Erlenbach Im Simmental bietet zwei unterschiedliche Zugänge zum Aufenthalt: Im Dorf führen Dorfkern, Agensteinhaus und Sankt Michaelskirche in die Bau- und Ortsgeschichte; im Stockhorngebiet stehen Bergwege und jahreszeitlich wechselnde Aktivitäten im Mittelpunkt. Für die Planung lohnt es, die historischen Ziele im Ort von den Wegen und Bedingungen am Berg zu unterscheiden.
Dorfkern und Simmentaler Baukultur
Der schützenswerte Dorfkern liegt unterhalb der romanischen Kirche. Zumindest auf der Ostseite des Wildenbachs entstand er nach dem Dorfbrand von 1765. Der Wiederaufbau begann 1766 und prägte das Ortsbild in einer Blütezeit der Simmentaler Baukunst, die Erlenbach zu einer Mustersiedlung machte.
Direkt unterhalb des Dorfplatzes steht das Agensteinhaus, das nach dem Brand entstand. Es ist ein Bauernhaus des späten 18. Jahrhunderts in Simmentaler Bauweise. Dabei verbindet die Bauweise Ständer- und Blockbau. Das Museum im Haus zeigt Dauerausstellungen zu Zimmermannskunst, Pferde- und Viehzucht, Alpwirtschaft, Urgeschichte, alten Handwerken und Weberei. Die Themen geben Einblick in unterschiedliche Seiten der lokalen Bau- und Wirtschaftsgeschichte, statt sich auf ein einzelnes Handwerk zu beschränken.
Sankt Michaelskirche und ihre Wandbilder
Die heutige romanische Kirche ersetzte im 11. oder zu Beginn des 12. Jahrhunderts ein großes gemauertes Gotteshaus. Ihre spätgotischen Wandbilder sind mehr als 500 Jahre alt. An den Schiffswänden befindet sich ein seltener Bilderzyklus, der die christliche Heilslehre des Mittelalters darstellt. Spuren der früheren Wandmalereien wurden 1901 nach fast vierhundert Jahren wiederentdeckt und später restauriert. An der Westwand steht eine monumentale Christophorusfigur aus dem Jahr 1420.
Die Kirche steht grundsätzlich offen und kann fast jederzeit individuell besucht werden. Prüfen Sie vor dem Besuch die aktuellen Hinweise. So lässt sich der Kirchenbesuch als eigener Kulturpunkt planen, während das Agensteinhaus mit seinen Dauerausstellungen einen anderen Schwerpunkt setzt.
Ortswege und Simmentaler Hausweg
Der bestehende Themenweg führt durch Grossdorf und Kleindorf und informiert über die Geschichte und Häuser von Erlenbach. Unterwegs bietet eine Brätlistelle im Steiniwald einen Ort zum Picknicken und Spielen. Der Simmentaler Hausweg ist weiter gefasst: Er führt von Wimmis über Erlenbach, Därstetten-Weissenburg und Oberwil nach Boltigen. Die Route verläuft meist abseits von Straßen und macht die Zimmermannskunst im Simmental erlebbar. Das Agensteinhaus ist Teil dieses Hauswegs.
Stockhorn: Wege und Aussichten
Die Stockhornbahn verbindet Erlenbach in zwei Sektionen mit dem 2.190 Meter hohen Stockhorngipfel und ist ganzjährig in Betrieb. Saisonale Betriebshinweise sollten Sie vor der Fahrt prüfen. Vom Bahnhof Erlenbach erreichen Sie die ausgeschilderte Talstation innerhalb von zehn Minuten zu Fuß.
Im Stockhorngebiet reicht die Auswahl von anspruchsvollen Bergwanderungen bis zu gemütlichen Spaziergängen. Der Stockhorn-Panoramaweg gilt als drei- bis vierstündige Wanderung: Er führt von der Bergstation über das Stockenfeld zur Oberstockenalp und bietet Ausblicke auf mehr als 200 Berggipfel. Eine kurze Wanderung ist der Alpenblumen-Pfad von der Bergstation auf das Stockhorn; im Jahresverlauf lassen sich dort mehr als 100 verschiedene Blumen an ihren natürlichen Standorten beobachten. Welche davon blühen, hängt von der Jahreszeit ab.
Auch die Zugänge zu den beiden Bergseen unterscheiden sich deutlich: Vom Chrindi ist der Hinterstockensee in fünf Minuten zu Fuß erreichbar; der Weg eignet sich gut für Familien und Kinder. Zum Oberstockensee sind es von der Mittelstation Chrindi 40 Minuten zu Fuß. Die Wegverhältnisse können variieren. Die Panorama-Aussichtsplattform am Stockhorn ist für Rollstuhlfahrer, Menschen mit Gehbehinderungen und Familien mit Kinderwagen leicht zugänglich. Der rollstuhltaugliche «No Limits See – Rundwanderweg» führt um den Hinterstockensee.
Saisonale Aktivitäten und Natur
Entlang des «No Limits See – Rundwanderwegs» liegt ein Quiz-Trail mit zehn Stationen. Kinder können dort spielerisch etwas über Flora und Fauna lernen und klettern, rutschen und balancieren. Prüfen Sie vor dem Besuch die saisonale Verfügbarkeit. Im Jahresverlauf bietet das Stockhorngebiet damit unterschiedliche Interessen: Naturbeobachtung auf dem Alpenblumen-Pfad, Bewegung am See oder ein spielerischer Zugang zur Tier- und Pflanzenwelt.
Im Winter wird der Hinterstockensee bei guten Eisverhältnissen zum Schlittschuhlaufen präpariert. Rund um den zugefrorenen See gibt es präparierte Winterwanderwege; außerdem verfügt das Gebiet über vier Schneeschuhtrails mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Ein ausgeschilderter leichter Trail führt von der Mittelstation Chrindi zur Oberstockenalp und zurück. Prüfen Sie vor einer geplanten Tour die aktuelle Präparation und die Wegverhältnisse.
Angeln ist in den Bergseen Hinterstockensee und Oberstockensee möglich; die Gewässer sind reich an Regenbogenforellen. Das Fischerpatent für das Stockhorngebiet ist nur in Verbindung mit einer Bahnfahrt an der Talstation der Stockhornbahn erhältlich und berechtigt zum Fang von höchstens sechs Fischen. Prüfen Sie vor der Reise die geltenden Bestimmungen. Zum Landschaftsbild gehört außerdem das Naturschutzgebiet Brünnlisau: Es umfasst einen Abschnitt der Simme, der sich über die Gemeinden Diemtigen, Erlenbach Im Simmental und Wimmis erstreckt. Brünnlisau ist eine Aue von nationaler Bedeutung.
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