Novaggio liegt im Malcantone im Tessin auf einem Geländevorsprung zwischen den Becken der Lisora und der Magliasina. Das Dorf befindet sich auf etwa 640 Metern über dem Meeresspiegel. Von hier aus bieten sich Ausblicke auf den Luganersee, den kleinen See von Ponte Tresa und das Magliasina-Tal bis in Richtung Arosio. Der Bahnhof Lugano liegt rund sieben Kilometer Luftlinie westlich.
Wanderwege und kurze Spaziergänge
Der thematische Sentiero delle Meraviglie beginnt und endet in Novaggio. Auf 6 Kilometern weist der Sentiero delle Meraviglie 360 Höhenmeter im Anstieg auf; die angegebene Dauer beträgt 2 Stunden und 5 Minuten. Etwa zwölf thematische Stationen widmen sich Mühlen, Hammerwerken, Öfen, Bergwerken und Burgen. Sie vermitteln, wie früher im Tal gelebt wurde, und verbinden die Wegstrecke mit Themen aus Arbeit und Alltag.
Der Sentiero della Pace verbindet die Ortsteile von Novaggio und Curio. Damit bietet er eine andere räumliche Orientierung als der Sentiero delle Meraviglie, dessen Beginn und Ende in Novaggio liegen. Von Novaggio aus sind außerdem kurze Spaziergänge zur Fonte di Armida möglich.
Handwerk, Dorf und Geschichte
Das Maglio del Malcantone wurde 1860 als Eisenwerkstatt errichtet; dort entstanden Werkzeuge und Gebrauchsgegenstände wie Sensen, Spaten und Hacken. Es gilt als das einzige derzeit in der Schweiz erhaltene Hebelhammerwerk. Die Freiluftmurals von NovaggioArte lassen sich bei einem Spaziergang durch die engen Gassen des Dorfkerns besichtigen.
Auch die Ortsgeschichte reicht weit zurück: Novaggio wurde 1335 erstmals unter dem Namen Novizio urkundlich erwähnt. Nordöstlich des Dorfes stand auf dem Hügel A Castéll eine kleine mittelalterliche Burganlage, die zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert erwähnt wurde.
Kirchen und religiöse Orte
Die Chiesa di San Siro ist seit 1352 als religiöses Gebäude dokumentiert. Der heutige barocke Bau entstand in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Zu seinen Kunstwerken gehören neoklassizistische Fresken von Ferdinando Pelli aus Aranno und Giacomo Donati aus dem späten 18. Jahrhundert.
Die Chiesa di San Pietro wurde ebenfalls bereits 1352 erwähnt und zu Beginn des 17. Jahrhunderts wiederaufgebaut. Ihre neoklassizistische Fassade besitzt ein Renaissanceportal. In der Herz-Jesu-Kapelle befindet sich ein Gemälde aus dem 18. Jahrhundert, das den betenden heiligen Petrus darstellt und Giuseppe Antonio Petrini zugeschrieben wird. Die beiden Kirchen zeigen unterschiedliche Baugeschichten: Bei San Siro treffen ein barocker Bau und spätere neoklassizistische Malerei aufeinander, bei San Pietro stehen Renaissanceportal und neoklassizistische Fassade nebeneinander.
Im Wald am alten Weg nach Pura liegt das Oratorio della Madonna del Rosario, auch della Morella genannt. Der heutige Bau stammt aus dem Jahr 1597 und wurde über einer mehrere Jahrhunderte älteren Kapelle errichtet. Das Oratorio war früher ein Wallfahrtsziel. Entlang des Zugangs sind einige mit modernen Fresken ausgestattete Kapellen des Kreuzwegs erhalten.
Eine besondere Übernachtungsmöglichkeit
Die renovierte Casera kann für Übernachtungen sowie für Mittag- oder Abendessen kleiner Gruppen von höchstens zehn Personen gemietet werden. Die Begrenzung macht die Gruppengröße zu einem konkreten Teil der Planung.
Weitere Reiseziele entdecken: Capriasca, Monteggio, Maroggia, Paradiso, Brusino Arsizio, Bissone, Neggio, Massagno
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Lugano.