Eine Wehrmauer mit vier Toren umschließt den mittelalterlichen Ortskern von Saillon; die Tour Bayart, sein Wahrzeichen, wurde 1260 erbaut. Dazu kommen Wege durch die Weinberge und das Thermalzentrum Les Bains de Saillon. So stehen bei einem Aufenthalt unterschiedliche Entdeckungen zur Wahl: Ortsgeschichte, Landschaft, Wein oder Thermalwasser.
Ortskern, Turm und lokale Geschichte
Der Ortskern wurde um das Jahr 1000 errichtet. Die Tour Bayart setzt darin einen markanten historischen Bezugspunkt: Über eine Innentreppe erreichen Besucherinnen und Besucher ihren Gipfel, von dem sich ein Panorama von 360 Grad bietet. Wer sich für die Geschichte des Geldes interessiert, findet im Musée de la fausse monnaie eine andere Perspektive auf den Ort. Die Ausstellung präsentiert die Geschichte des Schweizer Geldes mit Münzen von der Zeit der Gallier bis zur Gegenwart und erzählt auch Geschichten über Joseph-Samuel Farinet, den örtlichen Geldfälscher. Führungen werden von einem auf Falschgeld spezialisierten Guide angeboten.
Bei der Kirche Sainte-Catherine zeigt ein mittelalterlich inspirierter Garten einige Pflanzen, die im Mittelalter verwendet wurden. Auch der Marmor gehört zur Sailloner Geschichte: Cipolin-Marmor aus Saillon wurde für die Sockel mehrerer Skulpturen in den Mauern der Opéra Garnier in Paris verwendet. Der Aufstieg zum ehemaligen Marmorbruch oberhalb des Ortes führt bis auf 1.000 Meter Höhe. Der Bruch selbst darf aus Sicherheitsgründen nicht betreten werden; besichtigen lässt er sich nur von außen hinter den Absperrungen.
Wege, Brücke und Kunst im Freien
Saillon bietet mehr als 60 Kilometer Spazierwege auf ausgeschilderten und leicht zugänglichen Wegen. Für einen Spaziergang mit Kunstbezug führt der Weg zur Vigne à Farinet über den Sentier des vitraux. Der Hin- und Rückweg ist 2,8 Kilometer lang und dauert etwa 55 Minuten. Unterwegs umfasst der Pfad 21 Kunstwerke des Glasmalers Imboden nach Zeichnungen des Malers Héritier. Die drei Rebstöcke der Vigne à Farinet tragen Fendant, Pinot noir und Petite Arvine und erzeugen einige Deziliter Most.
Eine andere Aussicht bietet die Passerelle à Farinet: Die 92 Meter lange Hängebrücke überquert die Schlucht der Salentse in 136 Metern Höhe. Von dort reicht das Panorama über die Rhoneebene und die Weinberge von Saillon. Der ebene Weg von Les Places zur Passerelle dauert 15 Minuten und ist für Menschen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich. Davon zu unterscheiden ist die Via Farinetta, eine Via ferrata an den senkrechten Wänden der Schlucht. Sie ist in drei Abschnitte mit zunehmendem Schwierigkeitsgrad gegliedert und gilt als erste Via ferrata im Wallis, die Ebene und Berg verbindet.
Wer sich für Vögel interessiert, kann den Sentier des oiseaux mit seinen illustrierten Tafeln zu lokalen Vogelarten wählen. Er besteht aus einer Nordschleife von 45 Minuten und einer Südschleife von 35 Minuten. Die Südschleife ist mit Kinderwagen begehbar, auch wenn einige Waldabschnitte etwas schmaler sind. Wegbedingungen und geführte Besuche können saisonal variieren. Weitere Spaziergänge führen über den Chemin des amandiers ab Place Farinet durch Amandoley oder auf dem Sentier au fil des saisons vom mittelalterlichen Ortskern bis zum kürzlich renaturierten Canal de Gru.
Wein, Genuss und Thermalzentrum
Saillon trägt seit 2005 offiziell die Bezeichnung „Cité de l’asperge“. Auch Wein prägt den Ort: Fünfzehn Winzer aus der Region haben in Saillon ihre Weinkeller geöffnet. Jeden ersten Donnerstag im Monat lädt das Caveau de Saillon zu einer von einem lokalen Winzer geleiteten Verkostung ein; prüfen Sie vor der Reise die Termine. Der Sentier viticole kann mit dem Auto, dem Fahrrad oder zu Fuß erkundet werden. Seine zweite Etappe führt durch die sonnenbeschienenen Weinberge des Rhonetals von Saillon bis nach Sion.
Als längeres Erlebnis ist die Balade Gourmande en VTT Électrique à Saillon beschrieben: Die Strecke umfasst etwa vier Stunden und 20 Kilometer, ein interaktives Quiz, eine Aperitifpause in den Weinbergen und eine Verkostung im Weinkeller am Ende. Da sich Verfügbarkeit und Details des Erlebnisses ändern können, empfiehlt sich eine Prüfung vor der Reise.
Im Thermalzentrum Les Bains de Saillon haben die Becken eine Wassertemperatur zwischen 32 °C und 34 °C; auch der zugehörige Thermalfluss liegt in diesem Temperaturbereich. Der Wellnessbereich bietet Massagen, Gesichtsbehandlungen und Rituale, die von Traditionen aus aller Welt inspiriert sind. Prüfen Sie die aktuellen Angaben zu Betrieb und Angeboten, bevor Sie Ihren Besuch planen.
Anreise mit dem Bus
Die Buslinie 311 verbindet Saillon über die Haltestelle Saillon Collombeyres mit den Bahnhöfen Martigny CFF, Riddes CFF und Sion CFF. Für die konkrete Fahrtplanung lohnt sich ein Blick auf den Fahrplan. So können Sie den Besuch des Ortskerns, Spaziergänge, Weinangebote oder das Thermalzentrum nach den eigenen Interessen gewichten, statt alle Themen in einen einzigen Ausflug zu packen.
Weitere Reiseziele entdecken: Fully, Martigny-Combe, Trient Vs, Arbarey, Leytron, Isérables, Martigny, Saxon.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Martinach.