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In Pfaffnau treffen bedeutende Klosterarchitektur, historische Kirchen und Wege durch eine besondere Kulturlandschaft aufeinander. Wer den Aufenthalt plant, kann den Schwerpunkt auf Kunst und Baugeschichte legen oder Wanderungen und Naturbeobachtungen einbeziehen. Die lokale Geschichte zeigt sich dabei nicht nur im Kloster St. Urban, sondern auch in den Kirchen und historischen Gebäuden des Dorfes.

Kloster St. Urban und Pfaffnauer Baugeschichte

Die Kirche und Konventbauten von St. Urban zählen in der Schweiz zu den herausragendsten Zeugnissen zisterziensischer Baukunst und Kultur. Zur barocken Kirche gehören hohe Zwillingstürme und mächtige Konventflügel; die Barockorgel besitzt 2.500 Pfeifen und einen monumentalen Prospekt. Das Klosterareal ist von einer Parkanlage umgeben und nach außen durch eine hohe Mauer abgegrenzt. Heute wird es für Kultur- und Eventveranstaltungen sowie für den Kunstbereich genutzt. Zu den kulturellen Angeboten zählen Konzerte und Lesungen; außerdem werden zeitgenössische Kunst und Architektur gezeigt und kunsthistorische Führungen angeboten.

Eine kunsthistorische Führung dauert etwa 90 Minuten und stellt die Klosterkirche, die Bibliothek, den Festsaal und das Barock-Treppenhaus vor. Das private Kunst- und Kulturzentrum art-st-urban umfasst das Museum moca-st-urban, den skulpturenpark-art-st-urban mit der Orangerie im Park sowie ein Artist-in-Residence-Förderprogramm. Im Skulpturenpark gibt es ganzjährig permanente Ausstellungen und Sonderausstellungen bei freiem Eintritt. Da sich Museumsangebote ändern können, empfiehlt es sich, die aktuellen Zugangsbedingungen vor dem Besuch zu prüfen. Die Bahn-Haltestelle St. Urban liegt etwa drei Gehminuten vom art-st-urban entfernt; für die Anreise mit der Bahn prüfen Sie den Fahrplan.

Auch die Pfarrkirche St. Vinzenz prägt das Ortsbild: Sie steht auf einer Anhöhe über dem Dorf und wurde vorwiegend von 1809 bis 1812 unter der Bauherrschaft des Klosters St. Urban errichtet. Die Deckengemälde im Mittelschiff stammen vom Willisauer Maler Xaver Hecht. Das Pfarrhaus ist ein Rokokopalais, das 1764 bis 1765 als Sommerresidenz von St. Urban erbaut wurde. Pfarrkirche, Pfarrhof, Zehntenhaus und Antoniuskapelle bilden den dominanten Ortskern; die Kapelle neben dem früheren Kirchenstandort wurde 1687 erbaut. Eine Burgstelle über dem Burghof und die Flurnamen verweisen ebenfalls auf die Geschichte Pfaffnaus.

Wanderwege zwischen Dorf und Kulturlandschaft

Der Kapellenweg im Pfaffnerntal ist ein 9,09 Kilometer langer Rund-Themenweg mit Start und Ziel in Pfaffnau. Er ist gut ausgeschildert, weist keine merklichen Höhendifferenzen auf und führt an vielen sakralen Kostbarkeiten vorbei. Der Weg gilt als familienfreundlich. Mit dem Bus ist er von den Bahnhöfen Reiden oder Zell aus erreichbar; mit dem Auto führt die Anfahrt über die A2-Ausfahrt Reiden und anschließend über die ausgeschilderte Wegführung. Eine Broschüre mit Kartenausschnitt und Beschreibungen der sakralen Bauten liegt in der Pfarrkirche St. Vinzenz auf; prüfen Sie vorab, ob sie verfügbar ist.

Eine andere Runde ist die Rundwanderung Burgwald: Sie beginnt und endet in Pfaffnau und führt nach Eberdingen, wo sich eine Aussicht über das Mittelland bis in die Berge öffnet. Wer eine längere Wanderung einplant, kann zwischen Roggliswil und Pfaffnau auf einer etwa zweistündigen Strecke drei Karpfenteiche und einen Naturschutzweiher erkunden. Für diese Wege sind unterschiedliche konkrete Eindrücke beschrieben: Beim Kapellenweg stehen sakrale Bauwerke im Mittelpunkt, während die Burgwald-Runde mit Ausblicken verbunden ist. Prüfen Sie vor dem Start die aktuellen Wegverhältnisse.

Der Grenzpfad Napfbergland ist mit den offiziellen Wanderwegweisern von Wanderland Schweiz als Route Nummer 65 ausgeschildert. Ein 1,5 Kilometer langer Abschnitt verläuft zwischen St. Urban, Altbüron und Melchnau durch die Rottaler Wässermatten. Diese selten gewordene Kulturlandschaft von nationaler Bedeutung bietet vielen selten gewordenen Pflanzen- und Tierarten Lebensraum.

Weiher, Pflanzen und Tierbeobachtungen

Am Grüenbodeweiher ist eine artenreiche Flora am Waldrand zu entdecken; Steinbänke laden zum Verweilen ein. Dort wurden Erdkröte, Grasfrosch, Bergmolch und Gelbbauchunke beobachtet. Der Äschweiher ist von einem Kiesparkplatz aus über einen ausgemähten Pfad entlang des Wässergrabens erreichbar. Feuchtwiesen und eine aufgewertete, extensiv genutzte Wässermatte umgeben den Weiher. Mit etwas Glück lassen sich Eisvögel beobachten; Biberspuren und mehrere Amphibienarten sind ebenfalls belegt. Die beschriebenen Wege zum Weiher können von den örtlichen Bedingungen abhängen, daher lohnt sich vor dem Besuch ein aktueller Blick auf die Zugänglichkeit.

Feste und regionale Spezialitäten

Der Kirchweihtag von St. Urban wird seit 1778 stets am zweiten Oktoberwochenende gefeiert und hat sich zu einem Volksfest entwickelt. Die Klosterkilbi St. Urban-Roggwil erstreckt sich vom luzernischen St. Urban in der Gemeinde Pfaffnau bis nach Roggwil im Bernbiet. Beim Sonntagsmarkt bieten etwa 200 Marktfahrer ihre Waren an; anschließend strömen Tausende Besucherinnen und Besucher durch den Markt. Die genauen Programmdetails können von Jahr zu Jahr variieren, deshalb empfiehlt es sich, die Termine für das jeweilige Jahr zu prüfen.

Auch das Rottaler Erntefest präsentiert seit 2005 einmal jährlich Spezialitäten aus dem Einzugsgebiet der Rot einem breiten Publikum. Datum und Veranstaltungsort sollten Sie für das jeweilige Jahr prüfen. Für einen Besuch auf dem Sonnhaldenhof gibt es einen Hofladen mit frischen Produkten sowie Kaffee und Glace; prüfen Sie die Verfügbarkeit dieser Angebote vor der Anreise.

Weitere Reiseziele entdecken: Wauwil, Menzberg, Willisau, Ufhusen, Gettnau, Reiden, Dagmersellen, Wikon.

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