Das Museum Urchigs Terbil vereint acht Gebäude, die verschiedene Bereiche des früheren Alltagslebens in einem Walliser Bergdorf widerspiegeln. Bei Führungen können Sie die Innenräume erkunden; am Törbelbach lassen sich wasserbetriebene Anlagen im Demonstrationsbetrieb erleben. So stehen Baugeschichte und Technik neben den Mooren und Wegen der Moosalp als unterschiedliche Schwerpunkte für einen Aufenthalt in Törbel.
Gebäude, Mechanik und örtliche Tradition
Der Driel ist eine Walliser Weinpresse und die letzte von ursprünglich vier Weinpressen in Törbel. 1864 wurde er von 28 Geteilen zur gemeinschaftlichen Nutzung erbaut; im Rahmen einer Führung durch Urchigs Terbil kann er besichtigt werden. Seine Geschichte verbindet ein konkretes Baujahr mit der früheren gemeinschaftlichen Nutzung.
Auch die Mühle am Törbelbach erzählt von der Nutzung der Wasserkraft. Sie ist die letzte von ursprünglich fünf Mühlen, die alle privat betrieben wurden, und eine Stockmühle: Ein vom Wasser angetriebenes Horizontalrad bewegt den Läuferstein. In der Walke wurden Stoffrollen aus Drilch weiterverarbeitet; ein Wasserrad trieb den Wellbaum an, der die dabei eingesetzten Hämmer anhob. Die Gattersäge lässt sich bei einem geführten Rundgang im Demonstrationsbetrieb besichtigen.
Im Weiler Zenblatten steht Z’Chlei Stadelti, etwas abseits vom Dorf Törbel. Der typische Walliser Stadel wurde zum Dreschen und Lagern von Roggen genutzt. Steinplatten an den oberen Enden seiner Stelzen sollten Nagetiere von den Vorräten fernhalten. Früher waren Dächer in Törbel ebenfalls mit Steinplatten gedeckt; solche Dächer finden sich heute noch auf manchen Ferienhäusern. In Zenblatten liegt auch die Ignatius-Kapelle, die Ignaz Seematter zu Beginn des 19. Jahrhunderts erbaute. Im Altaraufsatz gilt die Figur als Darstellung des heiligen Ignatius von Loyola.
Zur örtlichen Tradition gehört das Brotbacken vor Weihnachten: Jedes Jahr backt eine Gruppe junger Männer im Backhaus nach alter Tradition Brot. Eine andere handwerkliche Arbeit lebt in Schweizer Taschen aus recycelten Armeedecken weiter. Sie werden in einer kleinen örtlichen Fabrik der Karlen Sattlerei und Handels GmbH in Handarbeit hergestellt.
Moorlandschaft und Wege auf der Moosalp
Oberhalb von Törbel liegen mehrere Flachmoore und das aussergewöhnliche Hochmoor Bonigersee. Das Moorgebiet auf der Moosalp umfasst 1,5 km² mit elf verschiedenen Moorbiotopen. Auch die Höhenunterschiede geben der Landschaft ihren Rahmen: Das Gemeindegebiet reicht von 770 Metern bis zum 2.972 Meter hohen Gipfel des Augstbordhorns; die Moosalp liegt auf 2.042 Metern. Von Törbel aus reichen die Aussichten auf Berge, Täler und Dörfer in sämtliche Himmelsrichtungen.
Auf dem Plateau bietet der Moosalp-Panoramaweg einen Blick auf das Oberwallis und zwölf Viertausender. Der Themenweg «Szenen am Weg des Wassers» führt von der Moosalp bis nach Visp und vermittelt das Thema Wasser von der Quelle bis zur Rhone. Für eine Rundtour mit dem Mountainbike führt der als einfach beschriebene Törbel-Loop von Törbel zur Moosalp und über die Alp Pletsche zurück. Von der Moosalp aus sind ausserdem verschiedene Wanderwege und Skipisten erreichbar; ein Skilift bietet direkten Anschluss an das Skigebiet Bürchen-Moosalp.
Anreise und Aufenthalt planen
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist Törbel von Visp aus in ungefähr 30 Minuten erreichbar. Die Törbel–Moosalp-Linie fährt ab Stalden zunächst nach Törbel und weiter auf die Moosalp. So lassen sich die Dorfgeschichte und die Wege auf dem Plateau als unterschiedliche Ausflugsschwerpunkte betrachten. Wenn Sie ein Hotel in Törbel suchen, können Sie die Wahl des Reiseziels an diesen Interessen ausrichten: Führungen und Handwerk im Dorf oder Moorbiotope und Routen auf der Moosalp.
Weitere Reiseziele entdecken: Stalden, Zeneggen, Saas-Fee, Saas-Grund, Embd, Randa, Visperterminen, Gasenried
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