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Saint-Léonard liegt am rechten Ufer der Rhône zwischen Sion und Sierre, inmitten sonniger Weinberge. Unter dem Weinberghang liegt ein See, der dem Ort eine ungewöhnliche zweite Ebene gibt: Der natürliche, schiffbare unterirdische See ist 300 Meter lang und befindet sich 30 bis 70 Meter unter der Oberfläche. Für die Reiseplanung ergeben sich damit verschiedene Schwerpunkte: unterirdische Landschaft, Weinberghänge, Wege und archäologische Spuren.

Der unterirdische See: ein eigener Besuchsbaustein

Der unterirdische See von Saint-Léonard gilt als Europas größter natürlicher und schiffbarer unterirdischer See. Seine vollständig überflutete Höhle wird bei Besichtigungen mit Ruderbooten erkundet; ein Boot kann bis zu 40 Personen aufnehmen. Die kommentierte Besichtigung dauert 30 Minuten. Der See wurde 1943 erstmals von Jean-Jacques Pittard erkundet und wird seit 1949 für Besichtigungen genutzt. Diese finden saisonabhängig statt. Prüfen Sie vor der Reise den aktuellen Zugang, damit Sie den Besuch passend zu Ihrem Aufenthalt einplanen können.

Wege durch Weinberge und Felspassagen

Der Spazierweg A flanc de côteau führt vom CFF-Bahnhof durch Saint-Léonard und steigt anschließend zu den Weinbergen oberhalb des unterirdischen Sees hinauf. Fast die gesamte Strecke verläuft durch Weinberge; sie weist nur sehr geringe Höhenunterschiede auf und bietet Ausblicke über die Rhône-Ebene. Damit lässt sich die Landschaft auf einer Route erleben, deren Profil und Ausblicke konkret beschrieben sind.

Anders geprägt ist der Bisse de Sillonin: Der 9 Kilometer lange Weg ist teilweise markiert und führt durch einen schwindelerregenden Felspass, der mit einem Handlaufseil gesichert ist. Er setzt sich bis nach Vaas fort. Dort können Besucher das Musée des Cornalins im Château de Vaas besuchen und regionale Weine verkosten. Für den Vergleich der beiden Wege zählen daher unterschiedliche Angaben: A flanc de côteau verläuft fast vollständig in den Weinbergen und weist nur geringe Höhenunterschiede auf; beim Bisse de Sillonin sind die Länge und der gesicherte Felspass markante Merkmale.

Eine weitere Linienführung bietet der Chemin du Vignoble. Er führt zu den Schluchten der Liène, steigt nach Saint-Léonard hinab, überquert dort den Fluss und führt auf der anderen Seite durch die Weinberge bergauf. Wer mit dem Fahrrad unterwegs ist, kann die Veloroute Châteaux de Sion einordnen: Sie führt durch Saint-Léonard. Ihr Abstieg nach Saint-Léonard verläuft größtenteils über eine schmale Weinbergstraße. Die Route gilt als ziemlich anspruchsvoll und richtet sich an sportliche Radfahrer.

Archäologische Spuren und Ortsgeschichte

Die Geschichte Saint-Léonards reicht über verschiedene Epochen. Dorf und Gemeinde werden seit dem 11. Jahrhundert erwähnt; die erste Kirche von Saint-Léonard wurde 1210 erbaut. Ein in Saint-Léonard gefundenes karolingisches Kruzifix wird im Musée de Valère in Sion aufbewahrt und gilt als Zeugnis für die Existenz einer religiösen Gemeinschaft im 9. Jahrhundert.

Für Saint-Léonard ist die Jungsteinzeit zwischen 5500 und 2200 v. Chr. die bedeutendste archäologische Periode. Die Ausgrabungen am Fundort «Sur le Grand Pré» zwischen 1957 und 1962 machten Saint-Léonard zu einer Referenzstätte der europäischen prähistorischen Archäologie. Weitere konkrete Fundstellen ergänzen dieses Bild: 1974 wurden bei «La Crête des Barmes» Felsgravuren aus der Jungsteinzeit entdeckt, 1976 am Fundort «Les Bâtiments» mehrere Gräber des Typs Chamblandes freigelegt.

Auch beim Wein wird es konkret: Cave Bétrisey ist auf die besonderen Rebsorten Rèze, Roussane und Fumin spezialisiert.

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