In Dürnten treffen Sammlungen zu mechanischer Technik und Musik auf Kirchengeschichte und eine von Tobeln, Wäldern und eiszeitlichen Hügeln geprägte Landschaft. So können Sie Ihren Aufenthalt nach zwei unterschiedlichen Interessen ausrichten: den kulturellen Besonderheiten des Orts oder einer längeren Wanderung durch die Umgebung.
Ortsteile und Landschaft kennenlernen
Dürnten liegt im Bezirk Hinwil des Kantons Zürich, rund 25 Kilometer östlich der Stadt Zürich. Zum Gemeindegebiet gehören die Ortsteile Tann, Dürnten, Oberdürnten und Breitenmatt. Die Landschaft umfasst das schluchtartige Jonatal mit dem Tannertobel, bewaldete Bergkuppen und das Nagelfluhgebiet des Zürcher Oberlands. Typisch sind auch Drumlins: eiszeitlich geformte Hügel, die hier zusammen mit Mooren und Wäldern das Landschaftsbild prägen.
Die naturnahe Umgebung eignet sich für Spaziergänge, Wanderungen und Velotouren. Wer sich für die Entwicklung des Orts interessiert, findet einen anderen zeitlichen Bogen: Dürnten wurde bereits im 8. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt. Ackerbau und Viehzucht prägten die Siedlung über Jahrhunderte; später kamen Handwerk und Gewerbe hinzu. Diese Geschichte lässt sich neben der Landschaft als eigener Schwerpunkt für den Aufenthalt betrachten.
Wanderung zum Hasenstrick
Eine konkrete längere Tour führt vom Bahnhof Tann-Dürnten durch Oberdürnten weiter zum Wanderbänkli Hasenstrick. Die 2025 veröffentlichte Routenbeschreibung nennt 15,1 Kilometer, etwa 4 Stunden und 10 Minuten Gehzeit sowie den Schwierigkeitsgrad mittel. Damit ist die Wanderung ein längerer Programmpunkt und nicht mit einem kurzen Spaziergang gleichzusetzen.
Der Weg führt hinunter ins Tannertobel und folgt zunächst dem linken Ufer der Jona. Über einen Steg quert er das Tobel; anschliessend führt die Route zurück in Richtung Bahnhof Tann-Dürnten. Die Abfolge verbindet Talabschnitt, Flussufer und Übergang über den Steg zu einer abwechslungsreichen Wegführung. Prüfen Sie vor dem Start die Tourenangaben.
Mechanische Technik, Musik und Ortsgeschichte
Das Nähmaschinen-Museum am Pilgersteg zeigt die historische und technische Entwicklung der mechanischen Nähmaschine vom Ende des 18. Jahrhunderts bis zur Neuzeit. Zur Sammlung gehören mehrere hundert antike Nähmaschinen sowie Zubehör und verwandte Objekte, darunter Stücke aus der Schuhmacherei und der Pelzverarbeitung. Das Thema reicht damit über die Nähmaschine hinaus und schliesst weitere Handwerksbereiche ein. Gruppenführungen sind nach Anmeldung möglich, ausser samstags; stimmen Sie einen gewünschten Termin entsprechend vorher ab.
Das KMM Kulturzentrum widmet sich mechanischen Musikinstrumenten. Zu sehen sind unter anderem Zylindermusikdosen, Flötenschränke, Puppenautomaten, selbstspielende Klaviere, Orchestrien und Phonographen sowie Jahrmarkt- und Konzertorgeln. Bei Führungen werden Instrumente live gespielt. Wenn Ihnen diese Vorführungen wichtig sind, klären Sie vor der Anreise, ob das geführte Format angeboten wird.
Auch das Gebäude des KMM erzählt von der Arbeitsgeschichte Dürntens: Ab 1873 diente es zunächst als Seidenzwirnerei und später als Seidenweberei. Der Betrieb wurde 1978 eingestellt; 2015 begannen Umbau und Sanierung, 2017 wurde das KMM feierlich eröffnet. Die ehemalige Nutzung und die heutige Sammlung setzen so zwei verschiedene Schwerpunkte: die industrielle Geschichte des Hauses und die mechanischen Instrumente im Kulturzentrum.
Kirche, Burgstelle und Chilbi
Die heutige reformierte Kirche von Dürnten entstand 1517 bis 1521. An ihrem Standort standen zuvor eine frühmittelalterliche Kirche um 700 n. Chr., eine romanische Kirche aus dem 11. oder 12. Jahrhundert und ab etwa 1385 eine hochgotische Kirche. Die Baugeschichte reicht damit deutlich weiter zurück als das heutige Gebäude. Wegen ihrer guten Akustik eignet sich die Kirche auch für kleinere Konzerte; prüfen Sie bei Interesse die jeweiligen Veranstaltungstermine. Zum religiösen Ortsbild gehören ausserdem die evangelisch-reformierte und die evangelisch-methodistische Kirche in Dürnten und Tann.
Zwischen Oberdürnten und Hadlikon stand im Hochmittelalter eine kleine Rodungsburg. Als Erbauer und Bewohner gelten die Meier von Dürnten. Die Burgstelle Dürnten (Hadlikon) liegt im Wald nördlich von Oberdürnten auf einem Hügel zwischen zwei Bachtobeln. Bergseits schützte ein Halsgraben die Anlage; Mauerreste sind nicht mehr sichtbar. Die Wegführung zur Burgstelle beginnt am nördlichen Dorfrand von Oberdürnten und folgt dem Alten Kirchweg bergauf bis zum Waldrand. Danach geht es etwa 400 Meter auf dem Gfäderweg weiter, bevor talseits ein unmarkierter Pfad abzweigt. Prüfen Sie diesen Zugang vor dem Besuch.
Ein anderer Einblick ins örtliche Vereinsleben bietet die Dürntner Chilbi. Zu ihren jährlichen Höhepunkten gehört das «Bull-Shit», ein Kuhfladen-Bingo. Die Vereine bieten verschiedene Speisen und Getränke an; das Angebot variiert je nach Ausgabe. Wenn Sie die Chilbi einplanen möchten, prüfen Sie die aktuellen Veranstaltungsdaten und das Programm.
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