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Am unteren Eingang der Verenaschlucht treffen in Sankt Niklaus religiöse Baugeschichte und ein markanter Naturraum aufeinander. Die Pfarrkirche St. Niklaus liegt dort; die Verenaschlucht und die Einsiedelei St. Verena befinden sich in einem kantonalen Naturschutzgebiet. Sankt Niklaus liegt am Austritt des Verenabachs aus der Schlucht. Im Wald nördlich des Ortes gibt es zahlreiche Findlinge, die als sichtbare Spuren des Rückzugs des Rhonegletschers gelten.

Kirche, Garten und Meditationsweg

Die Pfarrkirche St. Niklaus wurde 1683/1684 anstelle eines mittelalterlichen Vorgängerbaus neu errichtet. Sie ist eine Saalkirche mit flacher Holzdecke und überwölbtem Polygonalchor. An ihrer Geschichte lassen sich damit zwei Bauphasen unterscheiden: der mittelalterliche Vorgängerbau und der Neubau des späten 17. Jahrhunderts. Auch die Architektur vereint unterschiedliche Formen im Kirchenraum, von der flachen Holzdecke bis zum gewölbten, polygonalen Chor.

Neben der Kirche lädt der Meditationsgarten das ganze Jahr über zum ruhigen Verweilen ein. Der Meditationsweg führt von der Kirche nach Kreuzen und verläuft über 14 Stationen. Angelegt wurde der Kreuzweg 1613; 2000 wurde er aufwendig restauriert. Kirche, Garten und Weg stehen so für verschiedene Aspekte der örtlichen Kulturgeschichte: einen historischen Kirchenbau, einen Ort der Ruhe und eine Route mit langer Geschichte.

Wege und Zeitplanung

Für die Anreise zum Südeingang der Verenaschlucht fährt Bus Nummer 4 vom Hauptbahnhof Solothurn zur Haltestelle St. Niklaus. Von dort führt der Schluchtweg in etwa 15 Minuten zu Fuss zur Einsiedelei St. Verena. Prüfen Sie vor der Fahrt den Fahrplan, wenn Sie diese Verbindung nutzen möchten.

Der Solothurner Megalithweg bietet einen anderen Zeitrahmen. Er führt von Schloss Waldegg durch Wälder über zwei Höhen und anschliessend durch die Verenaschlucht zurück zum Schloss. Unterwegs führt der Weg zu einer Auswahl von 13 besonders eindrucksvollen Megalithen. Für den gesamten Rundweg ab dem Parkplatz Schloss Waldegg und zurück sollten Sie etwa vier Stunden einplanen; die Gehzeit kann variieren. Der Rundweg lässt sich in zwei Teilstücke aufteilen, die jeweils bei Schloss Waldegg beginnen und enden.

Die Zeitangaben machen den Unterschied zwischen einer kurzen Wegstrecke zur Einsiedelei und einer längeren Rundwanderung deutlich: etwa 15 Minuten zu Fuss ab dem Südeingang der Schlucht stehen rund vier Stunden für den gesamten Megalithweg gegenüber. So lassen sich Wege nach dem verfügbaren Zeitrahmen einordnen, ohne die beiden Routen gleichzusetzen.

Schloss Waldegg und seine Gärten

Im Gemeindegebiet von Feldbrunnen-Sankt Niklaus bildet Schloss Waldegg einen weiteren Schwerpunkt für Kulturinteressierte. Johann Viktor von Besenval liess das Schloss zwischen 1682 und 1686 als Sommerresidenz errichten. Die Alleen und Gartenanlagen wurden als barockes Gesamtkunstwerk gestaltet. Seit 1991 ist Schloss Waldegg als Museum und Begegnungszentrum öffentlich zugänglich.

Das Museum zeigt reich dekorierte Salons, einen umfangreichen Gemäldebestand und original erhaltenes Schlossmobiliar. Diese Ausstattung veranschaulicht die an Frankreich orientierte Lebensweise des Solothurner Patriziats. In den Gärten liegt eine rund 500 Meter lange, mit Sommerlinden bepflanzte Allee. Dort wachsen vorwiegend alte ProSpecieRara-Sorten, die bereits vor rund 150 Jahren in der Gegend bekannt waren. Schloss, Sammlungen und Garten machen unterschiedliche Seiten der Geschichte sichtbar: die Lebenswelt des Patriziats, die Gestaltung einer barocken Residenz und den Wandel traditioneller Pflanzensorten.

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