Zum Inhalt

Der Parcours Vita durch den Gemeindewald und die Geschichte der ersten Schweizer Ébauchen-Manufaktur stehen für zwei sehr unterschiedliche Seiten Fontainemelons: Zeit im Freien und Uhrmacherei. Dazu kommen sakrale Architektur, ein Schulhaus aus dem 19. Jahrhundert und historische Wegespuren bei Les Loges. Für einen Aufenthalt ergeben sich so konkrete Anknüpfungspunkte für Natur, Baugeschichte und Industriegeschichte.

Lage und Ortsgeschichte

Fontainemelon liegt auf etwa 864 m ü. M. am nordwestlichen Rand des Val-de-Ruz im Neuenburger Jura. Das Dorf erstreckt sich am Südhang des Mont d’Amin und der Vue des Alpes. Zu Fontainemelon gehört außerdem ein Teil der Siedlung Les Loges auf etwa 1.185 m ü. M. Die Höhenangaben unterscheiden die Lage des Dorfes von diesem Siedlungsteil. Fontainemelon wurde um 1350 erstmals schriftlich erwähnt; eine frühere aufgezeichnete Namensform lautet „Fontainnemelom“.

Uhrmacherei und Baugeschichte

Die Uhrenmanufaktur, die als „Fabrique d’horlogerie de Fontainemelon“ bezeichnet wird, geht auf das Jahr 1793 zurück. Sie war die erste Ébauchen-Manufaktur der Schweiz. Der Name wird offiziell nicht mehr geführt, ist aber als Gattungsbezeichnung erhalten geblieben. Ein weiterer wichtiger Bezugspunkt ist 1816: In diesem Jahr wurde die erste eigentliche Fabrik am heutigen Standort errichtet. Die beiden Jahreszahlen markieren unterschiedliche Schritte – 1793 den Ursprung der Manufaktur, 1816 den Bau der Fabrik.

Auch das Flachrelief an der Nordfassade der Usine ETA SA greift industrielle Themen auf. Es besteht aus gelbem Stein und thematisiert „Le Génie créateur“, „L’Industrie“ und „L’Abondance“. Die drei Motive verbinden schöpferische Kraft, Industrie und Fülle.

Der Temple de Fontainemelon wurde am 6. Juli 1902 geweiht und besitzt einen neoromanischen Turm. Das Kirchenschiff wird durch sechs rundbogige Fenster und zwei mit Wappen verzierte Glasrosetten erhellt. Die wiederkehrende Bogenform der Fenster und die Wappenmotive der Rosetten sind zwei klar unterscheidbare Gestaltungselemente.

Mit dem historischen „Vieux collège“ kommt ein anderer Gebäudetyp hinzu: Das alte Schulgebäude stammt aus dem Jahr 1846. Temple und Schulhaus stehen damit für unterschiedliche Aspekte der Ortsgeschichte – sakrale Architektur und frühere Schulnutzung.

Zeit im Freien

Der Parcours Vita verläuft durch den Gemeindewald und bietet einen weiten Blick über das Val-de-Ruz. Waldweg und Aussicht geben dem Aufenthalt einen landschaftlichen Schwerpunkt neben den historischen Gebäuden und der Uhrmachereigeschichte.

Die Place de jeux de Fontainemelon bietet eine lange Rutsche, Schaukeln für kleine und größere Kinder, ein Karussell, Tischtennistische und eine Pétanque-Bahn. Auch von dort reicht der Blick über das Val-de-Ruz; Picknicktische ermöglichen eine Pause mit Talblick. Die Ausstattung kann sich ändern, daher empfiehlt es sich, vor dem Besuch zu prüfen, welche Angebote aktuell vorhanden sind.

Historische Wege bei Les Loges

Bei Les Loges an der Straße über die Vue-des-Alpes sind noch drei parallele Verläufe begrünter Wege und Straßen aus den Jahren 1806, 1947 und der Gegenwart erkennbar. Die nebeneinanderliegenden Zeitbezüge machen Veränderungen der Wegeführung anschaulich: Statt eines einzelnen Bauwerks stehen hier mehrere historische Linien im Vergleich. Wer sich für Landschafts- und Verkehrsgeschichte interessiert, findet damit einen anderen Zugang zur Vergangenheit des Ortes.

Weitere Reiseziele entdecken: Le Pâquier, La Vue Des Alpes, Savagnier, Les Hauts-Geneveys, Boudevilliers, Fontaines, Dombresson, Cernier.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Val-De-Ruz.

Unterkünfte suchenAnzeige · Bei einer Buchung können wir eine Provision erhalten.