Gurtnellen verbindet die Landschaft des oberen Reusstals mit Bergwegen und Zeugnissen der Gotthardgeschichte. Die Gemeinde umfasst Gurtnellen-Dorf, Gurtnellen-Wiler, Intschi, Butzen, Männigen, Platti und Buchen. Wer eine Übernachtung plant, kann zunächst entscheiden, welche Orts- und Landschaftsbezüge im Mittelpunkt stehen sollen. Die Ferienregion Gurtnellen–Intschi–Arnisee liegt inmitten der Gipfel des Urner Oberlands: Im Sommer gehören Wandern und Mountainbiken zu den genannten Aktivitäten, im Winter Schneeschuhlaufen, Winterwandern und Skitouren.
Bergwege zwischen Arnisee, Stäuben und Fellital
Arni und der Arnisee liegen auf 1'368 m ü. M. hoch über dem Reusstal. Am Arnisee beginnt ein Themenweg zum geometrischen Mittelpunkt des Kantons Uri. In rund 30 Gehminuten führt er ins Leutschachtal und endet auf 1'482 m ü. M.; die tatsächliche Gehzeit kann je nach Bedingungen variieren. Der Niedersee liegt am Ende des Leutschachtals und ist für seine türkisblaue Farbe bekannt. Der Zugang ist berg- und jahreszeitenabhängig.
Ein anderer Ausflug führt auf dem Stäubenweg zu den Dreistäuberfällen und zur Stäubenkapelle. Der gesicherte Rundgang dauert etwa eine Stunde; an den Fällen lässt sich das herabstürzende Wasser erleben. Wegverhältnisse können sich saisonal ändern. Wer einen längeren Themenweg sucht, findet den Erlebnisweg Gurtnellen mit Start und Ziel in Gurtnellen-Wiler: Die Route ist 5,21 km lang, die Wegverhältnisse können variieren. Der Themenweg «50 Jahre Geschichte Lawinenverbauung» widmet sich der Entwicklung von den ersten Steinmauern bis zu den neuesten Stahlgerüsten.
Am Arni verläuft der 2,8 km lange Tierrätselweg Heissigegg–Holzrieri in Richtung Gurtnellen-Dorf, zwischen dem Aussichtspunkt beim Heissigegg und dem Rastplatz Holzrieri. Zwölf Holztiere sind versteckt; Rätselboxen stellen sie mit einfachen Rätseln vor. Die Installationen können wartungsbedingt variieren. Auch die Wanderung zur Gorneralp lässt sich zeitlich einordnen: Von Gurtnellen-Dorf aus ist sie in rund einer Stunde zu Fuss erreichbar, wobei die Gehzeit von den Bedingungen abhängen kann.
Das Schutzgebiet Fellital liegt in einem östlichen Seitental des Urner Reusstals, reicht in die Gegend des Oberalppasses und umfasst die rechte Talseite des Reusstals von Gurtnellen bis Wassen. Am Eingang des Fellitals steht eine kleine Kapelle, die Älplern und Bergwanderern zum Verweilen dient. Der Weg zur Treschhütte beginnt an der Bushaltestelle «Gurtnellen-Fellital» und führt entlang des Fellibachs zum Felliberg. Der Zugang ist saisonal.
Kirchen und Gotthardgeschichte
Die Pfarrkirche St. Michael in Gurtnellen-Dorf ist ein wichtiger Zeuge des spätbarocken Kirchenbaus im Kanton Uri. Sie ist mit weitgehend originaler Ausstattung nahezu unverändert erhalten. Ihre gedrungene Turmform wird mit der früher häufig ins Tal donnernden Geissberg-Lawine in Verbindung gebracht. In Gurtnellen-Wiler steht die Kirche St. Josef, die Adolf Gaudy von 1924 bis 1926 erbaute. Der Baldachin am Hochaltar stammte ursprünglich aus der Pfarrkirche von Benken im Kanton St. Gallen.
Auch kleinere Kapellen erzählen von verschiedenen Bauzeiten: Die Kapelle St. Anna an der alten Gotthardstrasse stammt aus dem Jahr 1661; ihr Barockaltar wurde 1771 geschaffen. Die heutige Maria-Hilf-Kapelle wurde 1859 neu erbaut und 1967 restauriert. Sie liegt in Richligen, knapp eine halbe Wegstunde von Gurtnellen-Dorf entfernt. Das historische Stationsgebäude von Gurtnellen-Wiler an der Gotthardbahn wurde 1882 erbaut.
Schon im 14. Jahrhundert führte der alte Gotthard-Säumerweg durch das Gebiet von Gurtnellen. Die heutige Bahnlinie prägt ebenfalls den Blick auf die Region: In Gurtnellen lassen sich Züge beobachten, die am Berghang entlangfahren, Viadukte überqueren und in Kehrtunnels verschwinden. Der Gottardo-Wanderweg führt von Göschenen über Wassen, Gurtnellen, Amsteg und Silenen nach Erstfeld und endet in Altdorf. Mehr als 50 Informationstafeln und Aussichtsplattformen vermitteln entlang der Route Wissenswertes über die Gotthardbahn.
Jahreszeiten und lokale Spezialitäten
Zur Fasnacht gehört das «Yytrummelä», das traditionsgemäss am Mittwochabend eine Woche vor Aschermittwoch beginnt. Zu den weiteren Bräuchen zählen «Morgästraich», «Chinder-Chatzämüsig» und «Ustrummälä». Die Kilbi in Gurtnellen-Wiler findet am letzten Sonntag im Oktober statt. Zum traditionellen Menü gehören «Chabis und Schaffleisch», Ziger-Krapfen und Pasteten zum Nachtisch; ob die Speisen angeboten werden, hängt vom Festprogramm ab. Prüfen Sie vor der Reise das konkrete Veranstaltungsdatum.
Die Gorneralp verarbeitet pro Sommer zwischen 50'000 und 60'000 Liter Milch zu mildem, vollfettem Alpkäse. Alpkäse ist im Gasthaus Bergheim oder bei den Alpgenossen erhältlich; die saisonale Verfügbarkeit sollten Sie vorab prüfen. So verbinden sich in Gurtnellen Bergaktivitäten, Bau- und Verkehrsgeschichte sowie saisonale Bräuche zu unterschiedlichen Anlässen für einen Aufenthalt.
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