Embrach ist eine politische Gemeinde im unteren Tösstal, im Bezirk Bülach des Kantons Zürich. Für einen Aufenthalt stehen unterschiedliche Schwerpunkte zur Wahl: der Rundweg Blauen, die Haumüli mit ihren Führungen und die Geschichte des ehemaligen Kollegialstifts. So können Sie die Reiseplanung daran ausrichten, ob eine Wanderroute, ein Besuch mit reservierter Führung oder historische Ortsbezüge im Vordergrund stehen.
Wandern und Geschichte auf dem Rundweg Blauen
Der Rundweg Blauen ist 17,5 Kilometer lang und beginnt bei der historischen Stiftsstätte Embrach an der reformierten Kirche. Grösstenteils verläuft er innerhalb des Wanderwegnetzes. In jeder Ortschaft am Weg steht eine Geschichts- und Wegtafel: Sie informiert über damalige Ereignisse und den weiteren Wegverlauf. Für Lufingen und Embrach gibt es zusätzliche Erläuterungen. Damit erhalten Sie unterwegs sowohl historischen Hintergrund als auch Orientierung für den weiteren Verlauf.
Die Haumüli im Rahmen einer Führung
Die Haumüli besteht seit über 800 Jahren. Führungen erfolgen nach Reservation; bestätigen Sie die aktuellen Modalitäten vorab. Sie umfassen die Ausstellung, die zugänglichen Räume im Wohnhaus, die Säge, die Mühle und das Ökonomiegebäude. An Tagen der offenen Türen sind Säge und Mühle in Betrieb; prüfen Sie die Termine für Ihren Besuch. Vom Bahnhof Embrach-Rorbas aus erreichen Sie die Haumüli über einen Wanderweg in etwa fünf Minuten zu Fuss. Wenn Sie mit der Bahn anreisen, prüfen Sie vorab den Fahrplan.
Stiftsgeschichte, Kirche und Gewerbe
Die früheste bekannte urkundliche Erwähnung von Embrach stammt aus dem Jahr 1044; die ersten geschichtlichen Spuren reichen bis in die Bronzezeit zurück. Das ehemalige Kollegialstift St. Peter, vermutlich ein Chorherrenstift des Augustinerordens, erfüllte die Verwaltungsfunktionen des habsburgischen Amts Embrach. Im Zuge der Reformation wurde es 1524 aufgehoben.
Die ehemalige gotische Stiftskirche stürzte 1778 ein. Die heutige frühklassizistische Querovalkirche wurde 1780 eingeweiht; den Auftrag für ihren Neubau erhielt der Zürcher Baumeister David Vogel. Auch Embrachs Gewerbegeschichte hat mehrere Facetten: Das einheimische Hafner- und Töpfergewerbe entwickelte sich zu einer bedeutenden Industrie. Zur Industriegeschichte gehören zudem eine Seidenzwirnerei sowie zahlreiche Webereien und Spinnereien. Spirella gilt als bis heute bestehender Nachfolger dieser Tradition.
Ein weiterer historischer Bezug ist die 1876 eröffnete Eisenbahnstrecke Winterthur–Embrach–Bülach–Koblenz. Zu ihrer Infrastruktur gehörten ein Tunnel durch den Dättenberg und eine Eisenbahnbrücke beim Wildbach nahe der Haumüli.
Naturraum und Zutrittsbeschränkungen
Die ehemalige Jagdschiessanlage Au in Embrach liegt in einem nationalen Auenschutzgebiet. Der grösste Teil der Anlage steht unter Schutz, ist der Natur vorbehalten und kann nicht frei betreten werden. Im Au-Gebiet finden besonders gefährdete Arten wie Orchideen, Libellen und Amphibien einen Lebensraum. Berücksichtigen Sie die Zutrittsbeschränkung bei Ihrer Planung.
Ein Pfad führt nahe an die Töss und ermöglicht Einblicke in die Tössauen. Der Chlostergumpen ist ein Naturschutzgebiet von überkommunaler Bedeutung und war der Wasserspeicher der ehemaligen Seidenzwirnerei Zinggeler.
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