Binn liegt als Alpendorf auf 1400 Metern im Bezirk Goms des Kantons Wallis. Die Mineraliengrube Lengenbach gibt dem Ort ein ungewöhnliches Profil; zugleich führen Wege von Binn zu Aussichtspunkten, Ortsteilen und durch die Twingi-Schlucht. Für die Wahl der Reisezeit sind die saisonalen Wanderangebote und der Sommerbus ins hintere Binntal wichtige Orientierungspunkte.
Mineralien als Schwerpunkt
Das Binntal ist für seine reichen Mineralvorkommen bekannt. Dazu gehören Arten, die als für das Gebiet einzigartig gelten. In Binn liegt die Mineraliengrube Lengenbach, eine der bedeutendsten Mineralienfundstellen der Erde. Mehr als 40 der dort bisher entdeckten Mineralarten wurden erstmals an diesem Ort gefunden.
Die Zahlen zeigen auch den weiteren Fundreichtum der Region: Im Binntal und an direkt angrenzenden Fundstellen auf der Alpe Devero und der Alpe Veglia wurden bislang mehr als 300 verschiedene Mineralienarten gefunden. Rund 150 davon stammen aus der Mineraliengrube Lengenbach hinter Fäld; 56 Mineralien haben das Binntal als Typ-Lokalität.
Wer sich mit einem Strahler auf die Mineralienwelt einlassen möchte, kann an einer geführten Mineralienexkursion im Binntal teilnehmen. Prüfen Sie die Verfügbarkeit vor der Buchung. Beim Gesteinserlebnisweg Fäld stehen verschiedene Erkundungselemente im Mittelpunkt: Klanglöcher, ein Lithophon und eine Lupenstation gehören ebenso dazu wie ein Boulderquergang und ein Steinmannli-Spielplatz.
Wanderungen nach Strecke und Saison
Im Binntal gibt es rund 150 Kilometer gut erhaltene Wander- und Bergwege. Eine markante Wahl ist die Wanderung Binn–Eggerhorn–Ausserbinn: Sie führt von Binn auf das 2503 Meter hohe Eggerhorn. Dieses gilt im Landschaftspark Binntal als einer der aussichtsreichsten Punkte. Die Wanderung ist saisonal von Juni bis Oktober vorgesehen.
Der Pilger- und Besinnungsweg Binn–Heiligkreuz–Binn wurde 2018 wieder instand gesetzt und verbindet Binn, Ze Binne, Heiligkreuz und Wilere. Für die Runde sind 6,8 Kilometer und etwa 2 Stunden und 15 Minuten angegeben; sie beginnt und endet in Binn auf 1400 Metern. Die Route ist für Mai bis Oktober gelistet. Wegbedingungen können sich ändern, daher lohnt sich eine Prüfung vor dem Aufbruch.
Eine weitere Möglichkeit ist der Spazierweg Ze Binne–Wilere–Schmidigehischere. Er verbindet den Hauptteil von Binn mit der alten Kirche im Weiler Wilere und bietet Ausblicke auf das Dorf sowie auf den Stausee bei Ze Binne. Wer sich für die Schlucht interessiert, kann auch die Wanderung zur Twingi-Schlucht einplanen: Sie beginnt in Binn und führt durch die Schlucht.
Der alte Weg durch die Twingi-Schlucht war Teil einer historischen Handelsroute durchs Binntal und ist eine Besucherroute für Velofahrer und Fussgänger. Seine Tunnels sowie Stütz- und Begrenzungsmauern bilden ein eindrückliches Baudenkmal. Die Saison reicht von Mai bis Oktober; die Wegbedingungen können variieren.
Unterwegs im Tal
Im Sommer bringt der Bus alpin Ausflügler und Wanderer von Binn nach Fäld und weiter bis Brunnebiel im hinteren Binntal. Da der Dienst saisonal ist, prüfen Sie den Fahrplan vor der Reise. Im Winter beginnt der Schneeschuh-Natura-Trail in Fäld, führt durch Wald und offenes Gelände zur Alp Brunnebiel und anschliessend direkt zurück nach Fäld. Oberhalb der Kirche in Wilere liegt ein kleiner Schlepplift; vom Parkplatz Binn-Dorf erreichen Sie ihn über den Kirchweg in fünf Minuten zu Fuss.
Dorfgeschichte und lokale Erlebnisse
Zu Binn gehören das Dorf Schmidigehischere, die Weiler Ze Binne, Wilere, Giesse und Fäld sowie ein Teil des Wallfahrtsorts Heiligkreuz im Lengtal. Die Ortsbilder von Schmidigehischere und Wilere sind von nationaler Bedeutung. In Wilere steht die Pfarrkirche des heiligen Erzengels Michael, die vermutlich zwischen 1561 und 1565 erbaut wurde. Ein fragmentarisch erhaltenes Fresko aus der Zeit um 1300 zeigt eine Nikopoia und weist auf Teile eines früheren Gotteshauses hin.
In Ze Binne wurde die Kapelle des heiligen Sebastian 1725 erbaut. Ihr barocker Rosenkranzaltar entstand 1675, wurde mehrfach verändert und stand ursprünglich in der Pfarrkirche von Wilere. 1963 wurde er in die Kapelle versetzt. Die Kapelle in Fäld ist dem heiligen Martin geweiht und wurde vermutlich 1660 erbaut. Auch das Hotel Ofenhorn gehört zur Ortsgeschichte: Es wurde 1883 eröffnet und 1897 erweitert.
Das Regionalmuseum Binntal in Binn zeigte bis zum Sommer 2023 archäologische Fundstücke und Mineralien aus dem Binntal sowie Teile der volkskundlichen Sammlung von Gerd Graeser. Das Museum wird bis 2027 schrittweise neu gestaltet; informieren Sie sich vor einem Besuch über die aktuell gezeigten Inhalte. Eine andere Art, mehr über einen lokalen Betrieb zu erfahren, bietet die Bergbrauerei Binn: Ihre ganzjährige Bierdegustation für Gruppen umfasst eine Präsentation des Brauprozesses sowie Erläuterungen zu Biertypen, Rohstoffen und zum Projekt der Brauerei. Eine Voranmeldung ist erforderlich.
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