Am Südfuss des Juras, direkt am Bielersee, hat Ligerz seinen Charakter als Winzerdorf am See bewahrt. Rebberge prägen den Ort; mittendrin steht die spätgotische Kirche, ein Wahrzeichen des Dorfes. So lässt sich Ligerz über verschiedene Interessen erschliessen: über Pilgerwege und Ortsgeschichte, über Weinbau und Verkostungen oder über Wege am Wasser.
Kirche, Pilgerweg und Ortsgeschichte
Die heutige Kirche wurde zwischen 1522 und 1526 im spätgotischen Stil errichtet. Sie steht in den Rebbergen gegenüber der St. Petersinsel; von hier reicht der Blick zu den Alpen. Die Wallfahrtskirche liegt am Jakobsweg Basel–Payerne und bietet einen Pilgerstempel. Historisch ist sie mit Reliquien aus Rom und einem besonderen Ablass von 15 Kardinälen verbunden. Eine Michaelskapelle in Ligerz wurde bereits 1261 erstmals urkundlich erwähnt.
Wer sich für die Geschichte des Weinbaus interessiert, findet im Rebbaumuseum «Hof» einen konkreten Anknüpfungspunkt: Es befindet sich im ehemaligen Freiherrensitz der Herren von Ligerz. Das sorgfältig renovierte Haus der Herren von Ligerz ist seit 1973 öffentlich zugänglich. Geführte Rundgänge durch das Dorf erzählen vom Winzerdorf und vom Weinbau früher und heute.
Weinbau, Degustationen und regionale Küche
Rund 30 Rebbaubetriebe prägen Ligerz. Zwischen den Trockenmauern rund um den Ort wachsen traditionelle und neue biologische Rebsorten. Auch die Vinitour führt durch die Rebberge am Bielersee: Sie stellt regionale Rebsorten sowie Winzerinnen und Winzer vor und umfasst Weinverkostungen. Auf der Tour besuchen Sie drei Weinbetriebe und degustieren insgesamt 13 Weine. Einzelheiten des Angebots können je nach Datum und beteiligten Betrieben variieren.
Wein lässt sich auch mit Dorfgeschichten verbinden: Geführte Rundgänge greifen die Entwicklung des Weinbaus von früher bis heute auf. In Weinkellern kann neben dem hiesigen Wein auch Treberwurst angeboten werden. Das Restaurant Caveau serviert saisonale Menüs aus frischen regionalen Produkten sowie frischen Fisch aus dem Bielersee; prüfen Sie die aktuellen Details vor einem Besuch.
Routen am See und durch die Rebberge
Der Rebenweg führt von Biel durch die Weinberge, vorbei an Winzerdörfern wie Twann und Ligerz, bis nach La Neuveville. Informationstafeln entlang des Weges vermitteln Wissenswertes über Rebbau, Rebsorten und die lange Weintradition der Region. Der Pilgerweg setzt einen anderen Schwerpunkt: Er führt von Kleintwann durch die Reben zur Kirche von Ligerz und weiter in Richtung La Neuveville. Wer lieber eine geführte Abfahrt einplant, kann die Trotti-Tour von Prêles nach Ligerz als spielerische Möglichkeit nutzen, die Weinregion Bielersee zu entdecken.
Der rund zwei Kilometer lange Fischweg verläuft zwischen Ligerz und Twann direkt am Bielersee. Neun Informations- und Erlebnisstationen widmen sich Fischen und dem Lebensraum Wasser. Der Weg eignet sich auch für ältere Personen und für Rollstühle sowie Kinderwagen. Wichtig für die Planung: Die Gemeinde weist derzeit darauf hin, dass der Fischweg wegen SBB-Bauarbeiten nicht durchgehend begehbar ist. Prüfen Sie den aktuellen Hinweis, bevor Sie den Weg einplanen.
Das «vinifuni» bringt Sie von Ligerz durch die Rebberge hinauf nach Prêles. Die Verbindung beginnt in der deutschsprachigen Gemeinde Ligerz und endet im französischsprachigen Prêles. Dort sind Rad- und Wandertouren auf dem Tessenberg und zum Chasseral Ausgangspunkte für weitere Ausflüge.
Ortsbild, Landschaft und Anreise
Das Dorf Ligerz ist im Schweizer Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder (ISOS) verzeichnet. Auch das linke Bielerseeufer gehört zum Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN). Im weiteren Rebgebiet am Bielersee prägen Trockenmauern die Hänge: Sie schützen vor Erosion und bieten Pflanzen und Tieren wie Eidechsen, Wildbienen und Schmetterlingen Lebensräume. Naturnaher Weinbau rund um Ligerz ermöglicht zudem, bedrohte Pflanzen und Tiere – darunter Vögel, Insekten und Reptilien – vermehrt in den Rebbergen zu beobachten.
Ligerz ist mit der Bahn, dem Schiff, zu Fuss oder mit dem Velo erreichbar. Für Bahn und Schiff lohnt sich ein Blick auf die Fahrpläne. An den öffentlichen Bootsanlegestellen finden sich Sitzgelegenheiten, schattige Bäume oder sonnige Strandabschnitte; dort können Sie verweilen oder im See baden. So können Sie den Ort nach Ihrem Reiseschwerpunkt auswählen, ohne die verschiedenen Wege und Angebote zu einem einzigen Ausflug zusammenzufassen.
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