Der Bergsturz von Randa veränderte 1991 die Topografie des Mattertals grundlegend: Am Längenfluhberg stürzten innerhalb von drei Wochen rund 30 Millionen Kubikmeter Fels ab. Das Ereignis verlief in drei Teilen und prägt die Landschaft als sichtbares Natur- und Geschichtsthema.
Bergsturzlandschaft und Dorfgeschichte
Auf dem Schuttkegel sind noch heute Felsblöcke in der Grösse eines Einfamilienhauses zu sehen. Lärchen erobern das Gelände als Pionierbäume der Alpen zurück. Die Landschaft verbindet damit Spuren des Ereignisses mit der allmählichen Wiederbesiedlung durch Pflanzen.
Das Wohnmuseum Lorihiischi ist ein historisches Gebäude aus dem 15. bis 18. Jahrhundert. Es vermittelt Einblicke in das bäuerliche Alltagsleben in einem Walliser Bergdorf, und zwar für den Zeitraum vom 17. bis ins 20. Jahrhundert. Baugeschichte und dargestellter Alltag umfassen also unterschiedliche Zeitspannen.
Auch die Barockkirche setzt einen eigenen historischen Schwerpunkt: Die vergrösserte Kirche stammt aus dem Jahr 1717; 1932 wurde sie mit Wandmalereien von J. Salzgeber versehen. Sie ist dem heiligen Sebastian geweiht und im Schweizerischen Inventar der Kulturgüter von regionaler Bedeutung eingetragen. Den Hochaltar schuf 1735 der Bildhauer Anton Sigristen aus Glis.
Kirche, Wohnmuseum und Ausstellung
Direkt neben der Kirche befindet sich in einem umgebauten Stall der Pfarrei die Ausstellung Bergsturz Randa. Seit 2018 ist sie als Dauerausstellung zu sehen. Bilder, kurze Texte, Geschichten von Betroffenen und Zeitungsausschnitte behandeln den Bergsturz von 1991. Zwei grosse Öffnungen im Ausstellungsgebäude geben den Blick auf den Bergsturz frei. Prüfen Sie vor Ihrem Besuch den aktuellen Zugang zur Ausstellung.
Damit lässt sich ein Aufenthalt kulturell unterschiedlich ausrichten: Das Wohnmuseum widmet sich dem bäuerlichen Leben über mehrere Jahrhunderte, während Kirche und Ausstellung religiöse Kunst und die Geschichte des Bergsturzes in den Mittelpunkt stellen.
Vom Dorfweg zu den Hütten
Der Dorfweg Randa (Nr. 133) beginnt und endet am Bahnhof und führt durch das Dorf. Von oben bietet er einen Blick auf Randa und das Bergpanorama. Für eine kurze Orientierung im Ort steht damit eine andere Art von Weg im Mittelpunkt als bei den Routen zu den höher gelegenen Hütten.
Der Kreuzweg Randa mit seinen 14 Stationen wurde im Sommer 1937 auf dem Weg von der Fluhbrücke zum Kapellchen errichtet. Er ist ein Anziehungspunkt für Pilger und Wanderer. Von dort eröffnet sich der Blick auf Dom und Weisshorn sowie auf die Bergwelt von Zermatt, Täsch und Randa.
Für alpine Touren bieten sich mehrere unterschiedliche Ziele an. Die Charles-Kuonen-Hängebrücke ist 494 Meter lang und liegt auf dem Europaweg zwischen Grächen und Zermatt. Oberhalb von Randa befindet sich direkt am Europaweg auch die Europahütte. Sie verfügt über 42 Schlafgelegenheiten und ist von Randa aus über verschiedene Wege in etwa zwei bis 2¼ Stunden erreichbar.
Die Kinhütte liegt auf 2584 Metern inmitten der Viertausender der Mischabelgruppe, auf einem Felskamm hoch über der Schlucht Kintole. Sie ist Ausgangspunkt für viele Hochtouren und Wanderungen sowie Etappenort am Europaweg. Die Route zur Hütte beginnt am Bahnhof Randa und führt über Hauspil und Grüengarten. Zur Domhütte dauert die Wanderung von Randa etwa 4½ Stunden; die Hütte liegt auf 2940 Metern unterhalb der Seitenmoräne des Feschtigletschers. Die ungefähren Gehzeiten zur Europa- und Domhütte geben einen konkreten Unterschied beim Zeitbedarf.
Winterangebote, Schatzsuche und Golf
Zu den Winterangeboten in Randa gehören Winterwandern, Schneeschuhwandern, Langlauf und ein Eisfeld. Die Schatzsuche Randa führt als Familien-Schatzsuche durchs Dorf: Hinweise auf einer Schatzkarte führen zu einem letzten Rätsel und zum Schatz. Sie kann ganzjährig gespielt werden und ist auf Deutsch, Englisch und Französisch verfügbar. Da sich Programmdetails ändern können, prüfen Sie diese vor Ihrem Besuch.
Zwischen Täsch und Randa liegt in der Talebene der 9-Loch-plus-Golfplatz des Golfclubs Matterhorn mit neun Greens und 18 Abschlägen. Auf der Driving Range können auch Golfunerfahrene erste Schwünge probieren. Prüfen Sie vor einer Anreise die Verfügbarkeit des Platzes und seiner Einrichtungen.
Auch Zermatt lässt sich in die Reiseplanung einbeziehen: Von Randa aus ist der Ort mit dem Zug in etwa 15 Minuten erreichbar. Ob Sie Ihren Schwerpunkt auf Dorfgeschichte, eine Wanderung oder einen Abstecher legen, hängt damit vor allem davon ab, wie Sie die verschiedenen Themen und Zeitbedarfe Ihres Aufenthalts gewichten.
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