Wer Hinwil zu Fuß erkundet, begegnet der Bahntradition auch auf einem Wanderweg: Der 3-Wachten-Rundweg überquert die Museumsbahnstrecke Hinwil–Bauma, auf der DVZO-Museumszüge verkehren. Die Querung bringt Weg und Eisenbahnstrecke unmittelbar zusammen. Hinwil liegt ländlich im Zürcher Oberland und zugleich nahe der Stadt Zürich. Am westlichen Abhang des 1.115 Meter hohen Bachtels eröffnen sich unterschiedliche Zugänge zu Landschaft, Wegen und Ortsgeschichte.
Rundwege mit unterschiedlichen Zeitangaben
Die ungefähren Gehzeiten helfen, drei Rundwege miteinander zu vergleichen: Für den 7-Riede-Rundweg sind etwa zweieinhalb Stunden angegeben, für den 3-Wachten-Rundweg etwa dreieinhalb Stunden und für den 4-Quellen-Rundweg gut drei Stunden. Es handelt sich um Orientierungsschätzungen. Der 3-Wachten-Rundweg beginnt an einer Orientierungstafel etwas oberhalb der Post Hinwil. Aus lichten Waldabschnitten blicken Sie auf Hinwil und bei gutem Wetter bis zu einem Alpenpanorama. Nach der Höi auf 729 Metern öffnet sich der Blick auf den Ringwiler-Weiher und den Bachtel.
Der 7-Riede-Rundweg führt durch Freecht-, Schweipel-, Chuder-, Oberhöfler-, Schwändi-, Späcken- und Turpenried. VVH-Wegweiser und ein Kleeblatt-Symbol kennzeichnen den Weg; prüfen Sie die Beschilderung vor dem Aufbruch. Der 4-Quellen-Rundweg beginnt am TCS-Parkplatz in Girenbad. Mindestens vier Quellen liegen an der Strecke und bieten Wandernden die Möglichkeit, ihren Durst zu stillen. Ihre Verfügbarkeit kann saisonal variieren. Außerdem gibt es verschiedene Grillplätze, für die lokale Feuerbeschränkungen gelten können.
Der Geopfad am Bachtel beginnt wahlweise am Schulhaus Wernetshausen oder am TCS-Parkplatz Girenbad. Neun Informationstafeln führen zum Bachtel Kulm. Wer sich für geologische Themen interessiert, kann die Tafeln als inhaltlichen roten Faden der Wanderung nutzen; prüfen Sie die Wegweisung vor dem Start.
Schutzgebiete und Landschaft
Die Landschaft rund um Bachtel und Allmen in den Gemeinden Hinwil, Wald, Dürnten und Fischenthal ist ein Natur- und Landschaftsschutzgebiet von kantonaler Bedeutung. Dort kommen bedrohte Tier- und Pflanzenarten der Voralpen vor, darunter Braunkehlchen, der Schlüsselblumen-Würfelfalter, die kurzflügelige Beißschrecke und verschiedene Orchideen. Diese Beispiele geben Einblick in die ökologische Vielfalt des Gebiets, sind aber keine Aussicht auf eine bestimmte Sichtung. Prüfen Sie vor Aktivitäten die geltenden Schutzregeln. Eine weitere landschaftliche Besonderheit ist die geschützte Drumlinlandschaft, die sich von Wetzikon über Hinwil bis nach Dürnten, Gossau und Bubikon erstreckt.
Ortsgeschichte in Museum und Kirche
Das Ortsmuseum Hinwil macht in einem weitgehend original erhaltenen Flarz-Riegelhaus die Zeit um 1800 erlebbar. Seine Ausstellungen führen in verschiedene Bereiche des Alltags: Im Webkeller wird frühere Heimarbeit präsentiert, in der Scheune bäuerliche Arbeiten im Jahresablauf sowie traditionelle Handwerke wie Tüchelbohren, Wagner- und Zimmermannsarbeiten. Im Turpenschopf neben der Scheune geht es um das Torfstechen und das anschließende Trocknen des Brennstoffs bis zu seiner Verwendung in der Stube.
Das Ortsmuseum ist von März bis Dezember jeweils am ersten Sonntag des Monats von 14 bis 17 Uhr geöffnet; der Eintritt ist frei. Prüfen Sie den Termin vor Ihrem Besuch. Führungen durch das Ortsmuseum und/oder das Schaulager sind nach Voranmeldung jederzeit möglich. Auch das Feuerwehrmuseum erzählt von örtlicher Technikgeschichte: Es befindet sich im Spritzenhaus, das 1864 mit der ersten Saugspritze eingerichtet wurde, und zeigt Feuerlöschgeräte aus älterer und neuerer Zeit.
Die Reformierte Kirche Hinwil ist seit etwa 750 urkundlich erwähnt und wurde auf den Mauerfundamenten einer römischen Villa erbaut. Ihre Mathis-Orgel verbindet Handwerk und Musikgeschichte: Sie besitzt eine mechanische Traktur, drei Manuale und ein Pedal, 32 Register sowie mehr als 2.000 Pfeifen. Eingeweiht wurde sie am 17. Juni 1973. Eine frühere urkundliche Spur führt noch weiter zurück: Das Dorf Hinwil wurde 745 unter dem Namen Hunichinwilari in einer Schenkung an die Abtei St. Gallen erstmals schriftlich erwähnt.
Eine Museumsbahn mit eigener Geschichte
Die von DVZO-Museumszügen befahrene Strecke Bauma–Hinwil wurde als Teilstück der früheren Uerikon-Bauma-Bahn erbaut. Wagen und Lokomotiven stammen aus dem ersten Jahrhundert der Schweizer Eisenbahnen, von 1847 bis 1947, überwiegend aus der Zeit um 1900. Eine Fahrt kann vom Rattern der Räder, dem Duft warmen Zylinderöls, gelegentlichen Dampfwolken und dem heiseren Lokomotivpfiff geprägt sein. Fahrtage und die Verfügbarkeit einzelner Fahrzeuge können variieren.
Weitere Reiseziele entdecken: Wetzikon, Dürnten, Fischenthal, Hinwil, Bubikon, Wald, Gossau, Bäretswil, Grüningen.
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