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Sankt Gallen lässt sich über zwei prägende Kulturthemen entdecken: den UNESCO-Stiftsbezirk und die Geschichte der ostschweizerischen Textilindustrie, für die die Stadt bekannt ist. Ein Audio-Guide führt in rund zwei Stunden durch die Altstadt und das Stickereiquartier; prüfen Sie die Verfügbarkeit des Angebots vorab. Museen, historische Räume und Wege im Stadtgebiet eröffnen unterschiedliche Zugänge zu diesen Themen.

Stiftsbezirk und sakrale Geschichte

Der Stiftsbezirk mit Stiftskirche und Stiftsbibliothek gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Im Ausstellungssaal im Zeughausflügel sind Kostbarkeiten aus dem Stiftsarchiv zu sehen, darunter der originale Klosterplan von 825. Öffentliche Führungen gibt es in allen Ausstellungsräumen des Stiftsbezirks; sie sind im Eintrittspreis inbegriffen.

Die öffentlichen Führungen «Kathedrale erleben» behandeln je nach Führung Architektur, barocke Kunst, die benediktinische Vergangenheit, biblische Darstellungen und Heilige. Für Gruppen führen die Domsakristane und Domsakristaninnen auf Anfrage durch die Kathedrale. Dabei zeigen sie besondere Orte wie die Otmars- und Gallus-Krypta, den Chor und die Galluskapelle. Diese Angebote unterscheiden sich darin, ob Sie an einer öffentlichen Themenführung teilnehmen oder einen Gruppenbesuch anfragen.

Stickerei, Textilien und Sammlungen

Das Textilmuseum St.Gallen besitzt rund 56'000 Objekte, darunter historische Gewebe, Spitzen, Musterbücher und Kostüme. Die Dauerausstellung behandelt die Textilproduktion in der Ostschweiz und zeigt mittelalterliche Bildstickereien, handgefertigte Spitzen sowie Fotografien aus Schweizer Modeateliers. So begegnen Ihnen unterschiedliche Seiten der Textilgeschichte: vom hergestellten Material bis zu seiner Darstellung in Mode und Bildern.

Eine historische Handstickmaschine von 1890 lässt sich bei der Arbeit sehen; sie arbeitet mit 156 Nadeln. Die Vorführung ergänzt die ausgestellten Textilien um einen Einblick in die Technik. Prüfen Sie für die Planung die Vorführzeiten. Auch im Naturmuseum geht der Blick weit zurück: Sieben Themenbereiche behandeln Tiere der Ostschweiz, Mineralien, Fossilien und 3,5 Milliarden Jahre Erdgeschichte. Das Kunstmuseum zeigt in seiner Dauerausstellung Gemälde und Skulpturen vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart. In der Lokremise dient die Kunstzone als Kulturlabor für zeitgenössische Kunst und als zweite Spielstätte des Kunstmuseums.

Stadtwege, Gärten und Ausblicke

In der Altstadt liegen Restaurants, Parkanlagen und Einkaufsstrassen in Gehdistanz; Naherholungsgebiete sind mit dem öffentlichen Verkehr einfach und schnell erreichbar. Wer zu Fuss durch die Stadt schaut, begegnet zudem mehr als 140 öffentlich zugänglichen «Stäge» – so werden Treppen in der Schweiz genannt. Der Stadtpark umfasst 33'737 m² und ist die grösste zusammenhängende Grünfläche im Innenstadtbereich.

Die historische Standseilbahn Mühleggbahn verbindet seit 1893 die Altstadt mit dem Naherholungsgebiet Drei Weieren. Vom Talbahnhof aus erreicht sie das Quartier St.Georgen in 90 Sekunden. Bei den Drei Weieren bietet ein Aussichtspunkt einen Blick auf die Altstadt und den Stiftsbezirk. Der grosse Rundweg durch das Gebiet führt an Weihern und am Kloster Notkersegg vorbei; der Mülenenschlucht-Weg verläuft entlang der Steinach über kleine Brücken und schmale Pfade und verbindet Natur, Geschichte und Stadt.

Für einen anderen Spaziergang bietet sich das Burgweier-Areal an. Seit dem 20. Juni 2020 ist es öffentlich zugänglich und verfügt über Fusswege und Aufenthaltsplätze. Zwei Weiher liegen auf dem Areal; westlich schliessen der industriehistorisch bedeutsame Tröckneturm und ein Bauernhaus an. Im Botanischen Garten zeigt sich eine weitere Seite der Stadt: Dort sind 8'000 beschriftete Pflanzen aus aller Welt versammelt. Öffentliche und private Führungen werden stufengerecht und für alle Altersklassen angeboten.

Bierkultur und Veranstaltungstraditionen

Das Bierflaschenmuseum der Brauerei Schützengarten zeigt mehr als 3'000 Bierflaschen aus 260 Schweizer Brauereien. Der Eintritt ist kostenlos, das Museum rollstuhlgängig. Die Brauerei bietet ausserdem einmal im Monat, in der Regel am ersten Montag um 14 Uhr, geführte Betriebsbesichtigungen mit Bierdegustation für Einzelpersonen und Kleingruppen an. Beim Schützengarten Bier-Apéro geht es um die Geschichte der Brauerei und des Bieres in St. Gallen; anschliessend werden Biere begleitet degustiert. Im Erlebnis-Braukurs brauen die Teilnehmenden gemeinsam mit einem Bier-Sommelier ihr eigenes Bier. Der Kurstag dauert etwa 6,5 Stunden. Prüfen Sie vorab die Termine und Verfügbarkeit der Angebote.

Auch Veranstaltungstraditionen gehören zum Stadtbild: Die Olma Messen St.Gallen veranstalten die Publikumsmessen OLMA und OFFA. Die OLMA fand erstmals 1943 statt und prägt bis heute die Identität des Ausstellungsstandorts. Das St.Galler Kinderfest findet alle drei Jahre an einem Tag im Frühsommer statt, jedoch ohne festen Termin. Die St.Galler Festspiele finden vor historischer Kulisse im Stiftsbezirk statt. Für einen konkreten Besuch lohnt es sich, die jeweiligen Termine und Programme zu prüfen.

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