Am hintersten Ende des Tals entspringt der Hinterrhein am Rheinwaldhorn auf 3402 Metern und am Rheinquellhorn auf 3200 Metern; zuweilen glitzert dort der Paradiesgletscher in der Sonne. Hinterrhein ist das oberste Dorf im Rheinwald und ein Ausgangspunkt zum San-Bernardino-Pass. Das Quellgebiet, die Wege und die Ortsgeschichte geben verschiedene Ansatzpunkte für die Planung eines Aufenthalts: Sie können den Blick auf die Landschaft richten, eine Wanderung auswählen oder die historischen Bauwerke und Fotografien des Dorfs entdecken.
Wanderwege im Rheinwald
Die mittelschwere Talwanderung Rheinwald führt von Sufers nach Hinterrhein. Sie ist 15,2 Kilometer lang, dauert etwa vier Stunden und verläuft entlang des jungen Hinterrheins. Damit ist sie eine längere Talstrecke mit benannter Dauer und Schwierigkeit. Wer einen kürzeren Themenweg in Betracht zieht, findet mit dem Rheinquellweg eine Strecke von 4,5 Kilometern zwischen Hinterrhein und Nufenen.
Der Rheinquellweg lässt sich in beide Richtungen begehen und ist signalisiert. Als Startpunkt kommt entweder der Dorfeingang in Hinterrhein oder der Dorfbrunnen in Nufenen infrage. Die beiden möglichen Einstiege und die Laufrichtung bieten Orientierung bei der Entscheidung, an welchem Ende Sie beginnen möchten. An ausgewählten Brunnen entlang des Wegs stehen Informationen zu den Dörfern; der Weg verbindet so das Wandern mit Einblicken in die Orte. Saisonal führt auch der Dörferweg Rheinwald durch den Cassanawald nach Hinterrhein.
Brücke, Kirche und Dorfgeschichte
Die im 17. Jahrhundert fertiggestellte steinerne Alte Landbrugg überspannt den Hinterrhein in zwei Bögen. Sie ist ein Kulturgut von nationaler Bedeutung im Kanton Graubünden und zugleich ein bedeutendes Kulturgut im Rheinwald. Die Brücke ist öffentlich zugänglich; der Zugang unterliegt örtlichen Bedingungen.
Auch die Reformierte Kirche Hinterrhein verbindet Architektur und Geschichte. Die Kirche war dem heiligen Petrus geweiht. 1219 schenkten die Herren von Sax-Misox ihre Kirche der Kollegiatkirche von San Vittore im Misoxtal. Das Taufbecken gilt als historisch wertvoll und ist mit der mittelalterlichen Walserwanderung sowie der ersten Sesshaftwerdung in Graubünden verbunden. Am Kirchturm fallen die eingeschossige Glockenstube und die charakteristische Flachkuppel als konkrete architektonische Merkmale auf.
Die Postkartengalerie Kabinetli richtet den Blick auf frühere Lebenswelten: Sie zeigt antike Schwarz-Weiß-Fotografien mit Erläuterungen zum früheren Alltag und zur Geschichte Hinterrheins. Die Ansichten umfassen Hinterrhein, den Rheinwald, San Bernardino und die Mesolcina. Damit reicht der historische Bilderschatz über das einzelne Dorf hinaus und stellt verschiedene Landschaften in einen gemeinsamen Bildbestand.
Lokale Spezialitäten und Orientierung
Das Bachhuus bietet regionale Spezialitäten an, darunter lokale Käsesorten, verschiedene Trockenfleischprodukte, Würste, Suppen, Kuchen und weitere Süßspeisen. Bestätigen Sie den Besucherservice vor Ihrer Anreise. Der ehemalige Vorratskeller wurde zum Bachhuus-Chäller umgebaut; dort lassen sich lokale Spezialitäten nach vorheriger Vereinbarung genießen. Für Interessierte führt seit 2012 eine ausgebildete Dorfführerin durch Hinterrhein. So stehen neben den Wegen auch eine geführte Beschäftigung mit dem Dorf und die kulinarischen Angebote als unterschiedliche Besuchsthemen zur Wahl.
Hinterrhein ist mit dem PostAuto erreichbar. Prüfen Sie vor der Reise den aktuellen Fahrplan. Wer die Talwanderung plant, kann deren ungefähre Dauer von vier Stunden bei der Tagesplanung berücksichtigen; für den Rheinquellweg sind vor allem die Länge, die zwei möglichen Startpunkte und die begehbare Richtung konkrete Orientierungspunkte.
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