Rothenbrunnen ist die nördlichste Gemeinde im Domleschg und liegt auf 625 Metern über Meer. Als «Tor zum Domleschg» bezeichnet, ist das Dorf die erste Siedlung zwischen den Burgen Ober- und Niederjuvalta. Burgruinen, historische Wege und ein über viele Jahre angelegter Kurgarten geben dem Ort mehrere unterschiedliche Schwerpunkte. Für Ihre Planung finden Sie hier sowohl konkrete Wegangaben als auch eine zeitlich umrissene Gartenführung.
Burgen und Baugeschichte
An der höchsten Stelle des Felsens von Oberjuvalta steht ein dreigeschossiger Turm. Die Burganlage wurde seit 1979 schrittweise renoviert, um sie möglichst in einen ursprünglichen Zustand zu versetzen. Nach umfassenden Renovierungsarbeiten ist sie wieder zugänglich.
Von Niederjuvalt ist hoch über dem Rhein noch ein Rest des Turms erhalten. Am Fuss des Felsens befinden sich Überreste einer ehemaligen Talsperre. Zu den Sehenswürdigkeiten Rothenbrunnens zählen ausserdem die Burgruinen Ober- und Niederjuvalta sowie das spätgotische Haus Tscharner aus dem Jahr 1546 mit Fassadenmalereien von Hans Ardüser. Die Kirche des Dorfes wurde 1741 erbaut und bietet Raum für beide Konfessionen.
Hochjuvalt ist ein weiterer Ort mit eigener Baugeschichte: Die Burg wurde vermutlich im 12. Jahrhundert als Sitz der Herren von Juvalt errichtet. Sie liegt auf einer schmalen Felsnase etwa 200 Meter über dem Rhein. Vom einst fünfgeschossigen Bergfried ist heute nur noch ein Rest erhalten. Die Ruine ist öffentlich zugänglich, der Felskopf jedoch nicht. Vom Bahnhof Rothenbrunnen aus erreichen Sie die Ruine zu Fuss in 20 Minuten. Da sich die Wegverhältnisse ändern können, prüfen Sie diese vor dem Besuch vor Ort.
Wanderwege mit unterschiedlichen Schwerpunkten
Der Burgenweg Domleschg ist eine Wanderroute durch das Domleschg zwischen den Bahnhöfen Thusis und Rothenbrunnen. Sie können ihn etappenweise erkunden und mit dem Postauto kombinieren. Das bietet eine Möglichkeit, die Tour in Abschnitte aufzuteilen, statt die gesamte Route als eine Wanderung zu planen.
Der Polenweg zwischen Rothenbrunnen und Domat/Ems hat einen anderen historischen Schwerpunkt. Angelegt wurde er von Polen, die 1940 in die Schweiz kamen und aufgrund der Haager Konvention interniert wurden. Während der Internierung lebten sie bis Dezember 1945 in Barackenlagern. So stehen bei den beiden Wegen unterschiedliche Fragen im Vordergrund: Beim Burgenweg geht es um Etappen und die Kombination mit dem Postauto, beim Polenweg um die Geschichte der Internierten und die Entstehung des Weges.
Kurgarten und Kurgeschichte
Der Kurgarten Rothenbrunnen wurde über mehr als 20 Jahre auf mehreren Ebenen einer Felswand angelegt. Regelmässig finden Führungen statt, bei denen der in die Felswand gebaute Garten vorgestellt wird. Ein Rundgang dauert etwa zwei Stunden und vermittelt Informationen über die botanische Vielfalt. Die Führungen finden bei jedem Wetter statt und enden mit einem Fleisch-Käse-Plättli; auf Wunsch kommt ein Glas Wein aus der Region dazu. Da sich die Termine ändern können, prüfen Sie die aktuellen Daten, bevor Sie Ihre Zeit dafür einplanen.
Die warme, jod- und eisenhaltige Heil- und Mineralquelle mit rötlichem Wasser gab Rothenbrunnen seinen deutschen Namen. Für Badekuren wurde die Quelle von 1888 bis in die 1920er-Jahre genutzt. Im alten Kurhaus stehen heute Blumen statt Badekuren im Mittelpunkt. Das Bödeli ist die Ebene über dem Bad und trägt den rätoromanischen Namen «Plaun digl Bogn». Das Bad bei der Sinnesoase Bödeli wird von den Quellen Aua Alva und Fontana rossa gespeist.
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