Fürstenau verbindet einen markanten historischen Ortskern mit Routenbezügen ins Domleschg. Die geschlossene, ringförmige Anlage entwickelte sich aus einer Höhenburg mit Haupt- und Vorburg zu einer Stadt. Stadtmauer, Stoffelhaus und Kirche geben der Ortsgeschichte konkrete Anhaltspunkte; der Burgenweg Domleschg führt ebenfalls durch Fürstenau.
Ein Ortskern in Ringform
Die Form des historischen Zentrums erzählt von seiner Entwicklung: Aus der Höhenburg mit Haupt- und Vorburg entstand eine Stadt mit ringförmigem Grundriss. Das Ortsbild ist seit dem Ende des 19. Jahrhunderts praktisch unverändert und im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz verzeichnet. Die Geschichte zeigt sich dabei nicht nur an den Gebäuden.
Zum historischen Umfeld gehören Gärten und regionaltypische Obstanlagen. Hecken, Trockenmauern und Baumreihen prägen die Landschaftsstruktur. So lassen sich Ortsbild und Umgebung gemeinsam betrachten, ohne die einzelnen Elemente miteinander zu verwechseln.
Wandmalereien, Kirche und Schlösser
Am Stoffelhaus ist ein Abschnitt der Fürstenauer Stadtmauer freigelegt. Im Mauerwerk ist der Ährenverband, auch opus spicatum genannt, sichtbar. Das Haus bewahrt gotische Wandmalereien, die in das letzte Viertel des 14. Jahrhunderts datiert werden. Zu den erhaltenen Fragmenten gehört eine alttestamentarische Geschichte mit dem Kampf Samsons gegen den Löwen; weitere zeigen Bauern, Kühe und eine Schafherde. Religiöse Erzählung und bäuerliche Motive stehen hier nebeneinander.
Das Stoffelhaus kann nach telefonischer Vereinbarung besichtigt werden. Der Ausstellungsbesuch lässt sich mit einer Führung durch Fürstenau verbinden; prüfen Sie vor der Anreise die Verfügbarkeit der Führung. Auch die reformierte Kirche gibt Hinweise auf verschiedene Bauphasen: Sie wurde erstmals 1354 erwähnt, bevor das Kirchenschiff 1715 verlängert und mit Kreuzgratgewölben eingewölbt wurde.
Schloss Schauenstein entstand zwischen 1667 und 1676 unter Einbeziehung eines ehemaligen mittelalterlichen Festungsturms. Heute wird es in Fürstenau als Restaurant und Hotel betrieben. Die PostAuto-Haltestelle Fürstenau, Schloss liegt 65 Meter vom Schloss Schauenstein entfernt.
Das Bischöfliche Schloss ist davon zu unterscheiden: Es befindet sich in Privatbesitz und ist nicht öffentlich zugänglich. Es liegt direkt am Burgenweg Domleschg. Fürstenau erhielt 1354 Stadtrechte und war ein bedeutender Ort an der Septimerroute sowie Verwaltungszentrum der bischöflichen Herrschaft im Domleschg und am Heinzenberg.
Burgenweg und Touren im Domleschg
Der Burgenweg Domleschg führt durch Fürstenau und verläuft zwischen den Bahnhöfen Thusis und Rothenbrunnen. Sie können ihn etappenweise erkunden und mit dem PostAuto kombinieren. Für die konkrete Planung lohnt es sich, den Fahrplan zu prüfen.
Die Domleschger Runde ist 24,2 Kilometer lang und beginnt und endet am Bahnhof Thusis. Ihre Route führt über Fürstenaubrück und Fürstenau; prüfen Sie vor der Tour die Routenbedingungen. Eine weitere Rundtour verbindet Thusis über Fürstenau und Fürstenaubrück mit der Rheinschlucht und führt auf dem Rückweg am rechten Ufer des Hinterrheins durch das Domleschg nach Thusis. Wenn Sie nach einer angegebenen Streckenlänge planen, bietet die Domleschger Runde eine konkrete Orientierung; die andere Rundtour ist durch die Rheinschlucht und ihren Rückweg am Hinterrhein charakterisiert.
Auch für Velotouren bietet das Domleschg einen eigenen landschaftlichen Rahmen: Die Routen führen durch eine sonnige Kulturlandschaft mit Obstgärten, historischen Dörfern und zahlreichen Burgen. Ruhige Nebenstraßen und Radwege eignen sich sowohl für gemütlichere als auch für sportlichere Ausflüge in Richtung Viamala. Damit stehen neben den Bau- und Ortsgeschichten auch unterschiedliche Tourenformen zur Auswahl.
Weitere Reiseziele entdecken: Avers, Almens, Urmein, Fardün, Rothenbrunnen, Thusis, Nufenen, Sarn.
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