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Wiler lässt sich über drei konkrete Themen erschliessen: die neugotische Herz-Jesu-Kirche, den Garten der heimischen Pflanzenwelt und den Lyrikweg, der von der Kirche zum Rigge führt. Hinzu kommen archäologische Funde aus mehreren Epochen. An diesen Schwerpunkten können Sie sich orientieren, wenn Sie Wiler als Reiseziel in Betracht ziehen.

Herz-Jesu-Kirche: Baugeschichte in zwei Daten

Die grosse neugotische Pfarrkirche Herz-Jesu auf dem Wiler wurde 1901–02 erbaut und 1902 dem Heiligsten Herzen Jesu geweiht. Eigentümerin der Kirche ist die Stiftung TriPLUS. Für den Bau verkauften oder verschenkten achtzehn Grundeigentümer Land. Am 10. August 1902 wurde die Kirche durch den Generalvikar eingesegnet; die feierliche Einweihung fand am 4. November desselben Jahres mit Bischof Julius Mauritius Abbet statt. Die beiden Termine markieren also unterschiedliche Ereignisse in der Baugeschichte.

Pflanzengarten und praktische Anreise

Der Garten der heimischen Pflanzenwelt umfasst eine vielfältige Sammlung aus Bäumen, Sträuchern, Pflanzen und Blumen. Damit ergänzt die Pflanzenwelt die bauliche Geschichte der Kirche und die archäologischen Funde um einen weiteren Zugang zu Wiler. Die Pflanzenauswahl kann sich im Laufe der Zeit verändern.

Für die Anreise zum Garten gibt es Parkplätze auf dem Kirchplatz; von dort erreichen Sie ihn in etwa fünf Gehminuten. Der Garten ist auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Die Bushaltestelle liegt direkt vor dem Haus Amarona. Bitte prüfen Sie vor der Fahrt den aktuellen Fahrplan und beachten Sie bei der Anreise mit dem Auto die örtlichen Parkmöglichkeiten.

Der Lyrikweg zwischen Wiler und Rigge

Der Lyrikweg führt vom Restaurant Sonnenberg und von der Kirche Wiler über einen Wander- und Bikerweg zum Rigge. Er ist in Zusammenarbeit mit Künstlern und den Dorfvereinen von Guttet-Feschel entstanden und umfasst acht Stationen. An jeder gibt es eine Sitzgelegenheit und ein Hörerlebnis. Gedichte und Gedanken von Rainer Maria Rilke werden auf Deutsch, Französisch und Walliserdeutsch präsentiert; der Weg gilt als erster lyrischer Weg seiner Art im Kanton Wallis.

Am Ausgangspunkt bei der Kirche Wiler lässt sich das Audioerlebnis per QR-Code auf dem Mobiltelefon starten. Eine Begehung kann nach Wunsch mit einem Picknick im Garten der heimischen Pflanzenwelt beginnen oder dort enden. Im Ausstellungsprogramm 2026 von KUNST AUF DEM LYRIKWEG verband die Freilichtausstellung entlang des Wegs in Guttet-Feschel Natur, Literatur und zeitgenössische Kunst. Rainer Maria Rilkes «Quatrains Valaisans» wurden dabei mit einer Audioproduktion und einem Erlebnis aus Gehen, Hören und Sehen verbunden.

Archäologische Spuren aus mehreren Epochen

1944 wurden in Wiler zufällig zwei frühmittelalterliche Steinplattengräber entdeckt. Eine Lederscheide aus einem der Gräber ist mit Reihen von Bronzenägeln verziert; diese Verzierung führte zum Vorschlag, das Grab ins 7. Jahrhundert n. Chr. zu datieren. Es handelt sich um eine vorgeschlagene zeitliche Einordnung.

Bei einer Notgrabung dokumentierte man 2021 Überreste aus dem Frühneolithikum, der Eisenzeit und der Römerzeit. Dazu gehörten eisenzeitliche und römische Terrassen sowie zwei römische Gebäude mit gemörteltem Mauerwerk. Zusammen mit der Kirche zeigen die Funde, dass sich Wiler über sehr unterschiedliche historische Zeugnisse erschliessen lässt: vom mittelalterlich eingeordneten Grab bis zu Überresten aus der Römerzeit und dem Kirchenbau des frühen 20. Jahrhunderts.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Guttet-Feschel.

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