen roten Tonplatten. Die Kirche ist nur während Gottesdiensten und Anlässen geöffnet; zu den möglichen Nutzungen zählen Konzerte, gesellschaftliche Anlässe, Trauungen und Abdankungen.
Die katholische Pfarrkirche St. Verena entstand 1958/59 nach Plänen des Solothurner Architekten Otto Sperisen und ist der heiligen Verena geweiht. Ihr Kirchenschiff verjüngt sich im Grund- und Aufriss trapezförmig. Hinzu kommen ein freistehender Glockenturm und weit vorkragende Flugdächer, wie sie für die Kirchenarchitektur der 1950er Jahre charakteristisch sind.
Anreise und Orientierung vor Ort
Koblenz verfügt über die beiden Bahnhaltestellen Koblenz Dorf und Koblenz Bahnhof. Park+Ride-Angebote gibt es beim Bahnhof und beim Gemeindehaus; ein Carsharing-Angebot befindet sich beim Bahnhof. Da sich Transportangebote ändern können, prüfen Sie Verbindungen und aktuelle Verfügbarkeit vor der Anreise. Für die Routenplanung mit dem Velo verbindet die kantonale Radroute 500 Koblenz westwärts mit Full und Leuggern sowie ostwärts mit Rietheim. Eine historische Route von nationaler Bedeutung führt von der Eisenbahnbrücke über Landstrasse, Achenbergstrasse und Tüftelstrasse nach Rietheim und weiter nach Waldshut.
So lässt sich der Aufenthalt nach den eigenen Schwerpunkten ausrichten: Flussräume und Wege am Wasser stehen neben Eisenbahnzeugnissen und sehr unterschiedlichen Kirchenbauten. Prüfen Sie für einzelne Besuche die jeweiligen Zugangsbedingungen und planen Sie Wege im Ufergebiet mit Blick auf Hochwasser.
Weitere Reiseziele entdecken: Böttstein, Siglistorf, Bad Zurzach, Tegerfelden, Wislikofen, Endingen.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Zurzach.