Rafz liegt im Bezirk Bülach des Kantons Zürich und an der deutschen Grenze. Für Ihren Aufenthalt bieten sich unterschiedliche Schwerpunkte an: der historische Ortskern im Oberdorf und die Wege im weiteren Rafzerfeld. Rafz wurde 870 erstmals urkundlich erwähnt; im Mittelalter wechselten die Herrschaftsrechte über den Ort mehrfach. Die Geschichte des Dorfs und die Landschaft geben damit zwei verschiedene Ansätze für die Reiseplanung.
Oberdorf und reformierte Kirche
Das Oberdorf ist ein grossflächiger historischer Ortskern am Hangfuss. Zwei beziehungsweise drei parallele Gassen verlaufen quer zur Dorfstrasse; dichte Zeilenbebauung prägt den Bereich. Zu den Bauten gehören zwei- bis dreigeschossige, mehrteilige Fachwerkhäuser mit Satteldächern, die vor allem aus dem 17. bis 19. Jahrhundert stammen. Gassenanordnung und Bauformen zeichnen so den Charakter dieses Ortskerns.
Die reformierte Kirche prägt das historische Dorfzentrum wesentlich mit und ist ein wichtiger sozialgeschichtlicher und bautypologischer Zeuge. Sie wurde 1585 anstelle eines spätmittelalterlichen Vorgängerbaus, der Nikolauskapelle, errichtet. Zu ihren historischen Ausstattungselementen gehören Spitzbogenfenster mit spätgotischem Masswerk. Zusammen mit der zeitgleich erbauten reformierten Kirche in Rorbas handelt es sich um den ersten nachreformatorischen Kirchenbau auf der Zürcher Landschaft.
Ortsmuseum Rafz
Die Dauerausstellung «Vom Flachs zum Leinen» zeigt, welche Bedeutung Flachs früher für die Leinenherstellung hatte. Geräte veranschaulichen den Weg von der Pflanze zum Gewebe. Das Ortsmuseum bewahrt zudem vollständige Werkstätten für Schuhmacherei, Uhrmacherei, Küferei, Malerei und Wagnerei. Die Ausstellung und die Werkstätten bieten unterschiedliche Einblicke in die örtliche Handwerksgeschichte.
An Museumssonntagen von April bis November ist das Museum von 14 bis 17 Uhr geöffnet; die kostenlose Führung beginnt jeweils um 15 Uhr. Prüfen Sie vor dem Besuch den aktuellen Terminplan des Museums.
Spaziergänge und Weinweg
Das offene, leicht hügelige Rafzerfeld ist von Feldern, Wäldern und Reblagen geprägt. Der grösste Teil des Gebiets wird landwirtschaftlich genutzt, etwa ein Viertel ist bewaldet. Der beschriebene Spazierweg führt nach dem Aussichtspunkt Gnal vor allem durch Wald. Von Bahnhof Rafz geht es zunächst etwa 1,3 Kilometer der Strasse entlang, danach wechselt der Weg auf einen Wanderweg. Nach kurzer Zeit erreichen Sie den Aussichtspunkt Gnal oberhalb von Rafz. Die Angabe von etwa 1,3 Kilometern bezeichnet dabei den Strassenabschnitt vor dem Wechsel auf den Wanderweg.
Eine andere Streckenoption ist der ausgeschilderte «Lebendige Weinweg»: Er ist 38 Kilometer lang und führt von Winterthur nach Rafz. Auf dem Weg gibt es Begegnungen mit Winzerinnen und Winzern sowie Möglichkeiten zur Degustation lokaler Weine. Der Weg zum Gnal und die längere Strecke zwischen Winterthur und Rafz unterscheiden sich damit sowohl im Verlauf als auch im thematischen Schwerpunkt. Wegzustand, Beschilderung und Zugang sollten Sie vor dem Losgehen prüfen; einzelne Weinweg-Erlebnisse können sich ändern.
Anreise und weitere Orientierung
Der Bahnhof Rafz wird von der S-Bahn bedient und bietet direkte Verbindungen nach Zürich, Bülach und Schaffhausen. Regionale Buslinien verbinden Rafz mit den umliegenden Gemeinden. Als weiterer Orientierungspunkt für den Aufenthalt liegt das Freibad Rafzerfeld an der Schwimmbadstrasse 20 in 8197 Rafz. Es wird von den Gemeinden Rafz, Wasterkingen und Wil gemeinsam betrieben; Rafz ist die Trägergemeinde. Wenn Sie das Bad einplanen, prüfen Sie die saisonalen Öffnungsdetails vorab.
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